Antioxidantien – Vitalstoffe die das Altern verhindern

Gesunde Ernährung / 5/5 (4)

Antioxidantien sollen uns vor dem Altern und Krankheiten schützen. Überspitzt gesagt wird alles was mit Sauerstoff in Kontakt tritt alt oder geht kaputt. Die Butter wird ranzig, das Geländer aus Eisen rostet und die Avocado wird braun und gammelig. Auf der anderen Seite gibt es antioxidative Stoffe, die uns vor den schädlichen und zerstörenden freien Radikalen schützen, wie es der Spritzer Zitronensaft tut, welcher verhindert, dass sich unsere Avocadocreme braun verfärbt. Was steckt jedoch hinter den Antioxidantien in Lebensmitteln und deren Anti-Aging-Wirkung?

Was sind Antioxidantien?

Antioxidantien gelten als Radikalfänger. Sie deaktivieren freie Radikale und vermeiden für unseren Organismus oxidativen Stress. Einfach gesprochen bedeutet das, Antioxidantien sind chemische Verbindungen, die eine ungewollte Oxidation verhindern und somit unseren Körper nicht „rosten“ lassen.

Es gibt nicht die eine Art von Antioxidantien, vielmehr werden damit eine ganze Gruppe von Vitalstoffen bezeichnet. Wir kennen sie in aller Regel unter anderen Namen. Vitamin A, C und E gehören genauso dazu, wie Selen oder Carotinoide. Antioxidantien kommen also in sämtlichen Lebensmitteln vor, die ohnehin als bereits gesund gelten. Insbesondere sind dies Obst und Gemüse, aber auch Kaffee, Tee und Vollkornprodukte.

Sauerstoff ist sowohl lebenspendend, jedoch auch hoch reaktiv. Entsprechend besitzt er auf der anderen Seite aber auch eine Zerstörungskraft, vor welcher Antioxidantien uns schützen können.

Antioxidantien und freie Radikale

Freie Radikale bilden die Gegenspieler der Antioxidantien. Sie werden sowohl in unserem Körper gebildet, als auch von außen dem Organismus zugeführt. Jene freie Radikale, welche wir selbst bilden sind auch nicht zwangsläufig schlecht oder gefährlich. Zum Teil brauchen wir sie zur Muskelregeneration oder für das Funktionieren unseres Immunsystems. Freie Radikal können aber auch Alterungsprozesse beschleunigen. Dies erfolgt indem durch freie radikale Zellgewebe und auch DNA zerstört wird, dadurch verschiedene Krankheiten gefördert und auch Tumore beschleunigt werden können.

In unserem Körper bilden sich die freien Radikale bei verschiedenen Stoffwechselprozessen oder eben wenn unser Immunsystem reagiert. Eine weitere, in der heutigen Zeit immer bedeutendere Quelle von freien Radikalen sind aber Dauerstress und Krankheiten. Beides fördert die körpereigene Ausschüttung von freien Radikalen.

Neben den inneren Faktoren gelangen freie Radikal von außen über Umwelteinflüsse in unseren Körper. Die externen Quellen hierfür sind recht vielfältig. Von Alkohol und Nikotin reichen sie über verschiedene Arzneimittel bis hin zu wirklichen Umwelteinflüssen, wie UV-Strahlung und Luftverschmutzung. Wie man sieht ist es eigentlich nicht möglich freien Radikalen vollständig auszuweichen.

Antioxidantien haben die Eigenschaft genau jene freien Radikale zu neutralisieren. Sie docken Sich beispielsweise an die Radikale an und machen sie somit unschädlich.

ORAC Werte: Antioxidantien in Lebensmitteln

Lebensmitteln mit vielen Antioxidantien sollen uns vor diesen freien Radikalen schützen. Für die Ermittlung der antioxidativen Wirkung von Lebensmittel wird gerne der sogenannte ORAC Wert (Oxygen Radical Absorbance Capacity) angegeben. Der Wert soll aussagen, wie hoch die Fähigkeit ist, dass Sauerstoffradikale von einem Lebensmittel abgefangen werden können.

Auch werben Gesundheitsseiten gerne mit diesem Wert für ihre Nahrungsergänzungsmittel. Tatsächlich handelt es sich dabei um Laborwerte, welche mit der Realität nicht vergleichbar sind. Bei der Messung der ORAC Werte wird die Bioverfügbarkeit der antioxidativen Inhaltsstoffe nicht mit einbezogen und zudem Reaktionen abgefahren, welche in unserem Körper nicht stattfinden.

Unsere Nahrung versorgt uns in aller Regel mit ausreichend natürlichen Antioxidantien. Eine zusätzliche Versorgung über teure Nahrungsergänzungsmittel ist nicht notwendig und deren Wirkungen zudem auch nicht bewiesen.

So warnt die Verbraucherzentrale NRW ↗ davor und bezeichnen entsprechende Werbung als „irreführend“. Nach deren Aussage ist der gesundheitsfördernde Effekt von Obst und Gemüse zwar unbestritten, die ORAC Werte liefern jedoch keinerlei Aussage über die gesundheitliche Wirkung.

Antioxidativer Stress vs. oxidativem Stress

Wird unser Körper dauerhaft von außen oder von innen mit freien Radikalen konfroniert, so entsteht oxidativer Stress. Dieser oxidative Stress führt zu Zellschäden und steht deshalb unter Verdacht Krebs zu fördern, aber auch das Risiko für andere Krankheiten wie Diabetes, Alzheimer und Parkinson zu steigern.

Was man sich jedoch bewusst machen sollte ist, dass freie Radikale in einem gewissen Maß auch durchaus wichtig für unseren Organismus sind. Sie steuern verschiedene Zellprozesse und auch Wachstumsprozesse. Diese komplett durch antioxidative Nahrungsergänzungsmittel zu blockieren wäre nicht anzuraten. So wird die Zellregeneration nach dem Sport durch freie Radikale unterstützt und die Wirksamkeit unseres Immunsystems garantiert.

In Lebensmittelindustrie werden bereits in vielfacher Weise Antioxidantien eingesetzt. Sie verlängern die Haltbarkeit von Lebensmitteln oder verhindern das ungewünschte Verfärben. Somit erhalten wir auf natürliche Weise und über zusätzliches Obst und Gemüse in der Regel ausreichend Antioxidantien, um uns vor einer übermäßigen Flut an Antioxidantien zu schützen.

Eine gesunde Ernährung auf Basis von ausreichend Obst und Gemüse enthält in aller Regel ausreichend Antioxidantien. Eine Unterversorgung wäre eher die Ausnahme.

Werden jetzt noch antioxidative Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, so kann sich die gesundheitliche Wirkung ins Gegenteil kehren. Man spricht in diesem Fall statt von oxidativem von antioxidativem Stress. So zeigen Studien, dass durch ein zu Viel an Antioxidantien auch Tumore gefördert, statt verhindert werden können.

Anti-Aging durch antioxidative Lebensmittel

Die ewige Jugend werden wir selbst dank der Antioxidantien nicht erlangen. Natürlich ist es für uns wichtig ausreichend Vitamine über Obst und Gemüse aufzunehmen. So kann durch durch die Antioxidantien, wie Ascorbinsäure, Zitronensäure oder verschiedene Salze, tatsächlich oxidativer Stress vermieden werden und somit die Zellgesundheit erhöht werden. Das führt dazu, dass wir ein frischeres und jüngeres Hautbild erhalten können.

Wer sich aber gesund ernährt, indem er ausreichend Obst und Gemüse ist, der wird nicht unterversorgt sein. Anti-Aging-Präparate und andere Nahrungsergänzungsmittel mit besonders vielen Antioxidantien sind in aller Regel nicht notwendig und können auch negative Auswirkungen haben. Es bestehen bisher keine haltbaren wissenschaftliche Nachweise, dass die meist isolierten und nicht im Verbund mit natürlichen Begleitstoffen vorkommenden antioxidantiven Substanzen in künstlichen Präparaten gesundheitliche Vorteile mit sich bringen.

Gerade dadurch, dass Antioxidantien ohnehin in zahllosen Lebensmitteln zugesetzt sind, ist eine natürliche Versorgung mit ausreichend Antioxidantien durch Lebensmittel ohne weiteres auch so möglich. Das Motto sollte entsprechend lauten: Gesunde Ernährung anstatt antioxidative Nahrungsergänzungsmittel!

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