Risikofaktor Übergewicht – Fitness allein hilft nicht

Fitness ist ein wichtiger Baustein für unsere Gesundheit und ein langes aktives Leben. Die negativen Auswirkungen von Übergewicht kann aber selbst ein leistungsfähigerer Körper nicht ausgleichen. Wenn bisher davon ausgegangen wurde, dass übergewichtige und sogar adipöse Menschen gewisse Risikofaktoren durch einen höheren Fitnesslevel kompensieren können, werden diese Hoffnungen durch eine neue Studie aus Schweden relativiert. Wir haben uns diese Studie für euch ein bisschen näher angeschaut.

Trotz Fitness – Übergewichtige sterben früher

In der Zeit zwischen 1969 und 1996 wurden in Schweden über 1.3 Millionen junge Männer mit einem durchschnittlichen Alter von 18 Jahren untersucht. Dabei wurde zum einen der Body-Mass-Index (BMI) ermittelt und somit auf eventuelles Übergewicht geschlossen. Zusätzlich mussten alle Probanden an einem Fitnesstest teilnehmen, welcher mit Hilfe eines Fahrradergometers durchgeführt wurde. Je nach Fitnesslevel wurden die jungen Männer daraufhin in unterschiedliche Kategorien eingeteilt. Dies bildete die Grundlage für die nachfolgenden Beobachtungen… und zwar wurde geschaut, wann diese Personen gestorben sind.

Wie man zu diesen Daten gekommen ist kann man sich eventuell bereits denken. Da es sich ausschließlich um junge Männer im Alter von etwa 18 Jahren handelt, die über viele Jahre hinweg zu dieser Untersuchung dazu gekommen sind, liegt es nahe, dass diese Daten von der Musterung zum Wehrdienst stammen.

Ergebnisse der Studie

Die eigene körperliche Fitness ist, so zeigt es auch diese Studie aus Schweden, ein statistisch signifikanter Faktor für das eigene Sterberisiko. Ungeachtet von jeglichem Körpergewicht wird nachgewiesen, dass diejenigen Personen, welche in der höchsten Fitnesskategorie eingeordnet wurden, ein um fast 50% niedrigeres Sterberisiko aufweisen, als diejenigen mit dem niedrigsten Fitnessniveau.

Des Weiteren erwies sich auch das Übergewicht als entscheidenden Faktor. Der positive Effekt durch die bessere körperliche Leistungsfähigkeit nahm mit steigendem Übergewicht der Männer signifikant ab. Bei Probanden, welche unter Adipositas litten ließ sich überhaupt kein positiver Effekt mehr nachweisen. Das zeigt sehr deutlich, dass die Fitness alleine kein Faktor für eine geringere Sterblichkeit darstellt. Selbst bei Normalgewichtigen mit schlechter Fitness war die Sterbewahrscheinlichkeit geringer als bei Übergewichtigen auf einem hohem Fitnessniveau.

Trotz durchaus gegebener Aussagekraft sollte diese Studie unter Vorbehalt betrachtet werden. Selbst die involvierten Wissenschaftler geben zu bedenken, dass bisher nur Daten von Männern untersucht wurden und einige Ergebnisse noch auf sich warten lassen. Es konnten derzeit nur Probanden in die Auswertung eingehen, welche relativ früh gestorben sind. Aussagekräftigere Ergebnisse werden sukzessive die nächsten Jahre zeigen.

Des Weiteren basiert die Studie auf einer einmaligen Untersuchung. Die Männer wurden nicht über die Jahre medizinisch begleitet. Deshalb kann es durchaus sein, dass sich sowohl das Körpergewicht und somit der Body-Mass-Index (BMI) sowie der eigene Fitnesslevel über die Jahre signifikant verändert haben.

So berechnet sich der Body-Mass-Index

Der Body-Mass-Index (BMI) stellt das Gewicht ins Verhältnis zur Körpergröße. Der daraus resultierende Wert gibt an, ob jemand untergewichtig, normalgewichtig, übergewichtig, adipös oder massiv adipös ist. Grundlage für die Berechnung des BMI ist eine einfach Formel, die jeder problemlos anwenden kann.

Body Mass Index

Schnell auf die Waage stellen, Körpergröße messen und den eigenen Body Mass Index (BMI) ausrechnen

Formel: Body-Mass-Idex (BMI):

BMI=Körpergewicht / (Körpergröße in Metern)²

Aus den sich daraus ergebenden Werten wurde von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung im Jahre 1992 eine Einteilung/ Klassifikation vorgenommen:

Tabelle: Klassifikation Body-Mass-Index (BMI)

Klassifikation Männlich Weiblich
Untergewicht <20 <19
Normalgewicht 20-25 19-24
Übergewicht 25-30 24-30
Adipositas 30-40 30-40
Massive Adipositas >40 >40

Da wir mit zunehmenden Alter eher etwas zunehmen, wurde zudem ein wünschenswerter Body-Mass-Index (BMI) für verschiedene Altersgruppen ausgewiesen.

Tabelle: wünschenswerter Body-Mass-Index (BMI) nach Alter

Alter Body-Mass-Index (BMI)
19-24 Jahre 19-24
25-34 Jahre 20-25
35-44 Jahre 21-26
45-54 Jahre 22-27
55-64 Jahre 23-28
>64 Jahre 24-29

Hinweis zum Body-Mass-Index (BMI)

Der BMI ist nach neueren Erkenntnissen aber eher ein Richtwert. Gerade für größere Menschen und Sportler mit einem hohen Muskelanteil muss der Wert des Body-Mass-Indexes (BMI) nicht unbedingt aussagekräftig sein. Hierfür sind die Klassifikationen zu trennscharf und zu stark verallgemeinert.

Übersicht der Folgen von Übergewicht/ Adipositas

Das zum Teil deutlich erhöhte Sterberisiko von Übergewichtigen kommt nicht von ungefähr, sondern diesem gehen bestimmte Ursachen voraus. Auf ein zu deutlich zu hohes Körpergewicht ist unser Körper vom Skelett und auch von unserem ganzen Organismus her nicht ausgelegt. Deshalb kommt es als Resultat häufig zu verschiedenen Krankheiten.

Uebergewicht Risiko

Übergewicht birgt viele Risiken für unseren Körper aber auch für die Psyche.

Die häufigsten Folgen von Übergewicht bzw. Adipositas haben wir hier für euch zusammengefasst:

  • Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck): Mit jedem zusätzlichen Kilo Körpergewicht braucht es mehr Druck um das Blut in unserem Körper zirkulieren zu lassen. Bluthochdruck ist auch eine wissenschaftlich klar nachgewiesene Folge von Übergewicht. Mit steigendem Body-Mass-Index (BMI) steigt somit auch die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung an Bluthochdruck, welcher wiederum zu Arteriosklerose (Arterienverkalkung) führen kann.
  • Koronare Herzkrankheit (Verkalkung der Herzkranzgefäße): Wenn die Arterienverkalkung die Herzkranzgefäße trifft, spricht man von einer koronaren Herzerkrankung (Verkalkung der Herzkranzgefäße). Durch den häufiger auftretenden Bluthochdruck bei Übergewichtigen tritt somit auch diese Erkrankung bei dieser Zielgruppe häufiger auf. Außerdem steigt in gleicher Weise das Risiko eines Herzinfarktes.
  • Krebserkrankungen: Was zudem in zahlreichen Untersuchungen festgestellt wurde ist, dass auch die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken bei Übergewicht zunimmt. Vermutet wird, dass dies mit einer auf Grund der Fettleibigkeit resultierenden hormonellen Veränderung zusammenhängt.
  • Typ-2-Diabetes (Zukerkrankheit): Auch bei Typ-2-Diabetes erhöht sich mit steigendem Body-Mass-Index die Wahrscheinlichkeit daran zu erkranken. Bereits ab einem BMI von 30 ist ein signifikanter Anstieg der Typ-2-Diabetes-Erkrankungen wissenschaftlich nachgewiesen.
  • Psychische Folgeerkrankungen: Übergewicht führt nicht nur zu körperlichen Erkrankungen, sondern kann auch psychische Leiden nach sich ziehen. Häufig geht dem hohen Körpergewicht ein vermindertes Selbstwertgefühl mit einher. Dies kann letztendlich sogar zu schwerwiegenden Depressionen führen.

Das war eine kurze Übersicht der häufigsten Folgen von Übergewicht und Adipositas. Die Liste ließe sich leider noch deutlich verlängern. So könnten dort auch Gicht, Schlaganfälle, Fettstoffwechselstörungen, Atemaussetzer, Gallenseine sowie Unfruchtbarkeit und Potenzstörungen mit genannt werden.

Fitness ist gut, schlank sein ist besser

Die eigene körperliche Fitness ist ein wesentlicher Baustein für unsere Gesundheit und ein in Folge langes aktives Leben. Die sich daraus ergebenden positiven Effekte sollte sich entsprechend jeder zu Nutze machen. Allerdings ist Fitness nicht der alleinige Faktor. Jedes überflüssige Kilo auf den Rippen zehrt an den sich durch sportliche Betätigung und Bewegung erarbeiteten positiven Effekten.

Fitness Übergewicht

Fitness ist wichtig für ein gesundes und aktives Leben, aber eben nicht alles.

Ziel sollte es deshalb immer sein, einen aktiven Lebenswandel zu pflegen UND auf sein Gewicht zu achten. Am besten erreicht man sein Wohlfühlgewicht durch eine ausgewogene, gemüsereiche Ernährung und viel Bewegung. Es können somit direkt beide Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden.

Langfristiger Gewichtsverlust ist nur sehr selten durch Crash-Diäten zu erreichen. Die sehr schnelle Gewichtsabnahme bringt unseren Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht und führt so häufig zum Gegenteil des eigentlich geplanten Ziels. Nach der Diät ist das Gewicht deshalb oft höher als zuvor. Besser bekannt als JoJo-Effekt.

Für das Abnehmen sollte man sich deshalb ausreichend Zeit lassen und langfristig und kontinuierlich sein Ziel erreichen. So bleibt man glücklich und zufrieden und kann ohne zu viel Druck an seinem Wunschgewicht arbeiten. Man sollte nicht versuchen 14 Kilo in 6 Wochen abzunehmen. Der Verlust von einem Kilo im Monat bedeutet ebenfalls 12 Kilo weniger pro Jahr… und diese 12 Kilo sind dafür von Dauer!

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  • David sagt:

    Das Fitness alleine gesund macht und man trotzdem das ganze ungesunde Zeugs in sich reinschaufelt ist wirklich ein Trugschluss.
    Man merkt das auch in den ersten Wochen einer Diät wenn der Körper die im Fett gespeicherten Gifte abbaut. Und spätestens da sollte einem bewusst werden das gesunde Ernährung wirklich wichtig ist.

  • Abnehmen24 sagt:

    Wer wirklich langfristig & effektiv abnehmen möchte, der muss sich sowohl gesund ernähren, sowie genügend Sport treiben. Die richtige Ernährung wie hier oft unterschätzt, wie ich finde.
    Alleine wenn man seine Mahlzeiten so zubereitet, dass man pro Tag viel weniger Kalorien zu sich nimmt, wird man auf Dauer schon abnehmen.
    Und durch regelmäßigen Sport, kann man ebenso nicht nur abnehmen und fit werden, sondern auch seine eigene Gesundheit steigern.

    Lg

    • Liebes Team von Abnehmen24,
      leider muss ich euch kurz was dazu sagen.
      „Alleine wenn man seine Mahlzeiten so zubereitet, dass man pro Tag viel weniger Kalorien zu sich nimmt, wird man auf Dauer schon abnehmen.“
      Diese Aussage möchte ich nicht unkommentiert stehen lassen. Wer auf Dauer mit den Kalorien weit unter seinem Bedarf bleibt, ist ein perfektes Opfer des Jojo-Effekts. Der Körper gewöhnt sich an die niedrige Kalorienzufuhr und wer anschließend wieder „normal“ isst wird unweigerlich zunehmen. Klar kann ich nur abnehmen wenn ich weniger esse als ich verbrauche, allerdings sollte man vorsichtig weniger essen und sich lieber dauerhaft nur knapp unter seinen Kalorienbedarf legen. Damit nimmt man vielleicht nicht so schnell ab, gewinnt aber auf Dauer mehr!
      LG

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