Selbstversuch: Fast Moving Consumer Goods

Gesunde Ernährung / 5/5 (3)

Es gibt nur sehr wenige extrem große Konzerne, die fast alles herstellen, was wir jeden Tag so brauchen. Unilever, Nestlé oder auch Procter und Gamble stecken hinter den allermeisten sogenannten „Fast Moving Consumer Goods“. Wer an diesen Giganten vorbei kommen möchte, der muss sich wirklich was einfallen lassen – Wir haben es probiert!

Was sind Fast Moving Consumer Goods?

Zu den Fast Moving Consumer Goods gehören fast alle Produkte des täglichen Bedarfs. Korrekterweise müsste man sagen, es sind all jene Produkte, welche sich durch eine hohe Warenrotation kennzeichnen und wir sie deshalb oft nachkaufen müssen. Dazu zählen neben Lebensmitteln unter anderem auch Körperpflegemittel, Reinigungsmittel und Kosmetikprodukte. Das traurige an der Sache ist, der Markt für Fast Moving Consumer Goods liegt fest in der Hand von einigen wenigen Produzenten. Im Einzelhandel finden wir zwar zahllose Marken, jedoch gehören die alle irgendwie zusammen. Der Markt ist nahezu vollständig von den wenigen großen Playern besetzt.

Wo liegt das Problem an den Fast Moving Consumer Goods?

An und für sich gibt es kein Problem mit den Fast Moving Consumer Goods. Wir brauchen sie alle. Entweder weil wir schnell etwas essen möchten, oder eben für die Morgentoilette bzw. zum putzen und im Bad. Wer sich jedoch mal die Mühe macht zusammen zu rechnen, wie hoch der Anteil am Einkommen ist, den wir nur Fast Moving Consumer Goods ausgeben, dem wird der Tragweite bewusst. Es sind Tausende von Euro, die jeder von uns jedes Jahr aufs Neue an sehr wenige große Unternehmen bezahlt.

Aus diesem Grund ist es auch nicht verwunderlich, dass Konzerne wie Nestlé einen Umsatz von knapp 100 Mrd. US-Dollar pro Jahr generieren. Das gibt ihnen die Macht weltweit Wasserrechte aufzukaufen und zu bestimmen was wir täglich essen. Das die Gesundheit der Menschen und die soziale Komponente dabei auf der Strecke bleibt, dass haben die Schweizer des öfteren bereits bewiesen. Sie sind aber bei weitem nicht die einzigen Übeltäter auf dieser Welt.

Wer sind die großen Player?

Der Übersicht halber haben wir euch eine sehr gut gemachte Grafik herausgesucht. Darauf wird sehr deutlich welche Verflechtungen bei den Fast Moving Consumer Goods herrschen und wie viel Marktmacht sich auf sehr wenige Konzerne konzentriert.


Ein Überblick von den Herstellern der Fast Moving Consumer Goods

Wie komme ich an Nestlé und Co. vorbei

Aus meinem sozialen Gewissen heraus habe ich mir eine Aufgabe gestellt. Mein Ziel ist es keine Produkte mehr zu kaufen, die von den großen Produzenten der Fast Moving Consumer Goods stammen. Vielleicht lässt sich die Problematik an einem sehr einfachen Beispiel darstellen. Jeder muss seine Zähne putzen. In einem normalen Supermarkt braucht man aber bereits keine Zahnbürsten mehr kaufen. Alles von Dr. Best (GlaxoSmithKline) , Blend-a-med (P&G) bis Oral-B (P&G) oder Signal (Unilever) gehört irgendwelchen riesigen Konzernen an. Ich möchte jetzt auch nicht damit beginnen meine Zahnbürsten selbst herzustellen oder wieder auf irgendwelchen Pflanzenwurzeln herumzukauen. Noch interessanter ist es bei Süßigkeiten oder Speiseeis. Eigentlich gibt es fast nichts mehr, dass nicht irgendwie von Mondelez (Kraft Food) oder Nestlé stammt.

Die ersten Wochen des Verzichts waren gar nicht so leicht. Oft haben wir aus versehen „böse Produkte“ gekauft. Erst als man zu Hause nochmal ganz genau nachgeschaut hat, ist einem Aufgefallen, dass die Firma A doch zu Firma B gehört und damit eigentlich wieder zu Nestlé oder einem der Konsorten. Lebensmittel oder Rohstoffe wegschmeißen kommt noch weniger in die Tüte, deshalb haben wir es natürlich aufgebraucht.

Inzwischen meiden wir in unserem Haus-und-Hof-Supermarkt ganze Regalgänge oder zielen explizit auf ein bis zwei spezielle Produkte zu. Kosmetik und Reinigungsmittel sind bei uns schon fast auf ökologische und natürliche Produkte umgestellt. In diesem Bereich können die Großen noch nicht mitspielen.Dafür haben manche Drogeriemärkte hier in den letzten Jahren sehr stark aufgeholt.

Was ist passiert?

Die ganzen aus der Werbung aufgedrückten und lieb gewonnenen Produkte haben sich nach und nach verabschiedet und sind Alternativen gewichen. Man geht mit einem ganz anderen Blick durch die Welt. Man gewöhnt sich daran nicht mehr auf bunte Verkaufsförderungen zu achten. Man fängt wieder an durchzuprobieren und zu experimentieren.

Natürlich greift man in der Phase des Umbruchs auch mal ins Klo und erwischt irgendwas, dass jetzt nicht unbedingt schmeckt oder nutzbringend ist. Nach und nach etablieren sich aber ganz neue Produkte im Haushalt. Wie gesagt, wir haben auf diese Weise viele Giftstoffe aus der Wohnung verbannt.Ganz nebenbei gibt es gerade im Süßigkeitenbereich sehr leckere und vor allem gesündere Alternativen zu Milka oder Kinder-Schokolade. Man muss ihnen einfach nur eine Chance geben.

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