Phosphat im Döner macht krank

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Für nierenkranke Menschen sind Phosphatsalze eine Gefahr. Nun zeigt sich, dass sie auch für gesunde Menschen schädlich sein können.

Phosphat schadet auch gesunden Menschen

In der Lebensmittelindustrie wird der Zusatz gern verwendet. Die Salze machen viele Produkte länger haltbar – zum Beispiel Wurst, Limonade, Käse und Backwaren, und besonders Dönerspieße. Sie führen bei hoher Konzentration im Blut auf lange Sicht zu einem deutlich erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, da sie sich in den Blutgefäßen ablagern und sie so dauerhaft schädigen. Sie können auch Osteoporose verursachen.

Geschädigte Nieren können Phosphatzusätze nicht mehr auswaschen – gesunde eigentlich schon. Nun mehren sich aber die Anzeichen, dass auch gesunde Nieren bei dauerhafter Belastung durch Phosphatsalze die Fähigkeit immer mehr verlieren, das Blut von ihnen zu reinigen. So steigt auch bei gesunden Menschen die Anfälligkeit für die genannten Krankheiten.

Debattiert wird es nun, weil das Europaparlament gerade mit sehr knapper Mehrheit beschlossen hat, dass die Phosphatzusätze beim Dönerspieß in der EU erlaubt sind. Wie so oft bei EU-Regelungen geht es hier besonders bürokratisch zu. Fleischzubereitungen darf kein Phosphat beigemengt werden, für Fleischprodukte kann das erlaubt werden. Letzteres ist nun geschehen – bisher galt die Regelung nur für frisches Döner-Fleisch, die tiefgefrorenen Spieße waren schlichtweg vergessen worden. In Tschechien und Griechenland waren Phosphate in Tiefkühl-Spießen tatsächlich bisher verboten, da sollte nun Rechtssicherheit hergestellt werden.

Die Angst um den Döner

Die Befürworter sehen hier Panikmache, Gegner ein unverantwortliches Risiko, dass den Verbrauchern nicht bewusst ist. In der Diskussion der letzten Wochen konnte man manchmal den Eindruck bekommen, als ob hier ein Kulturgut in Gefahr sei. Die Bild-Zeitung etwa vermeldete: „Der Döner ist gerettet!“ Andere redeten den Zusammenbruch einer gesamten Industrie herbei. Dies entlarvt sich schnell als Stimmungsmache, wenn man bedenkt, dass gar nicht alle Döner-Produzenten Phosphatzusätze verwenden. Es geht offensichtlich auch ohne.

Die Europäische Lebensmittelbehörde prüft momentan in einer großen Studie das Gesundheitsrisiko durch Phosphatsalze. Aber leider sind die Ergebnisse erst Ende 2018 zu erwarten – so lange wollte man nicht warten.

Immerhin sind nun mögliche Risiken der Stoffe im Gespräch. Denn in vielen Produkten ist die Konzentration viel höher als im Döner (ca. 130 mg pro Portion): z. B. Cola mit ca. 210 mg bei 0,3l. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. empfiehlt, eine Tagesdosis von 700 mg nicht zu überschreiten. Eine Currywurst hat mehr als das, eine Tiefkühlpizza bis zur dreifachen Menge.

Was können wir tun?

Erkenntlich sind die Stoffe an den E-Nummern E338, E339, E340, E341, E343, E450, E451, E452, E442, E541, E1410, E1412, E1413, E1414, E1442. Eine ausführliche Erläuterung gibt es hier!

Leider muss auf Lebensmittelprodukten im Supermarkt nicht die Konzentration angegeben werden, und freiwillig tun es die Firmen auch nicht. Letztlich ist also die beste Empfehlung der Verzicht.

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2 Kommentare


  1. Ihr beschwert euch über die Panikmache anderer Medien und macht diese selber in der Überschrift. Dann warnt bitte auch vor Schmelzkäse welcher auf 100g fünf bis sechsmal soviel Phosphat enthält. Und ihr erklärt das die Tagesration bei 700mg liegt, damit hat ein Döner ca 20% des tagesbedarfs. Da gibt es deutlich schlimmere Produkte die für viele normal sind.


    1. Hi, die Überschrift ist auf meinem Mist gewachsen. In der Tat muss ich dir Recht geben, sie ist sehr reißerisch. Aber das ist tatsächlich auch ein wenig Absicht. Leider ist es so, dass man sonst überhaupt niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken kann. So hast aber auch du den Artikel gelesen 😉 Es ist ja auch nur die Überschrift, der Artikel relativiert das ja dann entsprechend.
      Aber vielleicht sollten wir auch tatsächlich noch einen weiteren über Schmelzkäse schreiben, mir war gar nicht bewusst, dass darin derart viel davon steckt. Danke, man lernt nie aus. Falls du weitere Produkte neben dem Schmelzkäse kennst oder sogar irgendwo eine schöne Übersicht weißt, dann freuen wir uns darüber sehr. Gerne bringen wir auch das.

      PS: Wir beleidigen wenigstens niemanden, sondern geben uns öffentlich zu erkennen liebe/r „Vegans are stupid“

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