Naturkosmetik von L‘Oréal? Ein Widerspruch?

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Die Naturkosmetik scheint in der Mitte der Gesellschaft angekommen zu sein. Längst sind das Image von blassen Farben, die nicht halten, und Vorurteile wie „eh nur für Hippies“ überholt. Gerade durch die jüngsten Forschungen bezüglich Mikroplastik und Mineralölen in Kosmetik erfreut sich die Naturkosmetik immer höherer Beliebtheit bei den Kunden. Nun will L‘Oréal ein Stück vom Bio-Kuchen abhaben.

Was ist Naturkosmetik?

Eine Vereinbarung zum Kauf wurde bereits unterschrieben. L‘Oréal wird Logocos kaufen. Logocos? Das ist der Mutterkonzern hinter Marken wie Logona, Sante und Heliotrop, die ein großes Spektrum an Kosmetik anbieten.

Als Naturkosmetik werden kosmetische Produkte bezeichnet die:

  • keine Gentechnik verwenden
  • keiner radioaktiven Bestrahlung ausgesetzt werden
  • einen stark limitierten Einsatz von synthetischen Inhaltsstoffen besitzen
  • keine EDTA-Komplexbildner, Glutaraldehyd, Formaldehyd, Formaldehydabspalter verwenden
  • keine halogenorganischen Verbindungen, also antimikrobielle Konservierungsstoffe verwenden
  • keine synthetischen Fette, Öle, Wachse oder Silikone beinhalten
  • keine Inhaltsstoffe auf Mineralölbasis verwenden
  • keine aromatische Amine (Farbstoffe), Ethanolamine und -derivate (pH-Wert-Stabilisatoren) verwenden
  • und umweltschonend hergestellt und verarbeitet werden

Wie passt das mit L‘Oréal zusammen? Immer wieder stand dieser Konzern wegen Tierversuchen in der Kritik, auch wenn sich die Marke seit langem stark für Alternativen macht. In China gelten nämlich Tierversuche noch als gesetzlich vorgeschrieben, um die Unbedenklichkeit eines kosmetischen Produkts zu beweisen. Außerdem: sobald Inhaltsstoffe unter das Chemikaliengesetz fallen, sind Tierversuche sogar innerhalb der EU und weltweit erlaubt bzw. gesetzlich vorgeschrieben. Das Unternehmen also als tierfreundlich zu bezeichnen ist nicht korrekt. Das gilt aber für alle Unternehmen, die Kosmetik nach gesetzlichen Standards herstellen.

Zudem finden sich gerade bei großen Markenherstellern Substanzen in Pflegeprodukten, die gravierende Auswirkungen auf unser hormonelles System haben. Diese endokrinaktiven Substanzen führten bei Tieren zu Verhaltensauffälligkeiten, Unfruchtbarkeit und Krebs. Die Wirkung auf den Menschen kann entsprechend ähnlich sein.

Hoffnung globaler Umweltschutz durch mehr Naturkosmetik

Aber: es ist eine Strategie von L‘Oréal kleine Unternehmen aufzukaufen und groß und global aufzustellen. Die US-Marke Nyx oder auch The Body Shop sind Beispiele dafür, wobei letzteres 2017 wieder verkauft wurde. Dennoch haben beide Marken durch L‘Oréal ein exponentielles Wachstum hingelegt und führen seitdem kein Nischendasein mehr. Sofern sich Logocos also von L‘Oréal nicht umkrempeln lässt, sie haben sich schon erfolgreich gegen China gewehrt, da dort wie erwähnt Tierversuche vorgeschrieben sind, könnte es ein großer Sprung für die Naturkosmetik auf dem globalen Markt sein.

Es mag einen faden Nachgeschmack haben zu wissen, dass man künftig beim Kauf von Produkten von Sante oder Logona indirekt L‘Oréal unterstützt. Doch möchte ich nicht außer Acht lassen was für ein bedeutender Schritt es für den Umweltschutz ist, dass Naturkosmetik global gefördert wird.

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