Die Welt verfettet immer mehr

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Wir sehen tagtäglich diese jungen attraktiven, gut durchtrainierten Menschen von Plakaten auf uns herabblicken. Auch aus dem Fernseher scheinen sie einen direkt zu verhöhnen, indem sie die nächste 3-Monats-Challenge zur Traumfigur anpreisen. Die Realität hat mit diesen Werbegesichtern allerdings nicht viel zu tun.

Nie war die Weltbevölkerung so dick wie heute. Jeder dritte Erdenbürger ist übergewichtig. Diese Wahrheit zeigt uns die Ergebnisse einer Studie des Magazins Lancet. Es sind die Kinder, die besonders unter dieser Entwicklung leiden. Wir Erwachsenen werden zwar ebenfalls immer dicker, aber die Treiber zur Übergewichtigkeit der Menschheit sind unsere Kinder. Sie werden bereits von jungen Jahren an auf dick getrimmt und haben somit ihr ganzen Leben damit zu Kämpfen die Pfunde wieder loszuwerden.

Wer wird denn immer dicker?

Es sind inzwischen bettelarme Inselstaaten wie Nauru und die Cook Islands, welche das traurige Ranking der Übergewichtigen anführen. Als erstes Nicht-Entwicklungsland kommt dann auf Platz acht die USA, wir Deutschen reihen und ans Ende des ersten Drittels der Dicken auf Platz 43 ein.

Warum werden wir immer dicker? War es früher nicht der Hunger, der die Welt beunruhigte? Die Zeiten des Hungers neigen sich dem Ende zu, da haben wir in den letzten Jahren glücklicherweise einiges erreicht. Das neue Problem reiht sich aber nahtlos an. Ungesundes, zu fettiges und zu süßes Essen ist im Vergleich sehr günstig herzustellen. Dagegen ist die gesunde, hippe und vegane Bio-Kost für einen Großteil der Menschheit nicht erschwinglich. Insbesondere arme Menschen verfallen entsprechend dem Trend zur ungesunden Ernährung.

Wer ist schuld?

Diesen Umstand nutzen große Lebensmittel-Konzerne, um ihr billiges Massenfutter, das eher für die Mast als für die menschliche Ernährung geeignet zu sein scheint, über die Welt zu ergießen. Insbesondere global agierende Getränkehersteller haben einen nicht zu leugnenden Einfluss auf die Verfettung der Welt. Deshalb gehen immer mehr Länder den Weg ungesunde und viel zu süße Getränke zu besteuern. Denn wer die zukünftige Generation schon in ein krankes Leben stürzt, der soll auch dafür bezahlen.

Unsere Gesundheitssysteme bezahlen bereits heute deutlich mehr Geld für die Folgebehandlungen ungesunder Ernährung, als weltweit für die Bekämpfung von Hunger ausgeben wird. Diese Kosten sollten auch den Verursachern wieder angelastet werden. Besser noch, wir lassen es gar nicht so weit kommen.

Wenn jetzt wieder die Aussage des vollmündigen, selbst entscheidungsfähigen Bürgers entgegengebracht wird, „es kann doch jeder selbst entscheiden was er isst und trinkt“ dann bitte ich doch einmal auf die Straße zu gehen und sich einen gemütlichen Vormittag im McDonalds oder auch nur im lokalen Getränkemarkt einzurichten. Im Idealfall paart man das mit einem Fernsehabend, an dem gezielt Werbung konsumiert wird – vielleicht mit ein paar Chips und leckerer Cola. Es wird nämlich wirklich alles nur erdenkliche unternommen den Menschen mehr, süßere und ungesündere Lebensmittel anzudrehen. Mal schauen, ob sie selbst widerstehen können. Wer weder die Cola noch die Chips anrührt, der kann dem wirklich widerstehen, die meisten werden aber daran scheitern.

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2 Kommentare


  1. Schöner Beitrag.
    Mir kommt es so vor, als würde die Grätsche zwischen Fettleibigkeit und Magersucht immer größer werden.
    Entweder gibt es Menschen, die ein Bewusstsein für Essen und Nahrung haben oder eben nicht.
    Deswegen finde ich es schön, dass es immer mehr Aufklärungsarbeit in diesem Bereich gibt und die Leute wachgerüttelt werden. Das ist ja immerhin der erste Schritt. Wie die Leute sich dann weiter Verhalten müssen diese dann selbst entscheiden.


    1. Vielen Dank Stefan,
      in meinen Augen gibt es nur zwei Wege, entweder wir fangen an zu verbieten und zu sanktionieren, oder aber wir stecken viel mehr Energie in die Aufklärung. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Einerseits muss es eine Mindestqualität für Lebensmittel geben, was auch maximale Kalorienmengen beinhaltet, andererseits muss den Konsumenten einfach und transparent aufgezeigt werden, was sie gerade essen. Leider kann man das heute nicht mehr so einfach erkennen. Kinder und Jugendliche müssen frühzeitig für gesunde Ernährung sensibilisiert werden… Fakt ist, da liegt noch viel Arbeit vor uns.

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