Diäten im Test: Trennkost-Diäten

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Im Dritten Teil von „Diäten im Test“ zeigen wir das Prinzip von Trennkost-Diäten auf. Dabei werden in der Regel einweißreiche und auf Kohlenhydraten basierende Lebensmittel getrennt voneinander konsumiert. Vier der gängigsten Trennkost-Diäten nehmen wir im Folgenden genauer unter die Lupe.

Die Trennkost-Diät wurde Anfang des 20. Jahrhunderts vom amerikanischen Arzt William H. Hay entwickelt und in den 1950er Jahren von Thomas Walb in Deutschland bekannt gemacht. Der Grundgedanke von Hay war eigentlich seine Ernährungsform zur Therapie von Krankheiten einzusetzen. Heute ist daraus eine Diätform geworden.

Angeblich, so die Meinung der Begründer dieser Diäten, können Kohlenhydrate und Eiweiße in unserem Verdauungssystem nicht gleichzeitig verstoffwechselt werden. Das ist heute jedoch wissenschaftlich widerlegt und auch der Abnehm-Effekt generiert sich letztendlich durch eine sehr geringe Energiedichte der einzelnen Essen. Wer also sein Gewicht reduzieren möchte, kommt an einer Reduzierung der täglichen Kalorienaufnahme nicht vorbei. Nichtsdestotrotz kann eine Trennkost-Diät insofern sinnvoll sein, da sie die Ausschüttung des Hormons Insulin hemmt. Dieses hemmt normalerweise die Fettverbrennung.

Übersicht über verschiedene Trennkost-Diäten

Schlank im Schlaf

Morgen gibt es ordentlich Kohlenhydrate und zum Abendessen lediglich Eiweißhaltiges und Gemüse. Mittags darf man das Ganze auch mal mischen. Dadurch soll die Fettverbrennung speziell im Schlaf angekurbelt werden, da aufgrund des Verzichts auf die abendlichen Kohlenhydrate und den damit einhergehenden Ausstoß an Insulin. Der eigentliche Erfolgsbringer der Diät ist jedoch das Verbot von Zwischenmahlzeiten. Denn meist sind es diese, die uns deutlich mehr Kalorien zu uns nehmen lassen, als wir eigentlich wollten. Insgesamt können mit „Schlank im Schlaf“ tatsächlich erhebliche Abnehm-Effekte erzielt werden. Was das Prinzip aber schwer macht, ist die tägliche Gestaltung des Abendessens, da klassische Beilagen wie Reis, Nudeln oder auch Kartoffeln sind Tabu. Kreativität in der Küche ist gefragt!

Fit For Life

„Fit For Life“ macht, glaubt man den Erfindern, vital, schön und schlank und bringt somit die „natürlichen Gesundheit“, das basiert allerdings auf ernährungswissenschaftlich meist nicht haltbaren Behauptungen. Aber erst einmal zum Prinzip dieser Trennkost-Diät. 70% der täglichen Ernährung besteht aus sehr wasserreichen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse. Der hohe Wasseranteil soll sämtliche Gifte aus unserem Körper spülen und vermeintlich schädliche Säurebildung wird vermieden. Die übrigen 30% werden ganz normal konsumiert, jedoch immer Eiweiße und Kohlenhydrate getrennt voneinander. Hinzu kommt, dass Milch grundsätzlich verboten ist, da durch Milch angeblich die Nährstoffaufnahme behindert wird. Die Pfunde purzeln bei „Fit For Life“ wohl aber durch die sehr wasserhaltigen Lebensmittel. Viel Masse mit geringer Energiedichte, also großes Volumen, aber kaum Kalorien. Wer das Trennkost-Prinzip von „Fit For Life“ regelkonform einhält sollte aber nach Aussagen von Ernährungswissenschaftlern auf seinen Kalzium und Eisenhaushalt gut aufpassen, was diese Ernährungsform als Dauerlösung etwas schwierig gestaltet.

Hay`sche Trennkost

Die nach dem Begründer der Trennkost-Diäten benannte Hay’sche Trennkost beruht genau auf der Annahme, dass Eiweiß und Kohlenhydrate nicht gemeinsam verbrannt werden können, was heute sich als nicht mehr haltbar erwiesen hat. Das Essen besteht überwiegend aus rohem Obst und Gemüse und der Rest aus eiweißreicher Nahrung. Rohkost fördert aufgrund geringer Energiedichte das Abnehmen und der hohe Anteil an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen erweist sich bei guter Zusammenstellung auch als vollwertig und gesund. Allerdings setzt das Hay’sche Konzept vom Anwender viel Disziplin und meist eine erheblich Umstellung der bisherigen Essgewohnheiten.

KFZ-Diät

KFZ steht für Kohlenhydrate – Fette – Zwischenmahlzeiten. Morgens und mittags isst man Kohlenhydrate und Abends kommt Eiweißreiches mit etwas Fett und maximal 10g Kohlenhydrate auf den Tisch. Hinzu kommen täglich zwei Zwischenmahlzeiten aus Gemüse oder fettarmen Milchprodukten, um die Gefahr von Heißhunger zu reduzieren. Insgesamt ist wie bei allen anderen Trennkost-Diäten viel Obst und Gemüse, was den Abnehm-Effekt nach sich zieht. Zudem wird die Zufuhr von Fett deutlich reduziert was sich ebenfalls gut auf den Kalorienhaushalt auswirkt. Die Kohlenhydrate werden allerdings meist ohne Fett zubereitet, wodurch auf einen wichtigen Geschmacksträger und damit auch auf den notwendigen Genuss verzichtet wird. Speziell Diabetikern wird angeraten vorher mit dem Arzt zu sprechen.

Insgesamt kann man sagen, dass Trennkost-Diäten grundsätzlich funktionieren, aber eben nicht aus der ursprünglich angenommen Begründung heraus. Auch hier lässt sich der Energieerhaltungssatz aus der Physik nicht überlisten und Abnehmen funktioniert nur mit der Reduzierung der Kalorienanzahl. Trennkost-Diäten erfordern aber eine gute Kenntnis über die Bestandteile der einzelnen Lebensmittel und verbietet den gemeinsamen Genuss verschiedener Nahrungskomponenten, weshalb sich die Trennkost-Diät zum Teil schwer in den Alltag integrieren lässt. Einladungen bei Freunden oder das gemeinsame Essen gehen wirken der konsequenten Umsetzung entgegen.

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