Blumenkohl anbauen – säen, pflanzen und ernten

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Blumenkohl, auch Karfiol oder Traubenkohl genannt, gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und ist sehr eng mit Brokkoli verwandt. In der Küche wird Blumenkohl äußerst vielseitig verwendet – zum Beispiel als Salat, als Gemüsebeilage in Pfannen- und Ofengerichten oder auch als Reisersatz bei der Low Carb Ernährung. Im Gegensatz zu Brokkoli ist der Anbau von Blumenkohl relativ anspruchsvoll und für Anfänger nicht empfehlenswert. Doch keine Sorge, wir geben dir das nötige Wissen mit an die Hand, damit das Blumenkohl anbauen gelingt und beim Säen, Pflanzen und Ernten nichts schief laufen kann. 😊

Blumenkohl säen und pflanzen

Wer Blumenkohl säen will, sollte ihn möglichst früh, so ab Ende Februar vorziehen, da er bis zum Jungpflanzenstadium gute vier bis sieben Wochen Zeit benötigt. Die Samen werden nur ein bis zwei Millimeter tief in die Erde gesetzt und bei einer Mindesttemperatur von 15°C zum Keimen angeregt. Sobald sich die ersten Blätter gebildet haben, werden die Pflänzchen in Einzeltöpfe pikiert.

Ab April können die Jungpflanzen – entweder aus der Vorkultur oder aus dem Gartencenter – ins Freiland gepflanzt werden. Wichtig ist, dass die Erde vorher reichlich aufgekalkt und mit Kompost gedüngt wurde, da Blumenkohl zu den Starkzehrern gehört und viele Nährstoffe benötigt. Weiterhin bevorzugt er einen warmen und vollsonnigen Standort in geschützter Lage. Mehr zum Thema Blumenkohl säen und pflanzen zeigt dir die folgende Liste:

  • Blumenkohl säen: ab Ende Februar in Anzuchtschalen / Gewächshaus
  • Blumenkohl pflanzen: April bis Juli
  • Standort: sonnig
  • Optimale Keimtemperatur: 15-18°C
  • Keimdauer: 10 Tage
  • Saattiefe: nur wenige Millimeter
  • Bodenbeschaffenheit: nährstoffreich, humos, tiefgründig, kalkreich
  • Blumenkohl als Balkonpflanze im Topf: Normaler Blumenkohl ist für eine Kübelbepflanzung ungeeignet, da er sehr viel Platz benötigt und pro Kübel nur einmal geerntet werden kann – die Ausbeute ist hier also überschaubar. Es gibt jedoch speziell für Kübel und Balkon eine Züchtung, die sich Pflück-Blumenkohl nennt. Dieser ist kleiner als normale Blumenkohlsorten und bildet mehrere, kleinere Köpfe. Er ist deutlich anspruchsloser im Anbau als Freiland-Blumenkohl und für Balkone entsprechend sehr zu empfehlen.
  • Pflanzabstand: 60 x 50cm
  • Fruchtfolge: Nach der Kohlernte dürfen im Beet für drei bis vier Jahre kein Blumenkohl oder Verwandte aus der Kreuzblütler-Familie angebaut werden. Als gute Nachbarn für eine Mischkultur gelten Kopfsalat, Erbsen, Spinat und Sellerie. Ungeeignete Nachbarn für Blumenkohl sind dagegen Zwiebeln und Knoblauch.

Aussaat-Tipp: Die Sorte Erfurter Zwerg ist eine der gängigsten Sorten für den Februar-Anbau. Es gibt allerdings auch einige Blumenkohlsorten, die erst im Sommer ausgesät werden, zum Beispiel Shannon oder Walcheren Winter. Beim Saatgutkauf sollte also unbedingt darauf geachtet werden, zu welcher Jahreszeit man aussäen möchte.

Blumenkohl Sorten

Je nach Sorte kann Blumenkohl sehr verschieden aussehen.

Blumenkohl pflegen – gießen und düngen

Der Hauptpunkt beim Anbauen von Blumenkohl ist sicherlich die richtige Pflege. Blumenkohl stellt hohe Anforderungen an den Boden und ist auch beim Wasserbedarf nicht ganz unkompliziert. Deshalb stellen wir dir alle wichtigen Punkte vor, wie du Blumenkohl richtig pflegen, gießen und düngen solltest.

  • Blumenkohl düngen: Aufgrund seines hohen Bedarfs an Nährstoffen sollte Blumenkohl während der Wachstumszeit wöchentlich bis zweiwöchentlich mit organischem Dünger oder verdünnter Brennesseljauche versorgt werden. Zwei bis drei Wochen vor der Ernte sollte allerdings auf eine Düngung verzichtet werden, damit das Gemüse nicht so viel Nitrat anreichert.
  • Blumenkohl gießen: Blumenkohl hat einen hohen Wasserbedarf und sollte niemals austrocknen. Wassermangel äußert sich in Form von kleinen Köpfen und Schossen. Der einzige Zeitraum, in dem die Jungpflanzen etwas weniger bewässert werden sollten, ist die Zeit nach dem Auspflanzen ins Beet. Direkt nach dem Angießen lohnt es sich, für zwei Wochen weniger zu bewässern, um das Wurzelsystem anzuregen und um dadurch die Nährstoffaufnahme zu fördern.
  • Bodenpflege: Regelmäßiges Hacken lockert die Erde und begünstigt die Bodenverdunstung.

TIPP – Vergilben der Blätter durch Abschatten vermeiden. Im Hochsommer kann es schnell passieren, dass die Blumenkohlblätter bei direkter Sonneneinstrahlung vergilben und weiß werden. Um dem entgegenzuwirken, sollte man die Pflanze abdunkeln bzw. die Blätter beschatten.

TIPP – Kohlkopf abdecken verhindert Verfärbungen. Auch der Kohlkopf selbst kann bei zu starker Sonneneinstrahlung verfärben, meistens in die gelbliche bis violette Richtung (sofern die Sorte nicht schon gelbe oder violette Röschen hat). Um dies zu vermeiden, kann man eines der inneren Blätter umknicken und vorsichtig über den Kopf legen, um ihn abzudecken. Kleine Entwarnung am Rande: Die Verfärbungen tun der Genießbarkeit des Blumenkohls keinen Abbruch, lediglich für die Optik kann es von Nachteil sein.

Blumenkohl lagern

Gerade zur Erntezeit hat man mehr Blumenkohl, als man essen kann. Dann kommt es auf eine gute Lagerung an.

Blumenkohl ernten und lagern

Wer bis zu diesem Punkt alle Parameter beachtet hat, kann sich ab Juli über die erste Blumenkohl Ernte freuen. Erntereif ist Blumenkohl etwa 8 bis 12 Wochen nach dem Auspflanzen, bevor sich die Röschen öffnen. Mit einem Messer wird der Kopf dabei vorsichtig vom Strunk entfernt.

Nach dem Ernten stellt sich die Frage, wie man Blumenkohl lagern oder verarbeiten kann, damit er nicht schlecht wird. Einige Vorschläge haben wir hier für dich:

  • Blumenkohl im Kühlschrank lagern: Die einfachste und schnellste Methode, frischen Blumenkohl zu lagern, ist das Gemüsefach im Kühlschrank. So bleibt er einige Tage haltbar.
  • Blumenkohl einfrieren: Zum Einfrieren werden die Röschen vorher gewaschen, zerkleinert und portionsweise in einem Gefrierbeutel aufbewahrt.
  • Blumenkohl im Keller aufhängen: Bis zu vier Wochen bleibt Blumenkohl frisch, wenn er mitsamt Wurzel geerntet und kopfüber in einem feuchten und kühlen Keller aufgehängt wird.
  • Blumenkohl in Essig einlegen: Für eine längere Lagerung empfiehlt sich auch das Einlegen in Essigbeize. Dabei wird eine Beize aus Essig, Zucker, Salz und Gewürzen vorgekocht, mit der die Röschen in sterile Einmachgläser abgefüllt werden. Rezepte für einen gelungenen Essigsud gibt es reichlich im Internet zu finden.

Fazit: Blumenkohl anbauen

Blumenkohl ist ein vitaminreiches und vielseitiges Gemüse für die gesunde Küche. Im Gegensatz zu vielen seiner verwandten Kohlarten ist Blumenkohl äußerst anspruchsvoll im Anbau und in der Pflege. Im zeitigen Frühjahr werden gängige Sorten gesät und ab April ins Freiland gepflanzt. Nach dem Pflanzen ist es sehr wichtig, dass Blumenkohl regelmäßig gedüngt und gegossen wird, damit er nicht schießt. Besonders interessant für den Heimanbau ist Pflück-Blumenkohl, eine Minivariante der normalen Gemüseart, die sich perfekt für Kübel und Balkon eignet. Wer beim Anbauen alles Wichtige beachtet, kann ab Juli seinen ersten Blumenkohl ernten und verarbeiten.

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