Oxford-Studie: Die Zuckersteuer wirkt

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Wenn stark gezuckerte Getränke besteuert werden, trinken Verbraucher weniger Zucker. Das zeigt eine Studie der renommierten Universität Oxford zur britischen Zuckersteuer – es ist nicht die Erste, die zu diesem Ergebnis kommt.

Weniger Zucker dank Zuckersteuer

Wer einem Getränk mehr als 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter zusetzt, der muss eine Strafe zahlen. Je mehr Zucker enthalten ist, desto teuer wird es für den Hersteller. So funktioniert die britische Zuckersteuer; das sie wirkt, zeigt eine Studie der renommierten Universität Oxford: 2015 enthielten Erfrischungsgetränke in Großbritannien noch 4,6 Gramm Zucker pro 100 Milliliter; nach der Einführung der Zuckersteuer 2018 waren es nur noch 2,9 Gramm pro 100 Milliliter. Im Schnitt konsumierte 2018 folglich jeder Brite täglich 30 Prozent weniger Zucker durch Erfrischungsgetränke, was 4,6 Gramm entspricht.

Der Absatz von mittelstark und stark gezuckerten Getränke ist um 50 Prozent zurückgegangen; der Verkauf von Wasser sowie zuckerfreien und zuckerarmen Getränken, für die keine Zuckersteuer anfällt, stieg dagegen um 40 Prozent an.

Foodwatch fordert Zuckersteuer auch in Deutschland

In Großbritannien konnten die positiven Auswirkungen einer Zuckersteuer belegt werden und auch eine Studie zur mexikanischen Zuckersteuer kam zu einem ähnlichen Ergebnis. In Deutschland setzt die Ernährungsministerin Julia Klöckner auf freiwillige Vereinbarungen mit der Industrie. Die Verbraucherschützer von Foodwatch bezeichneten diese als „Kuschelkurs“, in einer Marktstudie wiesen sie nach, dass in Deutschland trotz Versprechen der Hersteller mehr als jedes zweite Erfrischungsgetränk überzuckert ist (also zu mehr als fünf Prozent aus Zucker besteht). So enthält eine Fanta in Deutschland doppelt so viel Zucker wie in Großbritannien. „Die Limo-Steuer in Großbritannien hat zu einem Zuckersturz im Getränke-Regal geführt. In Deutschland hingegen reiht sich noch immer Zuckerbombe an Zuckerbombe“, kritisierte Luise Molling von Foodwatch.

Um etwas gegen Fehlernährung, Fettleibigkeit und Diabetes zu unternehmen, müsse Deutschland wie unter anderem Mexiko, Portugal und Frankreich eine Zuckersteuer einführen, fordert Foodwatch. Dafür sollen Obst und Gemüse von der Mehrwertsteuer befreit werden.

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