Immer mehr Ausbrüche von Lebensmittelerkrankungen

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Im Jahr 2016 ist die Zahl an lebensmittelbedingten Erkrankungen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: 2.500 Fälle wurden registriert, das sind etwa 440 mehr. Außerdem starben vier Menschen.
Das Robert-Koch-Institut und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit haben die Zahlen zusammen getragen, die Krankheitsfälle sind meldepflichtig. Für 2017 liegen jetzt noch keine Daten vor, weil der Auswertungsprozess Zeit braucht.

Die Details zeigen eindeutige Zusammenhänge

Der häufigste Auslöser für die Erkrankungen ist tatsächlich Rohmilch. Die Milch im Supermarkt ist bereits pasteurisiert, also stark erhitzt worden, was Keime abtötet. Wenn man Rohmilch beim Bauern direkt oder an einer so genannten Milchtankstelle erwirbt, muss man sie danach selbst abkochen – was offensichtlich immer wieder Leute vergessen oder für unnötig halten. Obwohl deutlich darauf hingewiesen wird. Wenn sich dann Bakterien vermehren und die Verbraucher erkranken, bleibt es meist in einem kleinen Rahmen, der Familie etwa. Die „Ausbrüche“ sind also oft sehr begrenzt, es passiert aber recht häufig.

Anders bei Noroviren: Mit ihnen belastete Nahrung gelangt oft über Kantinen oder Restaurants an eine deutlich größere Gruppe, deshalb entstehen hier schnell größere Epidemien. Die Zahlen waren schon mal deutlich höher. Erinnern wir uns an den Noroviren-Ausbruch im Jahr 2012, der Brechdurchfall bei knapp 11.000 Menschen verursachte; oder die EHEC-Epidemie 2011, als etwa 3800 Menschen durch kontaminierte Sprossen erkrankten und 53 (!) starben. Aber natürlich ist jeder Fall einer zu viel.

Wie sollen wir also darauf reagieren?

Hier sind nur Ausbrüche erfasst, keine Einzelerkrankungen. Bei denen wird die Ursache auch häufig nicht gefunden. Deshalb erkranken natürlich deutlich mehr Menschen einzeln an Infektionen durch kontaminierte Lebensmittel. 2016 waren das beispielsweise 84.500 Norovirus-Fälle mit 22 Todesfällen und knapp 13.000 Salmonellen-Infektionen mit 18 Todesfällen. Die Dunkelziffern liegen sicher deutlich höher, da nicht alle Betroffenen zum Arzt gehen, manchmal wird auch falsch diagnostiziert.

In Kantinen und Restaurants haben wir die Hygienebedingungen natürlich nicht selbst in der Hand. Hier sind die Anbieter in der Pflicht. Aber zuhause sind wir verantwortlich – und die Zahlen belegen, dass wir die Folgen von mangelnder Hygiene unterschätzen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat die wichtigsten Regeln gut zusammengefasst.

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