Die Wahrheit über Fruchtsäfte mit Klaus Heitlinger (Interview)

Gesunde Ernährung / 5/5 (3)
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Wir haben heute einen ganz besonderen Interviewpartner bei uns: Klaus Heitlinger, den Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Fruchtsaft-Industrie e.V. (VdF). Wir möchten die Gelegenheit nutzen, die Arbeit eines Fruchtsaftverbands etwas genauer kennenzulernen und natürlich mehr über Fruchtsäfte und insbesondere Orangensaft zu erfahren.

WirEssenGesund: Als kleiner Einstieg für unsere Leser: Was genau ist der VdF und was sind seine wesentlichen Aufgaben?

Klaus Heitlinger: Der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie e. V., kurz VdF genannt, existiert seit über 66 Jahren und ist der zentrale Verband der deutschen Fruchtsafthersteller. Genauer gesagt: Von den insgesamt etwa 375 Fruchtsaftherstellern in Deutschland sind 345 Unternehmen im VdF organisiert.
Der VdF – und damit auch ich als Geschäftsführer – vertritt die gemeinsamen Interessen unserer Branche national und international, wie z.B. im Europäischen Fruchtsaftverband AIJN. Wir halten unsere Mitglieder in allen, die Branche betreffenden, Fragen auf dem Laufenden. Gleichzeitig sind wir aber auch Ansprechpartner für Verbraucher, Medien und Ernährungsexperten oder auch Lehrer. Wir beantworten Fragen und informieren über aktuelle Entwicklungen und Neuigkeiten aus der Welt des Fruchtsafts.

WirEssenGesund: Für viele unserer Leser ist Fruchtsaft vor allem im Zusammenhang mit einer ausgewogenen Ernährung ein wichtiges Thema. Welchen Informationen bietet der VdF interessierten Verbrauchern?

Klaus Heitlinger: Um entscheiden zu können, welche Lebensmittel man in welcher Form und welcher Menge in den Ernährungsplan integrieren möchte, ist es unerlässlich das jeweilige Produkt zu kennen – also die sogenannte Warenkunde. Bei Fruchtsaft geht es dabei um den Nährstoffgehalt, wie z.B. den Vitamin C-Gehalt von Orangensaft, aber auch um den Energiegehalt und die Herstellungsmethoden. Wir bringen jedem interessierten Verbraucher diese Informationen auf vielfältige Art und Weise nahe, wie zum Beispiel durch einen Tag der offenen Tür bei deutschen Fruchtsaftherstellern. Vor Ort lernen die Besucher nicht nur die „harten Fakten“ kennen, sondern erleben auch die Produktion von Fruchtsaft live vor Ort. Aktuelle Informationen findet man immer auf unserer Website www.fruchtsaft.de. Gleichzeitig unterstützen wir auch Ernährungsexperten in ihrer täglichen Arbeit mit aktuellen Informationen und Erkenntnissen aus der in Deutschland sehr aktiven Fruchtsaftforschung. Hier merken wir am deutlichsten, welche Unsicherheiten bzw. Wissenslücken es nach wie vor zum Thema Fruchtsaft gibt.

WirEssenGesund: Welche Wissenslücke hält sich am hartnäckigsten/ist dabei besonders verbreitet?

Klaus Heitlinger: Nehmen wir zum Beispiel den Orangensaft. Im Rahmen der aktuellen Informationsinitiative „Fruit Juice Matters“ sprechen und diskutieren wir regelmäßig mit Ernährungsexperten über Inhaltsstoffe und möglichen Wirkungsweisen von Orangensaft auf Basis aktueller wissenschaftlicher Studien. Dabei fällt uns immer wieder auf, dass er mitunter nicht als natürliches Lebensmittel, sondern als Getränk mit Konservierungs- und Farbstoffen sowie zugesetztem Zucker wahrgenommen wird. Dabei regelt schon die Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung, dass dem Fruchtsaft niemals Zucker zugesetzt wird und er grundsätzlich keine Konservierungs- und Farbstoffe enthalten darf. Egal ob der Verbraucher zu „Direktsaft“ oder „Orangensaft aus Fruchtsaftkonzentrat“ greift: es ist immer ein natürliches Lebensmittel mit 100 % Fruchtgehalt.

WirEssenGesund: Welche Unsicherheit haben dabei Verbraucher, wenn Sie vor dem Fruchtsaftregal stehen?

Klaus Heitlinger: Im Gespräch mit den Verbrauchern stellen wir immer wieder fest, dass gerade der Fruchtgehalt von Orangensaft mit dem eines Orangennektars verwechselt wird. Zwar hat Orangennektar einen Fruchtgehalt von mindestens 50 %, muss aber eben nicht 100 % Fruchtgehalt wie Orangensaft aufweisen. Das Etikett gibt hier nähere Hinweise zu den Produkten. Außerdem sind Verbraucher verunsichert ob sie Orangensaft aufgrund seines natürlichen Zuckergehalts überhaupt trinken sollten. Dazu ist zu wissen, dass Orangensaft von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, kurz DGE, nicht als Getränk, sondern als pflanzliches Lebensmittel eingestuft wird. Der Saft sollte also kein Durstlöscher sein, sondern vor allem als flüssiges Obst verzehrt werden. Vermutlich kennen Ihre Leser die 5 am Tag Kampagne. Im Kontext dieser Empfehlung von 5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag kann eine Portion Obst auch gelegentlich als Saft verzehrt werden, wie z. B. Orangensaft.

WirEssenGesund: Es heißt Orangensaft sei reich an Vitamin C. Ist das richtig?

Klaus Heitlinger: Orangensaft ist eine gute Quelle für Vitamin C, schließlich enthält er mehr als 50 % des empfohlenen Tageszufuhr. Aber wir werden oft gefragt, was genau Vitamin C für unser Wohlbefinden leistet. Das in Orangensaft enthaltene Vitamin C wirkt auf vielfältige Art und Weise: es trägt zu einer normalen Funktion des Stoffwechsels bei, hilft die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen, Müdigkeit zu verringern und es verbessert die Eisenaufnahme im Körpers.

WirEssenGesund: Sie sagten gerade, dass das in Orangensaft enthaltene Vitamin C die Eisenaufnahme erhöht. Das ist für unsere Leser eine wichtige Eigenschaft. Haben Sie einen Favoriten für die Kombination mit Orangensaft?

Klaus Heitlinger: Orangensaft mit Spinat. Ein Klassiker, der in jeder Jahreszeit funktioniert!

WirEssenGesund: Schauen wir noch ein wenig in die Zukunft. Auf welchen Fruchtsafttrend können wir uns in den nächsten Jahren denn einstellen?

Klaus Heitlinger: Orangensaft und Apfelsaft sind die beliebtesten Säfte der Deutschen und ich gehe davon aus, dass sie diese Favoritenrolle auch in Zukunft beibehalten werden. Gleichzeitig ist die Fruchtsaft-Branche ein Segment mit hohem Innovationspotenzial – sei es in der Produktion neuer Fruchtsaftssorten wie Aroniabeerensaft oder in der überraschenden Kombination verschiedener Früchte- und Gemüsesorten wie Apfel-Rote Beete-Mango. In jedem Fall wird sich das Fruchtsaftsegment in seiner Vielfalt noch weiter ausbauen. Wir sehen zudem, dass der Wunsch nach Regionalität auf Seiten der Verbraucher ungebrochen ist. So bedienen viele der kleinen und mittelständischen Keltereien, die aus heimischem Obst Fruchtsäfte von bester Qualität produzieren, den Markt in ihrer Region. Gleichzeitig investieren Verbraucher zunehmend mehr in hochwertige Fruchtsäfte und –nektare. Diese Veränderung nehmen wir vor allem durch die Absatzsteigerung von Direktsäften, sortenreinen Produkten, gekühlten Direktsäften oder hochfruchthaltigen Getränken mit Zusatznutzen wahr.

WirEssenGesund: Eine allerletzte Frage, es ist unsere traditionell letzte Interviewfrage. Was gibt es bei Ihnen heute Abend noch zu Essen?

Klaus Heitlinger: Ich esse eine Pizza mit Spinat und Schafkäse und trinke dazu ein Glas Orangensaft.

WirEssenGesund: Herr Heitlinger, es war mir ein Vergnügen. Vielen Dank für das interessante Interview.

 

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