Distel könnte Glyphosat ersetzen

Umwelt / 5/5 (3)

Erst kürzlich ist die Erlaubnis für den Einsatz von Glyphosat durch eine Solo-Entscheidung eines rücksichtslosen Politikers verlängert worden. Das chemische Pflanzengift darf auch weiterhin auf unseren Feldern aufgebracht werden. Dabei gäbe es bereits wirksamen und vor allem ökologsichen Ersatz – zum Beispiel die Distel!

Das Universalmittel Distel

Die Distel stachelt, ist nicht unbedingt sehr ansehnlich und lässt sich nur schwer wieder aus dem Garten vertreiben. Unter Gartenfreunden ist die Pflanze deshalb nicht unbedingt sehr beliebt. Dabei ist das „Unkraut“ eine absolute ökologische Wunderwaffe. Sie ist sehr genügsam und wächst auch in kargen Gegenden, sie lässt sich von Blüte bis Wurzel verwenden und könnte sogar als pflanzlicher Proteinlieferant für Tierfutter herhalten. Jetzt weiß man zudem, dass die Distel sogar als Bio-Herbizid genutzt werden kann.

Wie es der Zufall will

Wie alle großen Erfindungen kam auch die Entdeckung für das Bio-Herbizid Distel nicht geplant, sondern eher aus Zufall zustande. Der Bio-Kunststoff-Hersteller Novamont aus Italien führte verschiedene Versuche mit der Distel durch. So erhielten man bei der Gewinnung des Öls der Distel unter anderem Pelargonsäure. Nachdem man erstmal nicht wusste, was man damit anfangen sollte, erkannte man auf den zweiten Blick die Einsatzmöglichkeit als Bio-Herbizid. Die Säure ist nicht nur vollständig natürlich, sie wirkt auch nicht systemisch wie es Glyphosat tut. Das heißt, sie wird von der Pflanze nicht aufgenommen. Lediglich die Blätter werden beim Einsatz verbrannt. Dadurch ließe sich Unkraut mit Unkraut vernichten.

Einsatz von Disteln braucht Überzeugungsarbeit

Trotz langjähriger Versuche hat das Bio-Herbizid bisher in nur sehr wenigen Ländern eine Zulassung erhalten. So sind lediglich Italien, Frankreich und Österreich so weit der Distel eine Chance zu geben. Auf Kartoffeläckern, im Wein- und Obstanbau sowie auf öffentlichen Grünflächen darf das Distel-Herbizid dort bereits eingesetzt werden. Der Hersteller braucht für einen Durchbruch des Bio-Herbizids nach eigenen Aussagen verlässliche Regeln für einen Umgang mit Glyphosat, um einen Durchbruch am Markt zu erzielen. Bereits heute könnten 30.000 Tonnen pro Jahr davon hergestellt werden, allerdings nicht zu günstig wie Glyphosat von Monsanto, dafür aber auch nicht so gefährlich für uns Menschen.

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