Trinken wir bald alle Fairtrade-Tee?

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In den vergangen Jahren hat der Umsatz mit fair gehandeltem Tee deutlich zugenommen. Fair gehandelter Tee wird entsprechend in Deutschland immer beliebter. Der Umsatz mit fair gehandelten Tee stieg von 8,67 Millionen Euro im Jahr 2011 auf 16,7 Millionen im Jahr 2016 um satte 93 Prozent an. Insgesamt liegt der wirtschaftliche Anteil von Tees mit Fairtrade-Siegel bisher nur bei 3 Prozent. Der gesamte Fairtrade-Markt beziffert sich aber alleine in Deutschland bereits mit rund 1,2 Milliarden Euro.

Was bedeutet Fairtrade?

Bio-Produkte sind schon lange auf dem Vormarsch. Schließlich tun sich Verbraucher damit selbst etwas Gutes, denn Bio-Artikel sind in der Regel deutlich weniger mit Pestiziden und Co. belastet. Häufig gehen Bio und Fairtrade Hand in Hand. Denn Fairtrade verlangt den Ausschluss von Gentechnik, schränkt den Einsatz von Pestiziden stark ein und für den ökologischen Anbau gibt es eine Extra-Prämie. Geringere Pestizidbelastung auf den Feldern heißt auch weniger Kontakt mit Chemikalien für die Arbeiter. Damit hören aber die als „fair“ geltenden Arbeitsbedingungen nicht auf. Formelle Arbeitsverhältnisse und Arbeitsschutzmaßnahmen sind Pflicht, gerechte Löhne, die sich am Mindestlohn orientieren, selbstverständlich. Grundsätzlich ist der Preis, den die Erzeuger in den Produktionsländern erhalten abhängig von der Qualität, der Herkunft und den Verarbeitungsmethoden des Rohstoffes. Dank Fairtrade erhalten die Arbeiter und Produzenten aber einen Aufschlag, der ihnen höhere Löhne als in nicht-fairtrade-zertifizierten Betrieben sichert. Fairtrade-Prämien werden den Arbeiterkooperativen oder Arbeitervertretungen vor Ort bezahlt und von diesen dann für gemeinnützige Zwecke verwendet. Ein weiteres Kriterium für ein Fairtrade-Zertifikat ist das Verbot von Diskriminierung am Arbeitsplatz und Zwangs- oder Kinderarbeit.

Welche Fairtrade-Siegel für Tee gibt es?

Generell lassen die Bestimmungen des internationalen Fairtraide-Siegels, wie „faire“ Löhne, einen relativ hohen Ermessensspielraum. Auch garantiert das Siegel nicht automatisch eine Rückverfolgbarkeit des Artikels zum Produktionsort. Das GEPA-Siegel gehört da zu den strengeren Fairtrade-Zertifikaten. Die selbstausgewiesene „Fair Trade Company“ betreibt aktiv Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit für den fairen Handel und ist außerdem Mitglied in der FLO und WFTO, bei denen sehr strenge Auflagen für die Beschäftigungsverhältnisse der Arbeiter gelten. Beispielsweise liegt das Mindestalter für Angestellter in den Kooperationsbetrieben der WFTO bei 17 Jahren, bei der FLO sind es 15 Jahre. Die GEPA setzt sich außerdem für physische Rückverfolgbarkeit ihrer Produkte ein. Das heißt sie stammen zu 100 Prozent aus fairem Handel. Das Siegel des Non-Profit-Unternehmens El Puente steht für enge Zusammenarbeit mit Kooperativen aus Kleinbauern. Auch El Puente arbeitet nach den Standards der WFTO. Schon dem Namen nach auf Tee spezialisiert sind die Teealternative und die Teekampagne. Sie vermarkten ausschließlich Bio-Tees und auch jeweils nur eine Sorte: Die Teealternative Assam und die Teekampagne Darjeeling, um so die jeweilige Region besonders unterstützen zu können. Sie beziehen die Tees direkt ohne Mittelsmänner von ihren größtenteils FLO-zertifizierten Partner-Plantagen und können ihre Tees so zu relativ günstigen Preisen anbieten.

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