Werbewelt und Wirklichkeit

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Wir werden verarscht und das einen jeden Tag. Es stört auch schon keinen mehr, so alltäglich ist die verlogene Nachricht aus dem Fernseher bereits. Der Chocolatier, der leidenschaftlich mit der Hand die Schokocreme schlägt, die Bäuerin, die das frische Brot aus dem traditionellen Holzbackofen holt oder lieber doch die duftenden handgerösteten Kaffeebohnen? Wir wissen, dass es nicht stimmt aber es beeinflusst unterbewusst schon ungemein.

Die industrielle Massenproduktion schmückt sich mit den Emotionen des traditionellen Handwerks, dieses selbst bleibt dabei jedoch auf der Strecke. Der Preiskampf macht den handwerklichen Konditor oder Käseproduzenten sehr schwer zu schaffen, sie müssen folglich mit Qualität überzeugen. Qualität zeigt sich durch die Handarbeit und das Individuelle, das in jedem Kuchen, in jedem Essen steckt. Aber mit was soll das traditionelle Handwerk denn werben, um sich von den großen Brüdern aus der Industrie abzuheben. Sie könnten idyllischen Bilder projizieren und Heimat, Natur, Genuss und Tradition in den ohnehin bekannten Bildern wieder darstellen. Aber das kennen wir ja schon von der Seite der Industrie. Da stellt sich die Fragen, ob es eigentlich sein darf eine Produktionsweise darzustellen und zu verkaufen, die meiner Eigenen nicht entspricht. Ist es nicht Etikettenschwindel und Betrug? Müsste nicht das Bild der Bäuerin am Holzofenbrot dem regionalen Bäckermeister vorbehalten bleiben?

Aber die Botschaft ist das Eine, Inhaltsstoffe das Andere. Der leckere Erdbeerjogurt ist wahrscheinlich der Klassiker unter den Werbelügen. Kaum eine Erdbeere verirrt sich noch in den Becher, vielmehr machen sich dort Geschmacksvorgaukler und Sägespäne zwecks der Konsistenz breit. Seinen Höhepunkt erreichten die Werber mit den vermeintlich unzähligen gesundheitsfördernden Eigenschaften. Man kam sich schon krank vor wenn man nicht Konsument linksdrehender Bakterienkulturen war. Glücklicherweise ist das übertriebene Werben mit gesundheitsfördernden Eigenschaften, die letztendlich nicht bewiesen sind durch die Health-Claim-Verordnung stark eingeschränkt worden. Inzwischen heißt es halt einfach: „es steigert das Wohlbefinden“ anstatt „gesund“ somit ist man auch hier wieder aus dem Schneider.

Dies sind nur wenige Beispiele, wie sich die medialen Werbebotschaften und die Realität nicht im Einklang befinden. Wie weit darf man aber mit der gefälschten Realität gehen ohne den Verbraucher bewusst zu täuschen? Wo müssten seitens dem Gesetzgeber Grenzen gezogen werden oder ist das eigentlich egal und jeder ist selbst dran schuld wenn er auf die Werbelüge reinfällt?

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