Künstliches Fleisch: Ab 2022 am Markt

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Als weltweit erstes Unternehmen stellt ein israelisches Start-up künstliches Fleisch industriell her: Es produziert bereits 5.000 Burger am Tag und hat dadurch bereits eine neue Preisgrenze geknackt. Ab 2022 will es künstliche Fleischprodukte in Amerika verkaufen.

5.000 künstliche Fleisch-Burger am Tag

Das israelische Start-up Future Meat Technologies hat ein großes Ziel, der Slogan auf der Website macht das klar: „Kultiviertes Fleisch auf den Tisch bringen“. Bisher wurde künstliches Fleisch in Laboren gezüchtet, das Start-up macht das jetzt im großen Stil in einer Fabrik: 5.000 Burger am Tag oder umgerechnet 500 Kilo Fleisch kann es in der israelischen Stadt Rechovot produzieren. Das entspricht einer Menge an Fleisch, für die man sonst 30 Kühe schlachten müsste.

Der CEO des Start-up, Rom Kshuk, sagte: „Die Eröffnung dieses Standorts ist ein gewaltiger Schritt auf dem Weg zur Marktreife von Future Meat Technologies und dient als entscheidender Wegbereiter, um unsere Produkte bis 2022 in die Regale zu bringen.“ Bisher stellt das Unternehmen Schinken, Hühnchen und Lamm in Bioreaktoren her, ab nächstem Jahr will das Unternehmen seine Produkte in Amerika auf den Markt bringen. Bereits 2018 hat die amerikanische Regierung beschlossen, dass künstliches Fleisch auf den Markt kommen darf.

Künstliches Fleisch ist auf dem Weg zur Markteinführung

In der Branche tut sich gerade einiges: Nachdem bisher nur künstliches Fleisch hergestellt wurde, das aussah wie eine rote Pampe, die an zerstampftes Hackfleisch erinnert, gelang es 2019 Forschern der Harvard Universität Fleisch zu züchten, das fast aussieht wie echtes Fleisch – also die komplexe Faserstruktur eines Steaks hat. Letztes Jahr bekam ein Start-up die Erlaubnis, künstliches Fleisch in einem Restaurant in Singapur zu verkaufen. Und nun berichtet das israelische Start-up, künstliches Fleisch nicht nur im großen Stil herzustellen, sondern auch eine neue Preisgrenze geknackt zu haben: 100 Gramm künstliche Hühnerbrust kosten dem Unternehmen zufolge 4 Dollar – als der erste künstliche Burger gezüchtet wurde, kostete das 2013 noch 250.000 Euro.

Dazu sagte der Unternehmensgründer Yaakov Nahmias: „Nachdem wir gezeigt haben, dass kultiviertes Fleisch schneller als vom Markt erwartet eine Kostenparität erreichen kann, ist diese Produktionsanlage der wahre Wendepunkt. Unser Ziel ist es, kultiviertes Fleisch für alle bezahlbar zu machen und gleichzeitig sicherzustellen, dass wir köstliche Lebensmittel produzieren, die sowohl gesund als auch nachhaltig sind, um die Zukunft der kommenden Generationen zu sichern.“

20-mal so schnell wie konventionelle Tierzucht – und 99 Prozent weniger Land

Future Meat Technologies kann eigenen Angaben zufolge Fleisch 20-mal so schnell herstellen wie in der konventionellen Tierzucht. Das Unternehmen betont seine Nachhaltigkeit: Es benötige 99 Prozent weniger Land, stoße 80 Prozent weniger Treibhausgase aus und verbrauche 96 Prozent weniger Frischwasser als in der gewöhnlichen Fleischproduktion.

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