Je ärmer die Eltern, desto dicker die Kinder

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Aus einer Studie des renommierten Robert Koch-Instituts (RKI) geht folgendes hervor: Die Zahl der übergewichtigen Kinder und Jugendliche ist zwar immer noch hoch, aber immerhin nicht weiter gewachsen. Es trifft aber vor allem Kinder aus ärmeren Familien.

Neue Zahlen zum Übergewicht in Deutschland

Jedes siebte Kind (15,4 %) in Deutschland ist übergewichtig und jedes 20te (5,9 %) hat sogar extremes Übergewicht. Das geht aus den jüngsten Veröffentlichungen zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) hervor. Die Studie zeigt, dass die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen sehr gering sind. Stattdessen steigt die Häufigkeit von Übergewicht mit zunehmenden Alter an und sinkt mit zunehmenden Einkommen der Eltern ab. Das Robert Koch-Institut hatte die KiGGS-Langzeitstudie 2003 ins Leben gerufen. Der Vergleich der ersten und letzten Zahlen der Studie zeigt, dass hierzulande genauso viele Kinder und Jugendliche zwischen drei und 17 Jahren übergewichtig sind wie vor zehn Jahren. Die beteiligten Forscher werten das positiv. Denn die Zahlen sind zwar immer noch hoch, doch immerhin sind sie nicht weiter angewachsen.

Nachdem die Zahl der übergewichtigen Kinder weltweit seit den 1980er Jahren stark angestiegen ist, scheint es in den Industrieländern nun eine Wende zu geben. In Deutschland hatte sich die Zahl der übergewichtigen Kinder von den 1980er Jahren bis zur Millenniums-Wende verdoppelt. Einige Verängstigte beschwörten deshalb das Horrorszenario einer Generation XXL herauf, indem die Kinder immer dicker werden. Mittlerweile sieht es danach aus als sei dieses Szenario abgewandt. Denn nicht nur in Deutschland sind die Zahlen gleichgeblieben, sondern auch in den USA nimmt die Zahl der übergewichtigen Kinder nicht weiter zu.

Warum sind so viele Kinder übergewichtig?

Es liegt vermutlich vor allem an zwei Gründen warum so viele Kinder ein dickes Problem mit Übergewicht haben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dass Kinder sich mindestens eine Stunde am Tag bewegen sollten. In der KiGGS hatten die Forscher deshalb die Kinder bzw. ihre Eltern nach ihrer täglichen Bewegung gefragt. Es zeigte sich, dass sich laut Selbstangaben nur jedes fünfte Mädchen (22,4 %) und jeder dritte Junge (29,4 %) genug bewegen. Ein weiterer wichtiger Grund für das Übergewicht liegt in der Ernährung der Kinder. Kinder lieben bekanntlich Süßes und essen daher häufig zu viele zucker- und fettreiche Süßigkeiten. Aus der KiGGS geht beispielsweise hervor, dass jedes sechste Mädchen (16,9 %) und jeder fünfte Junge (22,2 %) ein- oder mehrmals täglich gezuckerte Erfrischungsgetränke trinkt. Bedenklich ist dies, wenn man bedenkt, dass bereits mit einem Glas Cola die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Tagesdosis an Zucker fast überschritten wird.

Ausblick

Übergewicht ist ungesund für Kinder, da es zu einem höheren Risiko für viele Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen führt. Um die Zahl der übergewichtigen Kindern nicht nur auf einem „traurig hohem Niveau“ stagnieren zu lassen, sondern zu senken, fordert die Verbraucherschutzorganisation foodwatch ein Handeln der Politik. Denn die Lebensmittelindustrie bewerbe ungesunde Produkte zum Beispiel mit Comicfiguren extra für Kinder. Die Bundesregierung müsse daher „endlich den Mut haben, sich mit der mächtigen Lebensmittellobby anzulegen“. Sie sieht eine Einschränkung der Werbung für ungesunde Kinderlebensmittel und eine Kennzeichnung der Nährwerte in Ampelfarben als wichtigen Schritt um das Übergewicht bei Kindern zu senken.

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