Ein Vitamin-D-Mangel zeigt Zusammenhänge zum Coronavirus

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Vitamin D, dieses Vitamin, was eigentlich gar keines ist, sondern ein Hormon. Im alltäglichen Sprachgebrauch ist es nichtsdestotrotz als „Sonnenvitamin“ angekommen. Es kann von unserem Körper nur mit der Hilfe von UV-B Strahlen in seine aktive Form übergehen. Ein Mangel dieses lebenswichtigen Vitamins führt unter anderem bei Kindern zur Rachitis und bei Erwachsenen zu Osteomalazie, besser bekannt als Osteoporose. Doch Vitamin D ist nicht nur am Knochenstoffwechsel beteiligt, sondern hat zudem wichtige immunmodulatorische Funktionen in unserem Körper – einfach gesagt, wir brauchen Vitamin D für ein gut funktionierendes Immunsystem.

Viele Krankheiten sind mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel assoziiert

Unter diesem Aspekt ist Vitamin D ein beliebtes Forschungsobjekt geworden. Es bestehen Verbindungen zwischen einem Vitamin D-Mangel und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma, Autoimmunkrankheiten, Krebs und einer erhöhten Infektanfälligkeit. In der deutschen Bevölkerung ist Vitamin-D, vor allem in den Wintermonaten, eher eine Mangelware: laut einer Studie des Robert-Koch Instituts leiden 30,2 Prozent der Erwachsenen in Deutschland an einem Vitamin-D-Mangel (Werte < 30 nmol/l Vitamin D im Blut) und nur 38,4 Prozent der Erwachsenen erreichen eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D (Werte ≥ 50 nmol/l Vitamin D im Blut).

Vitamin-D und SARS-CoV-2

Da Studien Assoziationen zwischen einem Vitamin-D-Mangel und akuten Atemwegsinfekten aufzeigten, wird auch im Rahmen der aktuellen Corona-Pandemie ein Vitamin-D-Mangel als Risikofaktor diskutiert. Indonesische Wissenschaftler untersuchten deshalb, ob das Sterberisiko von Covid-19-Patienten mit einem Vitamin-D-Mangel zunimmt. Ihre Forschungsergebnisse legen nahe, dass Patienten, die an Covid-19 erkrankt waren und einen Vitamin-D-Mangel aufwiesen, ein deutlich erhöhtes Sterberisiko haben. Sie verglichen die durchschnittlichen Vitamin-D-Spiegel einiger europäischer Länder mit den dortigen durch Covid-19 verursachten Infektionen sowie Todesfällen pro einer Millionen der Bevölkerung des Landes. Die untersuchten Länder waren Spanien, Italien, die Schweiz und nordische Staaten. Dabei zeigte sich eine negative Korrelation zwischen den Vitamin-D-Spiegeln der Patienten und deren Sterberisiko, das heißt je niedriger der Vitamin-D-Spiegel im Blut war, desto höher war ihr Sterberisiko. Als „normaler“ Vitamin-D-Spiegel gelten mehr als 30 nmol/l Vitamin-D im Blut.

Vitamin-D-Mangel ist nichts neues

Gerade ältere Menschen ab dem 70. Lebensjahr, die als Risikogruppe in der aktuellen Corona-Pandemie gelten, weisen einen erniedrigten Vitamin-D-Spiegel auf. Dies wird der verminderten Sonnenexposition und einer verminderten Synthese von Vitamin-D in der Haut zugeschrieben. Gerade Pflegebedürftige Menschen haben ein besonders hohes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel. Die südeuropäischen Länder sind davon ebenso betroffen: hier ist die Sonnenexposition ebenfalls generell niedrig (der Schatten wird wegen der intensiven Sonneneinstrahlung bevorzugt) und die stärkere Hautpigmentierung führt zu einer verminderten Vitamin-D-Synthese. Nordische Staaten können einen etwas besseren Vitamin-D-Spiegel vorzeigen, da hier eher Lebertran und Vitamin-D Supplemente verzehrt und Milch und Milchprodukte mit Vitamin-D angereichert werden.

Die Studienautoren folgern aus ihren Ergebnissen, dass Vitamin-D eine Rolle bei der Prävention einer Covid-19-Infektion spielen kann und es einen potentiellen Schutz vor den negativeren Folgen der Infektion bieten könnte. Sie empfehlen eine Überprüfung und gegebenenfalls eine Supplementierung von Vitamin-D bei Covid-19 Patienten. Auch allgemein kann es in diesen Zeiten empfehlenswert sein Vitamin-D zu supplementieren, wobei eine Einnahme von 800-1000 IE pro Tag nicht überschritten werden sollte. Eine Überdosierung von Vitamin-D kann nämlich auf lange Sicht zu Nieren- und Gallensteinen führen, sowie zu einem gestörten Knochenstoffwechsel und sollte daher immer in Rücksprache mit einem Arzt/einer Ärztin erfolgen.

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