Deutscher Nachhaltigkeitspreis für GEPA und TPI?

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Zum zweiten Mal wird in Deutschland ein deutsches Unternehmen mit dem deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Im Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wird der Preis an Bewerber verliehen die sich besonders vorbildlich für die Agenda 2030 einsetzen. Unter den Top 3 für die Kategorie „Globale Unternehmenspartnerschaften“ befindet sich „GEPA – The Fair Trade Company“ gemeinsam mit ihrem Partner „Tea Promoters India“ (TPI).

Platz unter den Top drei schon sicher

Seit nun dreißig Jahren kooperieren die beiden Unternehmen und leisten Pionierarbeit in Sachen Fair Trade und Bio-Anbau von Darjeeling. Laut Jury hat „[d]ie Zusammenarbeit […] Modell-Charakter und trägt maßgeblich mit dazu bei, den Fairen Handel aus der Nische weiter zu etablieren.“ Durch diese erfolgreiche Zusammenarbeit ist 56 Prozent des Tee-Anbaus in Darjeeling inzwischen biologisch. Zudem hat GEPA und TPI mit Unterstützung des Anbauverbandes Naturland die Plantage Samabeong als einen der ersten bio-zertifizierten Teegärten in Darjeeling aufgebaut. Dieser Leistung gebührt Anerkennung und sollten sie nicht den ersten Platz belegen, so ist der GEPA dennoch die Auszeichnung „Top 3“ bereits sicher. Die Gewinner werden am 22. November 2019 beim „Deutschen Nachhaltigkeitstag“ in Düsseldorf bekannt gegeben.

Was machen GEPA und TPI?

TPI zeichnet sich als Vorreiter bei Mitbestimmung und Frauenförderung aus. Die Teearbeiter und PflückerInnen waren von Anfang an im gemeinsamen Komitee mit dem Management vertreten und entschieden über die Sozialmaßnahmen mit. Frauen werden besonders gefördert, was in Darjeeling leider noch eine absolute Seltenheit ist. Der gebaute Teegarten wird so zum Beispiel von einer Managerin geführt. Aber auch Familien werden gefördert: jede Mitarbeiterfamilie erhält eine Kuh mit der eine gewisse Milchversorgung gewährleistet ist. Der dabei entstehende Dung kann für die eigene Bestellung der Gemüsegärten genutzt werden oder an TPI verkauft werden. So entsteht für die Familien eine gewisse Unabhängigkeit und/oder eine weiter Einkommensquelle. Des weiteren zahlt TPI den PflückerInnen die staatlich festgelegten Löhne nicht nur während der Erntezeit, sondern ganzjährig, was keine Selbstverständlichkeit in Darjeeling ist. Und zu guter Letzt zahlt TPI auch in Rentenfonds ein.

GEPA und TPI geben auch den Kindern in Indien neue Perspektiven. 1993 bauten sie in Samabeong eine Grund- und Sekundarschule auf, die seit 2015 in staatlicher Hand ist. TPI vergibt Stipendien an Hochbegabte. Seit diesen Maßnahmen ist die Alphabetisierungsrate in der Region stark gestiegen. Allgemein wird die Region dadurch gestärkt dass TPI Schulungen anbietet, zum Beispiel im Bio-Anbau, oder Workshops zu Hygiene und Gesundheitsfürsorge gibt. Der Landflucht wird über Ökotourismus und dadurch entstehende Arbeitsplätze vorgebeugt, jegliche Erlöse fließen in Solarbeleuchtung, Haus- und Straßenbau. So kann der TPI-Geschäftsführer mit Stolz sagen: „ Die Auswirkungen, die der Teegarten auf die Menschen hier und die ganze Region hat, sind enorm – und das ist die wahre Erfolgsgeschichte des Fairen Handels zwischen GEPA und TPI. In all diesen Jahren konnten wir immer mehr Menschen in der abgelegenen Gegend um den Himalaya erreichen und Zugang zum Markt ermöglichen. Das Erste, was sie aufbauen wollten, war eine Schule – inzwischen gibt es SchülerInnen aus Sambeong, die sich einen Doktortitel erarbeitet haben.“ Der GEPA-Geschäftsführer ergänzt: „Von TeepflückerInnen im Süden über die Abfüllung hierzulande in einer Werkstatt für behinderte Menschen bis zu engagierten VerbraucherInnen – über Fairen Handel von Partnern auf Augenhöhe werden sie Teil einer weltweiten transparenten Wertschöpfungskette.“

Die GEPA ist seit über vierzig Jahren Fair-Trade-Pionier für Transparenz und Glaubwürdigkeit und auch die größte europäische Fair Handelsorganisation mit Genossenschaften und sozial engagierten Privatbetrieben aus Lateinamerika, Afrika, Asien und Europa. Hinter GEPA stehen MISEREOR, Brot für die Welt, die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“. GEPA wurde mehrfach für ihre Verdienste um den Fairen Handel und die Nachhaltigkeit ausgezeichnet, unter anderem 2014 als „Deutschlands nachhaltigste Marke“ und war unter den Top 3 der nachhaltigsten Kleinunternehmen (bis 499 Mitarbeiter). „Pionier zu sein bedeutet für uns, als Vorreiter immer wieder mit dem besten Beispiel nach vorne zu gehen.“, so der GEPA-Geschäftsführer. Dieser Geist sollte unterstützt werden und ist den Verbrauchern in jeder Hinsicht möglich, denn die GEPA Waren stehen nicht mehr nur in kleinen Dritte Welt Läden, sondern werden inzwischen in vielen Supermärkten und in allen Biomärkten angeboten. Ich, als passionierte Teetrinkerin kann nur sagen: es lohnt sich, die Tees schmecken wirklich außergewöhnlich gut!

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