Was unterscheidet dicke von dünnen Kindern?

Immer mehr Kinder leiden an Übergewicht oder sogar Fettsucht. Die Verlockung, die von Süßigkeiten ausgehen sind scheinbar zu groß für die Kleinen. Aber es sind lange nicht alle, denn es gibt einen deutlichen Unterschied…

Die Wissenschaft ist sich relativ einig, wenn es um das Ernährungsproblem bei Kindern geht. Es sind nicht einfach die Gene die Kinder dick machen. „Er kann ja nichts dafür!“ Vielleicht kann er aber wirklich nichts dafür, denn das Hauptproblem bei dicken Kindern sind nicht die Kinder selbst, es sind die Eltern!

Leider sind die Grundlagen für gesunde Esserziehung in vielen Fällen unbekannt. Die ungezügelte Lust auf Süßes wird sogar noch gestärkt. Es gibt aber vier einfache Regeln, die helfen dem natürlichem Drang nach ungesunder und süßer Nahrung bei den Sprösslingen Einhalt zu bieten.

1. Sei ein gutes Vorbild

Das Vorbild beginnt bereits im Mutterleib. Das Ungeborene prägt bereits im Bauch der Mutter erste Geschmacksvorlieben aus. Um das Fruchtwasser werden erste Aromen weitergegeben, die über Nase und Zunge augenommen werden. Anschließend zeigen Studien, dass Kinder, die gestillt werden, deutlich seltener an Übergewicht leiden, als diejenigen die mit der Flasche aufgezogen wurden. Denn auch über die Muttermilch werden Geschmacksstoffe weitergegeben und von Kindern später eher akzeptiert, wenn sie in Kleinkindstadium bereits davon gegessen haben.

Wenn Kinder dann älter sind orientieren sie sich immer noch an dem Essverhalten der Eltern. Lebensmittel, die die Eltern verschmähen, werden Kinder auch verschmähen. Alles was den Eltern schmeckt, das mögen auch Kinder eher. Also sollte man sich das Gesunde offensichtlich auch schmecken lassen.

2. Variation bei den Mahlzeiten

Wir werden von Natur aus mit einer gewissen Skepsis gegenüber neuen Lebensmitteln geboren. Kinder werden Neues erst einmal langsam und in kleinen Portionen probieren, um sich zu vergewissern, dass es auch gut ist. Auf diese Weise wurde das Überlegen gesichert, falls man doch mal etwas falsches gegessen hatte.

Je mehr Abwechslung auf den Speiseplan kommt, desto leichter und schneller gewöhnt sich der Nachwuchs auch an immer neue Geschmacksrichtungen und lernt diese auch lieben. Selbst wenn der erste Versuch mit der einen oder anderen Zutat fehl schlägt und auf Ablehnung stößt, sollte man als Eltern nicht aufgeben. Einfach die Zubereitungsart wechseln und vielleicht schmeckt es ja gekocht statt püriert oder frisch statt aus der Dose. Abwechslung beim Essen ist also nicht nur bei Lebensmitteln, sondern auch bei der Zubereitung gefragt.

3. Nicht zum Essen zwingen

Zwar können Eltern Einfluss darauf nehmen was Kinder essen, sie sollten aber auf keinen Fall vorgeben wie viel gegessen werden soll. Ernährungsexperten halten dies für den wahrscheinlich schwersten Fehler, den man machen kann. Wenn der Kopf weggedreht wird oder der Löffel verweigert wird, dann hat das einen Grund. Das Sättigungsgefühl ist noch nicht wie bei vielen Erwachsenen gestört.

Halten Eltern sich nicht daran, dann verlernen bereits Kleinkinder auf die innere Stimme zu hören. Die Folge ist auch in späteren Jahren ein ungezügeltes Essverhalten.

4. Freiheit bei der Lebensmittelwahl

Was zu Beginn etwas seltsam klingen mag hat doch seine Berechtigung. Kinder sollten selbst entscheiden was und wie viel sie davon essen wollen. Eltern geben durch ihren Einkauf eine „wohlbedachte“ Vorauswahl, die darauf aufbauende Entscheidung sollten Kinder aber selbst treffen können.

Studien haben gezeigt, dass Kinder, denen Süßigkeiten verboten wurden, später dafür umso begieriger nach der „verbotenen Frucht“ greifen. Auch sollten Süßigkeiten nicht als Belohnung gegeben werden. Dadurch werden diese nicht mehr als Lebensmittel, sondern im schlimmsten Fall als Mittel zur Frustbewältigung gesehen oder überhaupt als Anreiz noch etwas zu tun.

Fazit

Regeln sind Regeln und Alltag ist Alltag. Es wird nicht ganz einfach sein an alles immer zu denken. Selbst wenn das noch funktioniert, so entzieht sich vieles was die Kleinen machen spätestens bei den Großeltern oder im Kindergarten dem eigenen Einfluss und damit der Kontrolle.

Nichtsdestotrotz sollte nicht aufgegeben werden und immer wieder Neues und Frisches auf den Teller kommen. Ist der Geschmackssinn erst einmal verdorben, ist es schwer dies wieder in normale Bahnen zu lenken.

Spätestens wenn Kinder groß sind, werden sie einem sehr dankbar dafür sein, denn es geht immerhin um die eigene Gesundheit!

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1 Kommentare


  1. Nicht ganz neu, aber sehr, sehr guter und wichtiger Beitrag! Ich erlebe es immer wieder, dass Eltern ihre Kinder zum Aufessen zwingen. Oder zum Beispiel sagen: Iss erst das (nährstoffarme, kalorienreiche) Weißbrot, am besten noch mit Butter – bevor das Obst gegessen werden darf.

    Und dann sind viele Eltern selber bequem und leben ihren Kindern keinen aktiven Lebensstil vor. Dabei kann man doch als Familie so toll zusammen Sport machen und es tut allen gut. Habe gerade erst einen Blog-Artikel zum Thema Familien-Radtouren entdeckt, hier: rosebikes.de/cyclestories/trekkingfitness/fahrradtour-mit-kind-tipps-fuer-die-planung/
    Da steht drin, dass Kinder schon im Kindergartenalter bis zu 20km am Tag radeln können. Wenn man sie lässt und es entsprechend mit ihnen durchzieht. Kommt aber leider viel zu selten vor.

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