Was ist Histamin?

Gesunde Ernährung / 5/5 (5) für diesen Beitrag

Viele Menschen leiden an der Nahrungsmittelunverträglichkeit Histaminintoleranz und sind somit auf histaminarme Lebensmittel angewiesen. Insgesamt 2-5 Prozent aller Menschen sind davon betroffen und wenige wissen wirklich was Histamin ist. Wir wollen euch deshalb einen kleinen Überblick geben.

Beginnen wir bei der Geschichte von Histamin. Sie beginnt mit dessen Nachweis Anfang des 20. Jahrhunderts. Gefunden wurde es im Mutterkorn. Kurz darauf wurde es auch als körpereigene Substanz erkannt und dessen Funktionen im Körper nachgewiesen. In den 1930 Jahren hat man mit Phenbenzamin und Mepyramin die ersten Anithistaminika entdeckt und kurz darauf als Therapie bei Histaminintoleranz eingesetzt.

Rein chemisch ist die Frage „Was ist Histamin“ sehr einfach mit der Summenformel C5H9N3 zu beantworten. Das bringt uns aber bei der praktischen Sichtweise und der Ursache für Histaminintoleranz erstmal nicht weiter. Es speichert sich im Körper unter anderem in Nervenzellen und wird in Mastzellen aus Histidin gebildet.

Histamin beeinflusst eine Menge an Körperfunktionen. Darunter fällte die Regulation unserer Magensäureproduktion oder das Auslösen von Brechreizen. Auch ist es ein chemischer Vermittler oder Mediator bei Entzündungen oder Verbrennungen, reguliert unseren Schlaf-Wach-Rhythmus, Steuert die Körpertemperatur und Überwacht den Blutdruck. Darüber hinaus kann Histamin die Schlagkraft und Schlagfrequenz des Herzens steigern und zuletzt ist es noch an der Empfindung von Schmerzen beteiligt.

Was ist eine Histaminunverträglichkeit?

Von einer Histaminunverträglichkeit oder auch Histaminintoleranz spricht man dann, wenn im Dünndarm ein Mangel an Diaminoxidase vorliegt. Diaminoxidase ist das bedeutendste Enzym das für den Abbau von Histamin verantwortlich ist. Es sorgt im Normalfall dafür, dass der menschliche Körper nicht im Übermaß durch Lebensmittel mit Histamin konfrontiert wird. In Folge kommt es im Magen-Darm-Trakt, aber auch in anderen Organen, zu einer Überbelastung durch Histamin.

Eine Überbelastung durch Histamin kann aber auch aufgrund von Lebensmitteln vorkommen, die gar kein Histamin haben. Sie enthalten dafür andere Stoffe aus der Gruppe der biogenen Amine, welche die vorhandene Diaminoxidase verbraucht. Als Folge ist diese nicht mehr für den Abbau von Histamin vorrätig.

Ein dritter Weg den Körper mit zu viel Histamin zu überlasten sind sogenannte Histaminliberatoren. Durch histaminliberierende Nahrungsmittel wird spontan Histamin freigesetzt. Wer an einer Unverträglichkeit leidet, der sollte entsprechende Lebensmittel meiden oder nur in geringem Maße davon essen.

Zuletzt gibt es Stoffe welche die Diaminoxidase blockiert und Histamin somit nicht mehr abgebaut werden kann. Darunter fallen verschiedene Medikamente oder auch Alkohol. Gerade bei der regelmäßigen Einnahme von entsprechenden Medikamenten kann es zu einer Histaminüberbelastung kommen, obwohl eigentlich nur sehr histaminarme Lebensmittel verzehrt wurden.

Wieviel Histamin verträgt der Körper

Die Menge an Histamin, die wir vertragen von unserer individuellen Toleranzgrenze ab. Wie das schon signalisiert, ist die bei allen Menschen etwas anders und kann auch aufgrund temporärer Einflüsse schwanken. So entschiedet grundsätzlich unsere Darmgesundheit und die von uns gegessenen Lebensmittel über unsere individuelle Toleranzgrenze. Allergiker, die unter Heuschnupfen leiden sind zu dieser Zeit deutlich anfälliger, oder gerade bei Frauen entscheidet auch die hormonelle Situation über die Histminverträglichkeit. Ein zusätzlicher Einflussfaktor sind Medikamente oder auch Antihistaminika. Mit letzteren lässt sich die Toleranzgrenze zum Teil deutlich verbessern.

Unterm Strich muss jeder selbst ein Gefühl für seine persönliche Histamingrenze entwickeln. Natürlich hilft es, wenn wenn man um die entsprechenden Einflussfaktoren weiß, mit der eigenen Histaminunverträglichkeit besser zurecht zu kommen.

Letztes Update vom

3 Kommentare


  1. Histaminunverträglichkeit tritt in der Praxis relativ oft auf und genau wie beschrieben ist die Besserung der Symptome sehr viel detektivischer Kleinarbeit und der Kombination einzelner Hinweise geschuldet.


    1. Das auf jeden Fall. Und sehr oft ist dann auch noch der Zufall notwendig, um darauf zu kommen.
      Dazu sind die Symptome einfach zu vielfältig und können so viele andere Gründe haben. Aber das Thema bekommt glücklicherweise mehr Beachtung!


  2. Bei Frauen im mittleren Alter löst die beginnende Hormonumstellung manchmal eine Histamin-Intoleranz aus, auch wenn sie vorher keine Schwierigkeiten mit Histamin hatten.

Wie denkst du darüber?

Frisch ins Postfach?

Verwandte Themen?