foodwatch kritisiert Warnsystem der Bundesregierung

Der Fipronil-Skandal ist noch nicht abgeklungen, aber ein erstes Fazit hat die unabhängige Organisation foodwatch schon gezogen: Sie kritisiert die Informationspolitik der Regierungsbehörden stark. Risiken würden verharmlost, Warnungen kämen viel zu spät, die Aufklärung sei fehlerhaft.

Im Falle der Fipronil-Eier konnten wir tatsächlich beobachten, wie nach Entwarnungen immer wieder neue belastete Chargen auftauchten und der Skandal immer größere Bahnen zog – auch jetzt ist das Ausmaß nicht abzusehen, täglich lesen wir neue Meldungen zum Thema.

Warum werden solche Risiken verharmlost? Warum funktioniert das Informationssystem so schlecht? Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit betreibt seit 2011 mit den Bundesländern zusammen das Portal lebensmittelwarnung.de – hier werden Rückrufe und Warnungen veröffentlicht, hier können wir als Verbraucher uns über belastete Lebensmittel informieren. Tun wir auch – und gegen die veröffentlichten Meldungen ist nichts einzuwenden, die sind korrekt.

Aber: Leider unvollständig und stark verzögert, sagt foodwatch. Die Organisation hat nun eine ausführliche Analyse veröffentlicht, in der sie transparent und gut nachvollziehbar das Warnsystem untersucht hat. Das Ergebnis ist vernichtend – es dauert viel zu lange, bis einige Meldungen die Verbraucher erreichen, und relevante Informationen fehlen. Fast jede zweite Warnung kommt zu spät.

Es gäbe auch zu viel Spielraum, wann überhaupt eine öffentliche Rückrufaktion gestartet werden muss. Die Fehler im Fipronil-Skandal seien nur beispielhaft für viele Fälle.

Was wir selbst beobachtet haben: Oft tauchten sowohl exakte Produktionsnummern als auch wichtige Hintergrundinformationen zuerst in den Tagesmedien auf, bis sie deutlich später auf lebensmittelwarnung.de veröffentlicht wurden. Foodwatch sagt nun, dass die Informationswege innerhalb der Behörden zu lang und sehr fehleranfällig sind, die Regeln ungenau. Und es würden gar nicht alle vorhandenen Social-Media-Kanäle genutzt, die zur Verfügung stehen.

Wer Transparenz fordert, sollte natürlich mit gutem Beispiel vorangehen: der Bericht inklusive Analyse und Verbesserungsvorschlägen ist hier für alle nachzulesen. Kritik geht nicht nur an die Behörden, sondern auch an den Handel. Wer möchte, kann sich hier der aktuellen Protestaktion anschließen und eine bessere Informationspolitik einfordern.

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