Das Geheimnis des Eierpreises

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Zum heutigen Welt-Ei-Tag: Meine Generation weiß es nicht mehr, meine Eltern ebenso wenig, eventuell meine Großeltern. Was hat 1950 ein Ei gekostet? Die Antwort ist eine ganz einfache: Das selbe wie heute! Wie geht das?

Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat sich am Eierpreis nichts mehr getan. Seit über 60 Jahren ist der Eierpreis konstant. Umgerechnet kostete im Jahr 1950 das Ei im Durchschnitt 11,2 Cent. Der Durchschnittspreis für Eier im Jahr 2015 hat sich dahingehend nur wenig geändert, er betrug 10,8 Cent. Alles ist in den letzten 65 Jahren teurer geworden, das Ei sogar günstiger. Allein die Inflation müsste einen Preisanstieg mit sich gebracht haben. Warum ist das beim Ei aber nicht so?

Wir sind dem Geheimnis des ewig selben Eierpreises ein wenig auf die Spur gegangen. Es kann ja nicht sein, dass sämtliche Wirtschaftlichen Phänomene einen großen Bogen um das Ei machen und die ganze Welt teurer wird, nur das Ei bleibt gleich. Im Verhältnis zu unserem Einkommen können wir uns heute nämlich etwa 6 mal so viele Eier leisten wie unsere Großeltern. Wir bezahlen ja immer noch den selben Preis wie sie damals – trotz gestiegenen Einkommen.

Bis in die 1980er Jahre gab es keinen freien Markt für Eier. Die Preise kamen allesamt aus Brüssel und waren reguliert und damit auch stabil. Nachdem die Regulierung allerdings fallen gelassen worden ist, hätte sich jedoch einiges tun am Preis müssen. Tat es aber nicht.

Die Antwort liegt unter anderem in der Produktion. Was früher ein keiner Hühnerstall war ist heute eine große Mastanlage. Wir essen inzwischen jährlich fast 13 Milliarden Eier allein in Deutschland, die müssen ja irgendwo her kommen. Genaugenommen kommen sie aus Hochleistungshühnern.

Ähnlich wie bei Kühen hat die Zucht auch bei den Legehennen nicht Halt gemacht. Die „Produktionsleistung“ eines Huhnes ist entscheidend geworden. 1950 war das Huhn mit einer durchschnittlichen Leistung von 120 Eiern pro Jahr noch relativ gemütlich. Jeden dritten Tag legte eine Henne ein Ei. Inzwischen ist dies jedoch deutlich zu wenig. Wer am Weltmarkt für Eier überleben möchte, der braucht Hochleistungshühner. Sie legen fast jeden Tag ein Ei. Im Durchschnitt sind das im Jahr 2015 genau 293 Eier pro Huhn.

Wer Tiere als reines Massengut sieht, der schafft es allen wirtschaftlichen Faktoren zum Trotz den Eierpreis auf dem Niveau von 1950 zu halten. Wäre es wirklich so schlimm, wenn wir ein paar Cent mehr als unsere Großeltern in ihren Jugendtagen für ein Ei bezahlen würden?

Vielleicht könnten wir uns den einen oder anderen Lebensmittelskandal ja dann sparen. Denn unterm Strich würden wir nicht nur den Hühnern, sondern auch uns Menschen einen großen Gefallen tun.

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