Majoran Anbau – aussäen, pflanzen und ernten

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Majoran gehört wie sein naher Verwandter, der Oregano, zur Pflanzengattung Dost (Origanum) und ist eines der beliebtesten Kräuter für deftige Gerichte. Zudem hilft Majoran auch bei Blähungen, Durchfall und Koliken, da er beruhigend und krampflösend wirkt. Der Majoran Anbau ist sehr einfach und im Garten wie auf dem Balkon möglich. Mit ein paar Tipps zum richtigen Anbau und der richtigen Pflege entwickelt Majoran einen sehr intensiven Geschmack und lässt sich nach dem Ernten noch für viele Monate und Jahre hervorragend lagern.

Unterschied zwischen Majoran und Oregano

Obwohl die beiden Kräuter nah verwandt sind, lassen sie sich geschmacklich und optisch gut unterscheiden. Majoran hat glatte, unbehaarte Blätter und wird durch sein würziges Aroma gern als Gewürz für Eintöpfe, Fleisch- und Wurstgerichte verwendet. Zudem ist er sehr frostempfindlich und nicht für den Anbau in kalten Regionen geeignet. Deshalb wird er in unseren Graden meist nur einjährig angebaut.

Oregano hingegen hat leicht behaarte und etwas kleinere Blätter als Majoran. Er schmeckt eher herb und ist vor allem in der italienischen Küche sehr beliebt, wo man ihn auch als Pizzakraut kennt. Oregano ist weitaus frostbeständiger als sein Verwandter und hält Temperaturen von bis zu 15 Grad minus aus.

Vergleich Oregano Majoran

Im Vergleich zum Majoran sind beim Oregano die kleinen Härchen ganz deutlich zu sehen.

Majoran aussäen und pflanzen

Wer Majoran aussäen oder pflanzen möchte, muss beachten, dass das Kraut viel Wärme und Sonne benötigt, um gut keimen und wachsen zu können. Deshalb sollte man die Samen erst nach den Eisheiligen ab Mitte Mai aussäen, wenn es keinen Frost mehr gibt. Grundsätzlich kann man die Samen auch vorziehen. Dazu werden sie ab März auf einer warmen Fensterbank ausgesät und ab Mai oder Juni ins Freiland umgesiedelt. Alternativ bietet es sich auch an, fertige Kräutertöpfe aus dem Gartencenter zu kaufen und diese direkt ab Mai oder Juni ins Beet zu pflanzen. Majoran benötigt mindestens 18°C, damit die Samen keimen können. Je mehr Sonne er während der Wachstumsphase bekommt, desto intensiver und aromatischer duften die Blätter. Da er sehr ertragreich ist, braucht man für den Anbau nicht viel Platz im Beet. Es reicht ein kleiner Fleck auf lockerem, gut durchlässigem Boden, am besten in vollsonniger Lage. Alle Infos zum richtigen Anbau, Aussäen und Pflanzen im Überblick:

  • Majoran aussäen: Mai bis Juni
  • Majoran pflanzen: Mai bis Juni
  • Standort: sonnig, warm
  • Optimale Keimtemperatur: 18°C
  • Keimzeit: etwa 20 Tage
  • Saattiefe: Majoran ist ein Lichtkeimer, das heißt, die Samen werden nur auf der Erdoberfläche angedrückt und dürfen nicht bedeckt werden.
  • Bodenbeschaffenheit: locker, humos, nicht zu nährstoffreich
  • Majoran als Balkonpflanze: Der Anbau im Blumentopf oder einem Blumenkasten ist überhaupt kein Problem, wenn der Balkon viel Sonne abbekommt.
  • Pflanzabstand: 25 x 15 cm
  • Fruchtfolge: Majoran ist selbstunverträglich, sollte also für 3 bis 4 Jahre nicht mehr an der gleichen Stelle angebaut werden.

Aussaat-Tipp: Da Majoran Samen nicht in die Erde gedrückt werden, ist die Gefahr relativ groß, dass sie durch die Bewässerung weggespült werden. Deshalb besser nicht zu stark angießen, sondern lieber mit einem leichten Wasserstrahl die Samen auf der Erde fixieren.

Pflege – Majoran gießen und düngen

Majoran ist in seiner Pflege äußerst anspruchslos. Da er nicht winterhart ist und in der Regel nur über den Sommer angebaut wird, entfallen auch Pflegemaßnahmen für den Überwinterungsschutz. Was man genau bei der Pflege beachten muss, speziell beim Thema Gießen und Düngen, erklären wir im Folgenden.

  • Majoran düngen: Majoran wächst auf eher mageren Böden und braucht keine hohe Nährstoffzufuhr. Daher reicht es, wenn man den Boden vor dem Aussäen oder Pflanzen einmal mit Kompost vorbereitet. Falls man Majoran dagegen im Topf kultiviert, kann man ihn gelegentlich mit ein wenig Vollnährstoffdünger versorgen. Es gilt: Je mehr Dünger, desto höher das Wachstum und desto weniger intensiv das Aroma.
  • Majoran gießen: Da Majoran aus eher trockenen Gebieten stammt, braucht er keine übermäßige Wasserversorgung. Man sollte ihn regelmäßig gießen, aber auf jeden Fall Staunässe vermeiden, da die Pflanzen sonst schnell eingehen können.
  • Bodenpflege: Der Boden sollte vor dem Aussäen und dem Pflanzen einmal gut gelockert und mit Humus oder Dung aufbereitet werden, um eine ausreichende Nährstoffgrundlage zu liefern. Falls zu viel Unkraut um den Majoran wächst, kann man das Beet vorsichtig durchjäten.
Majoran pflegen

Majoran ist trockenes und warmes Klima gewohnt. Darauf sollte man auch bei der Pflege achten.

Majoran ernten

Etwa zwei bis zweieinhalb Monate nach dem Pflanzen, spätestens jedoch im September, kann man Majoran ernten. Die Pflanze sollte zu diesem Zeitpunkt kräftig gewachsen sein. Um auch die bestmögliche Ausbeute aus aromatischer Sicht zu bekommen, gibt es ein paar Tipps, wann und wie man Majoran ernten sollte.

TIPP – Majoran an einem sonnigen Tag vor der Mittagshitze ernten. Das meiste Aroma haben die Blätter, wenn man Majoran an einem möglichst warmen, sonnigen Tag Ende August bis September erntet, jedoch vor der Mittagshitze.

TIPP – Majoran vor der Blüte ernten. Noch wichtiger als die Tageszeit ist bei Majoran die Entwicklung der Pflanze. Sehr kräftig im Geschmack sind die Blätter, kurz bevor Majoran seine Blüten öffnet. Dieser Zeitpunkt eignet sich besonders gut zum Ernten und Trocknen der Blätter.

TIPP – untere Blätter beim Ernten stehen lassen. Wenn Majoran im Mai gepflanzt wurde, kann man ihn über den Sommer mehrmals ernten, wenn man die unteren Blätter stehen lässt. So kann die Pflanze wieder austreiben und bis September erneut geerntet werden.

Majoran ernten

Wer beim Majoran den unteren Teil bei der Ernte stehen lässt, der hat den ganzen Sommer was davon.

Majoran lagern

Gartenkräuter sind bekanntlich gut zu lagern, da man sie hervorragend trocknen und so lange aufbewahren kann. Es gibt jedoch auch noch andere Möglichkeiten, um Majoran möglichst lange zu lagern.

  • Majoran trocknen: Beim Trocknen verlieren die Blätter leider stark an Aroma, sind aber dafür über Jahre hinweg haltbar. Wichtig ist, die Triebe nicht in der Sonne zu trocknen, da sie so noch mehr Geschmack verlieren. Zum richtigen Trocknen hängt man die Triebe etwa zwei Wochen lang an einem trockenen und luftigen Ort auf. Wenn sie vollkommen trocken sind, werden sie gerebelt und in einem luftdichten und bestenfalls lichtundurchlässigen Behälter gelagert.
  • Majoran einfrieren: Frische Gartenkräuter im Winter kann man sich zaubern, wenn man Majoran einfriert. Dazu werden die Blätter nach dem Ernten kleingehackt und ins Eisfach gelegt. Tipp: Immer nur kleine Portionen einfrieren, damit man nicht alles auf einmal auftauen muss.
  • Majoran einlegen: Wie wäre es mit einem selbstgemachten Kräuteröl? Die frischen Triebe kann man sehr gut in hochwertigem Olivenöl einlegen und dieses zum Salat oder Anbraten verwenden. Wichtig ist nur, dass die Triebe komplett mit Öl umgeben sind, damit sie nicht schimmeln.

Fazit: Majoran Anbau

Majoran ist ein vielseitiges Gartenkraut und sehr einfach in Anbau und Pflege. Das Aussäen und Pflanzen erfolgen nach dem letzten Frost, damit das Kraut über den Sommer optimal wachsen kann. Ab August kann man Majoran ernten und überschüssige Vorräte sehr gut trocknen oder anderweitig lagern. Majoran dient nicht nur als Heilkraut für Magen- und Darmbeschwerden, sondern rundet jede Hausmannskost mit seinem würzigen Aroma hervorragend ab.

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