Rach deckt auf: Krabben, Schinken und Verbrauchertäuschung

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Gestern lief die erste Folge von Christian Rach´s neuer Sendung: Rach deckt auf. Darin geht er Zuschauerfragen zu Lebensmittellügen nach. Durch seine Popularität versucht er hier zum einen die Zuschauer zu sensibilisieren und zum anderen Schweinereien der Industrie aufzudecken. In der ersten Folge ging es um Krabben aus Indonesien, geklebten Schinken und Verbrauchertäuschung bei Fertiggerichten.

In seiner neuen Sendung „Rach deckt auf“ geht der Sternekoch Lebensmittellügen auf den Grund. Dazu stellt sich Christian Rach verschiedenen Zuschauerfragen zu verschiedenen Themen. Bei seiner Ersten Sendung entlarvte er die Herkunft von vermeidlich regionalen Krabben, das Geheimnis hinter der Schinkenproduktion und wie Verpackungen den Verbraucher täuschen können.

Rach deckt auf: Büsomer Feinkost – Garnelen

Der eine oder andere kennt dieses Produkt vielleicht: Büsomer Feinkost – Garnelen. Die Frage die sich ein Zuschauer hier stellte, ist, kommen die überhaupt aus dieser Gegend? Sonst ist kein Herstellerland weiter auf der Verpackung angegeben, außer ein Hinweis „aus zertifizierter Aquakultur“.

Bei seiner Recherche arbeitet sich Christian Rach immer weiter an die Wahrheit heran. Von Krabbenfischern erfährt er etwa, dass diese Garnelen drei bis vier so groß sind wie normale Nordseekrabben. Hier vermutet man, es handelt sich um Süßwassergarnelen. Der Sternekoch macht darauf hin einen Zertifizierer ausfindig, welcher angibt, diese Garnelen kommen aus Holland. Dort angekommen findet Rach heraus, hier werden diese lediglich verpackt und verkauft, nicht gefischt oder gezüchtet.

Drei Wochen später erhält er eine Antwort auf eine Email, die er zuvor dem Unternehmen geschrieben hatte. Darin wird erklärt, die „Büsomer Feinkost – Garnelen“ kommen aus Indonesien. In Indonesien angekommen findet Christian Rach schreckliche Bedingungen bei der Aufzucht der Garnelen in rießigen Zuchtarealen vor. Mit dem Einsatz von Wachstumsbeschleunigern, Antibiotika und Fischgift werden auf derartigen Zuchtfarmen in völlig verdreckten Wasserbecken die Tierchen gezüchtet. Auf einer Chemiefarm lässt sich der 60fache Ertrag im Vergleich zur traditionellen Aufzucht erwirtschaften. Anstatt 200 kg pro Hektar kommt man hier auf 12 Tonnen.

Der in der Sendung „Rach deckt auf“ gezeigte Betrieb CP Proteinaprima ist nach Auskunft gegenüber Wir Essen Gesund allerdings kein Lieferant für die Marke „Büsomer Feinkost“. Deren Lieferant aus Indonesien ist die Firma CP Pertiwi Bahari, diese wurde aber in der Sendung nicht gezeigt. Über die dortigen Verhältnisse können wir also keine Aussagen treffen. Nach Angaben der Heiploeg Group wurde allerdings dieser Betrieb gewählt, weil er keine derartigen Zuchtbedingungen aufweist. Hier wurde Christian Rach aber kein Zutritt gewährt.

Die vollständige offizielle Darstellung des Sachverhalts der Heiploeg Group gegenüber Wir Essen Gesund findet ihr im Anschluss an diesen Beitrag.

Gezeigt hat sich, dass es sich bei den „Büsomer Feinkost – Garnelen“ nicht um ein regionales Produkt handelt. Egal woher die Krabben sind, es sollte zumindest deutlcih ausgewiesen werden, damit interessierte Verbraucher hier nicht getäuscht werden können.

Egal woher die Garnelen sind, es sollte zumindest deutlich ausgewiesen werden, damit interessierte Verbraucher hier nicht getäuscht werden können.

Rach deckt auf: Schinken aus dem Supermark

Der zweite Fall, dem sich Christian Rach widmet ist eine Zuschauerfrage aus Köln. Warum schaut der Schinken aus, wie er aussieht – rund, eckig, mit Schwarte oder ohne? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen beginnt der Sternekoch seine Recherche auch einem Bauernhof und einer örtlichen Metzgerei um sich in die klassische Schinkenherstellung einweisen zu lassen. Hier wird die Schweinekeule zurecht geschnitten, mit Salzlauge eingesprüht, Aromen zugeführt, danach gegart, gepresst und anschließend gekocht.

In der industriellen Produktion von sogenannten Formschinken werden Schinkenreste mit dem Enzym Transglutaminase einfach zusammengeklebt und so getan, als ob es so gewachsen wäre. Hier wird dieses Enzym mit Wasser vermischt mit den Schinkenresten vermischt und anschließend zusammengepresst. Dieser Prozess ist nach weniger als zwei Stunden abgeschlossen. Selbst die Speckschwarte wird dabei angeklebt und in einer Verbraucherbefragung konnten sehr viele das „Original“ von der „Fälschung“ nicht unterscheiden. Ganz im Gegenteil, oft sieht der Formschinken sogar natürlicher aus als das Qualitätsprodukt.

Laut Gesetz muss Formschinken noch nicht als solcher auf der Verpackung gekennzeichnet werden. Imitate bestehen oft auch nur aus 30% Fleisch. So werden konsequent Kosten gespart. Zudem ist es wohl kaum mehr nachvollziehbar aus welchem Schwein, welcher Schinken besteht, da sehr wahrscheinlich Stücke aus unzähligen Schweinen zu einem Schinken verklebt werden.

Ab Dezember 2014 ist es gesetzlich Pflicht zusammengesetzten Schinken zu kennzeichnen.

Rach deckt auf: Verbrauchertäuschung bei Fertiggerichten

Wer kennt sie nicht, die tollen Fotos auf all diesen Fertiggerichten. Wenn man die Packung allerdings auf macht, sehen die Gerichte eher unappetitlich aus. Wie weit darf die Werbung hier gehen? Die Antwort dazu ist einfach. Die Produkte müssen zumindest theoretisch so aussehen können wie auf der Verpackung gezeigt.

Um das nachzuprüfen tut sich der Sternekoch Christian Rach mit einer Foodstylistin zusammen. Hier werden die Nudeln gewaschen, mit der Pinzette sorgfältig zurechtgerückt und mit Olivenöl bepinselt.

Tatsächlich konnten die beiden in mühevoller Kleinarbeit das Ergebnis von der Verpackung nachbilden. Aber wohl kein Verbraucher wird sich diese Mühe machen. Der Hersteller ist damit aber aus dem Schneider.

Rach deckt auf: Resümee

Prinzipiell sind alle in dieser Sendung von Rach getesteten Produkte essbar, keine Frage. Aber die Verbraucher werden getäuscht. Christian Rach fordert deshalb, die Industrie soll drauf schreiben was drin ist!

Wir Essen Gesund kann diese Sendung nur jedem empfehlen, der sich mit Verbrauchertäuschungen der Industrie auseinandersetzen möchte. Wir werden euch auf jeden Fall auch nächste Woche darüber berichten.

 

In der RTL Sendung “Rach deckt auf”, ausgestrahlt am 24. Juni 2013, wurde ein „Büsumer Feinkost“ Garnelenprodukt besonders betrachtet.
Die Programmgestalter haben dabei zwei Themen herausgestellt, die wir unsererseits gerne näher erläutern möchten:

 

 

Offizielle Stellungnahme der Heiploeg Group

1. Die Verwendung der Marke “Büsumer”

Durch die Verwendung der Marke “Büsumer” sowie des dazugehörigen Bildes von einem Kutter auf See, kann der Eindruck entstehen, dass es sich um ein regionales Produkt handelt.

Auf der im Programm gezeigten Verpackung ist kein Herkunftsland angegeben, wohingegen angegeben ist, dass es sich um ein Produkt aus zertifizierter Aquakultur handelt.
Weiterhin stellt sich in der Sendung heraus, dass es sich um Garnelen handelt die in Indonesien gezüchtet wurden (Aquakultur). Das rief bei einigen Verbrauchern erstaunte oder empörte Reaktionen hervor. In der Sendung ist von Irreführung die Rede.

  • Die Marke “Büsumer Feinkost” ist die Dachmarke unseres gesamten Sortimentes gekühlter Meeresfrüchteprodukte, die wir in Deutschland vermarkten. Die Marke basiert auf einer historischen Beziehung zu Nordseekrabben. Heutzutage jedoch beinhaltet diese Marke ein breites Sortiment von Meeresfrüchteprodukten aus aller Welt.
  • Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Marken im Laufe der Zeit entwickeln und nicht mehr ausschließlich als wortwörtliche Beziehung auf das Produkt oder die Herkunft betrachtet werden können. Ursprünglich entstanden ist die Marke “Büsumer Feinkost“ aus dem ausschließlichen Handel mit Nordseekrabben. Der Marktentwicklung folgend wurden im Laufe der Jahre kontinuierlich zahlreiche Meeresfrüchte-Spezialitäten aus aller Welt im Sortiment aufgenommen.
  • Es tut uns Leid, dass Verbraucher sich nicht richtig informiert oder sogar getäuscht fühlen. Wir haben inzwischen Maßnahmen getroffen um die Herkunft aller Produkte auf den Verpackungen anzugeben. Das war übrigens schon für die meisten Produkte unseres Sortiments der Fall, trotz der Tatsache, dass dazu keine gesetzliche Verpflichtung besteht. RTL zeigte eines der zwei „Büsumer“ Produkte auf denen noch keine Herkunft auf dem Etikett angegeben war.Diese Etiketten sind mit Wirkung vom 25. Juni angepasst worden. Ab Anfang Juli werden die Artikel mit diesen neuen Etiketten in den Läden verfügbar sein. Die Entscheidung das Design der „Büsumer Feinkost“ Verpackungen anzupassen, um die Verwirrung der Herkunft der Produkte im Zusammenhang mit dem heutigen Design einzudämmen, war in unserem Hause bereits getroffen. Die Einführung des neuen Designs wird in den kommenden Monaten im Markt erfolgen.
  • Woher auch immer die Garnelen oder sonstigen Meeresfrüchteprodukte kommen, unsere hohen Qualitätsanforderungen bleiben unverändert. Sie können jederzeit darauf vertrauen, dass das Produkt sicher ist und mit Rücksicht auf Mensch, Tier und Umwelt/Natur beim Fang, bei der Zucht und bei der Weiterverarbeitung behandelt wurde.

2. Die Situation auf dem Zuchtbetrieb in Indonesien

In der Sendung “Rach deckt auf” wurden Bilder von einem indonesischen Zuchtbetrieb gezeigt, der als Beispiel für den Betrieb CP Prima genannt wurde. Dabei wurde zu Unrecht der Eindruck erweckt, dass dieser Betrieb ein Lieferant für die Marke “Büsumer Feinkost” ist. Demzufolge strahlt das Bild des gezeigten Zuchtbetriebes (mit schmutzigem Wasser, schlechten Lebensbedingungen für die gezüchteten Garnelen, Verwendung von Chemikalien und Abfluss des verunreinigten Wassers in die Natur) nunmehr leider auf die Marke „Büsumer Feinkost“ aus.

  • Der genannte Betrieb CP Prima (CP Proteinaprima ist der vollständige Name) ist kein Lieferant für die Marke „ Büsumer Feinkost“ und auch nicht Lieferant der Heiploeg Group.
  • Die gezeigten Bilder sind definitiv nicht bei einem Zuchtbetrieb gemacht worden, der für die Produktion der Marke „Büsumer Feinkost“ liefert.
  • Unser Lieferant in Indonesien ist die Firma CP Pertiwi Bahari. Wir haben diesen Zuchtbetrieb insbesondere deshalb gewählt, um sicher zu stellen, dass die Garnelen mit Rücksicht auf Mensch, Tier und Umwelt/Natur gezüchtet werden.
  • Seit 2009 ist unser Lieferant CP Pertiwi Bahari als zweiter Garnelenzuchtbetrieb weltweit GLOBAL G.A.P zertifiziert. Dieses Zertifikat stellt sicher das die Verwendung von Chemikalien, Maßnahmen der Nahrungsmittelsicherheit, Rücksicht auf Mensch, Tier und Umwelt/Natur sowie die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter ständig strengen Kontrollen unterzogen ist.
  • Konsumenten unserer Meeresfrüchteprodukte, unabhängig davon wo in der Welt sie gefangen oder gezüchtet wurden, können nicht nur auf die Sicherheit des Produktes vertrauen, sondern auch auf die Tatsache, dass in der gesamten Liefer- und Produktionskette auf Basis einer verantwortungsvollen Art und Weise mit Mensch, Tier und Umwelt/Natur gehandelt wurde. Dies wird kontinuierlich von unabhängigen, akkreditierten Laboren, Behörden und Zertifizierungsinstanzen überprüft.
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