Verbraucherschutzzentrale verklagt "Klosterfrau" Hersteller

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Die deutschen Verbraucherschutzzentralen, die es in jedem Bundesland gibt, haben viel zu tun. Permanent kontrollieren sie Geschäftspraktiken, Werbe-Versprechungen und Fairness von Unternehmen. Oft geht es um das Geld der Kunden, manchmal aber auch um die Gesundheit.

Deshalb verklagt nun die Verbraucherschutzzentrale Sachsen die MCM Klosterfrau Vertriebsgesellschaft mbH, deren Marken “Klosterfrau” oder “neo-angin” in fast jeder Drogerie und Apotheke erhältlich sind. Im Fadenkreuz stehen Magnesium-Tabletten, die unter der Bezeichnung “taxofit Magnesium 600 Forte“ vertrieben werden. “Fit” suggeriert Gesundheit, aber laut der Verbraucherschutzzentrale ist die auf der Packung empfohlene Tagesdosis mit 600mg zu hoch. Und zwar so sehr, dass sie gesundheitliche Beschwerden wie Durchfall oder Müdigkeit hervorrufen kann. Außerdem kann die Aufnahme anderer wichtiger Stoffe wie Kalzium und Eisen gehemmt werden. Selbst empfehlen sie 250mg, unter Berufung auf medizinische Studien.

Nahrungsergänzungsmittel sind umstritten, auch wir haben schon Position bezogen. Es gibt nach wie vor keine medizinischen Beweise, dass zusätzliches Magnesium die Gesundheit fördert. Auch die verbreitete Vorstellung, dass Magnesium-Tabletten Muskelkrämpfe bei Sportlern reduzieren, ist überhaupt nicht belegt.

Und tatsächlich, bei überzogenen Gesundheitsversprechen hat das Pharmaunternehmen bereits eingelenkt und eine Unterlassungserklärung unterzeichnet.
Aber die Dosis wird nun wohl vor Gericht ausgefochten.

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