Echter und Falscher Mehltau – Vorbeugen und Bekämpfen

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Das Anbauen eigener Obst- und Gemüsesorten hat leider auch seine Schattenseiten: Schädlinge und Krankheitsbefall machen es dem Hobbygärtner oftmals nicht gerade einfach. Wer die ersten Anzeichen übersieht und nicht frühzeitig einschreitet, muss mit hohen Verlusten rechnen. Zu allem Übel lassen sich manche Krankheiten auch nicht immer oder nur schwer vermeiden, zum Beispiel Mehltau. Sowohl der Echte Mehltau als auch der Falsche Mehltau zählen bei uns zu den weitverbreitetsten Pflanzenkrankheiten im Zier- und Nutzgarten. Ein triftiger Grund also, um diese beiden unliebsamen Zeitgenossen einmal näher zu betrachten.

Wir zeigen dir, wie man den Echten Mehltau und den Falschen Mehltau erkennt, wie sich die beiden Pilzkrankheiten voneinander unterscheiden und wie du sie erfolgreich bekämpfen kannst.

Echter Mehltau

Genau genommen ist der Echte Mehltau keine einzelne Pilzart, sondern eine komplette Pilzfamilie (Erysiphaceae). Bei den Echten Mehltaupilzen handelt es sich um Ektoparasiten, die auf der Oberfläche einer Wirtspflanze wachsen und sich von ihr ernähren. Es gibt beispielsweise Mehltaupilze, die man nur auf Rosen beobachten kann (Echter Rosentaupilz), während andere Arten viele verschiedene Zier- und Nutzpflanzen befallen – zum Leidwesen jedes Gartenfreundes.

Wenn es draußen warm und sommerlich wird, solltest du besonders aufmerksam sein. Der Echte Mehltau ist nämlich ein sogenannter „Schönwetterpilz“. Bei warmen und trockenen Wetterverhältnissen um Temperaturen von 25°C fühlt er sich besonders wohl. Auch eine stickstoffreiche Düngung kann das Wachstum des Pilzes fördern.

Der folgende Steckbrief gibt Auskunft über die Eigenschaften und Gefahren des Echten Mehltaus:

  • Wirtspflanzen: Rosen, Weinreben, Obst, Gemüse, Zierpflanzen
  • Aussehen: Anfangs werden kleine, weiße Flecken auf den Blattoberflächen sichtbar. Diese verbreiten sich zusehends als weißlich-schimmliger Belag über die Blätter, Knospen, Triebspitzen und Früchte. Bei Rosen sind rötliche Verfärbungen sichtbar.
  • Symptome: Die Pflanzen rollen die Blätter ein, bis diese mit der Zeit bräunlich werden und abfallen. Dies ist auf den Nährstoffentzug durch den Pilz zurückzuführen.
  • Befallszeit: April – September, abhängig von den Wirtspflanzen
  • Häufig befallen: Gurken, Rosen, Stachelbeeren, Äpfel

 

Falscher Mehltau

Der zweite Vertreter in diesem Bunde ist der Falsche Mehltau aus der Ordnung der sogenannten Eipilze; eine Verwandtschaft zum Echten Mehltau besteht somit nicht. Beide Pilze entziehen ihren Wirtspflanzen Nährstoffe, was zum langfristigen Absterben der Pflanzenteile führt. Im Gegensatz zum Echten Mehltau verbreitet sich der Falsche Mehltau allerdings im Blattgewebe der Pflanzen und nicht oberflächlich.

Der Falsche Mehltau bevorzugt feuchte Habitate und wird daher als „Schlechtwetterpilz“ bezeichnet. Entsprechend anfällig sind deshalb auch Pflanzen in Gewächshäusern. Achte aus diesem Grund darauf, beim Gießen nur die Erde und niemals Blätter oder überirdische Pflanzenteile zu benässen, da sonst die Ansteckungsgefahr für Pilzerkrankungen wie dem Falschen Mehltau extrem steigt. Die wichtigsten Charakteristika fasst der nachfolgende Steckbrief zusammen:

  • Wirtspflanzen: Rosen, Weinreben, Gemüse
  • Aussehen: Beim Falschen Mehltau sind Verfärbungen sowohl auf der Blattoberseite als auch auf der Blattunterseite erkennbar. Je nach Wirtspflanze bilden sich oben helle und durchscheinende Flecken in gelblichem bis rötlichem Farbton. Die Unterseite zeigt hingegen einen eher grauen, schmutzigen Belag, der sich auch auf Blüten und Früchte ausbreiten kann.
  • Symptome: Die Blätter trocknen aus und fallen bei starkem Befall schließlich ab. Auch Knospen und Beeren können durch den Nährstoffentzug eintrocknen, was meist zu gravierenden Ernteausfällen führt.
  • Befallszeit: Mai – August
  • Häufig befallen: Zierpflanzen, Kohlgemüse, Spinat, Zwiebeln

Mehltau vorbeugen

Noch besser als die Bekämpfung von Mehltau ist natürlich, ihn gar nicht erst aufkommen zu lassen – Prävention heißt also die Devise! Aber was kannst du tun, um Mehltau vorzubeugen? Keine Sorge, so viel Aufwand braucht das gar nicht. Hier sind die wichtigsten 5 Tipps für dich:

  1. Achte auf resistente oder weniger anfällige Obst- und Gemüsesorten. Es gibt widerstandsfähige Sorten für den Echten als auch für den Falschen Mehltau, daher informiere dich ausreichend vor dem Kauf. Auf der Webseite des Umweltbundesamtes findest du einige Sorten für Obst und Gemüse, die gegen Mehltau immun sind.
  2. Sparsam mit Dünger umgehen, denn Stickstoff begünstigt das Pilzwachstum. Wer um Düngemittel nicht herumkommt, sollte mit kaliumreichem Dünger arbeiten.
  3. Abstand zwischen den Pflanzen halten, um Feuchtigkeit zu vermeiden.
  4. Günstige Nachbarn pflanzen, die Mehltaupilze nicht mögen. Dazu zählen Kräuter wie Basilikum und Schnittlauch sowie Knoblauch vor allem bei Rosengewächsen.

Mehltau bekämpfen

Wenn es schon zu spät ist und die ersten Flecken auf den Blättern zu sehen sind, solltest du schnell handeln. Zum Glück gibt es ein paar Hausmittelchen und Möglichkeiten, um die Pflanzen zu retten. Diese kannst du grundsätzlich für beide Mehltaupilze verwenden:

  1. Knoblauchsud ansetzen: Dazu wird eine Knoblauchknolle geschnitten, ausgepresst und mit 1 Liter heißem Wasser 24 Stunden stehen gelassen. Der Sud wird anschließend 1:10 verdünnt und auf die befallenen Pflanzenteile gespritzt. Sei hier ruhig großzügig und benetze auch den Boden, um Sporen abzutöten.
  2. Milchsäurebakterien nutzen: Milch oder Molke können ebenfalls zur Abwehr der Pilze verwendet werden, da die in ihnen enthaltenen Milchsäurebakterien dazu beitragen, Resistenzen gegen Mehltau aufzubauen. Beides muss vorher mit Wasser verdünnt werden (Milch 1:10 und Molke 1:30).
  3. Kranke Pflanzen zurückschneiden: Eine etwas radikalere, aber erfolgreiche Methode bei der Bekämpfung von Mehltau ist das Abschneiden der betroffenen Pflanzenteile. Sind die ersten Blätter schon fleckig, werden diese großzügig entfernt und am besten mit dem Hausmüll entsorgt. Das Zurückschneiden sorgt für eine Durchlüftung der Pflanzen und hilft gegen Feuchtigkeit.

Fazit – Mehltau vorbeugen und bekämpfen:

Echter Mehltau und Falscher Mehltau zählen zu den verbreitetsten Pflanzenkrankheiten in unseren Regionen und sind daher auch wirtschaftlich von großer Bedeutung. Während sich Echter Mehltau vor allem im Sommer bei warmen und trockenen Verhältnissen ausbreitet, findet man die Pilze des Falschen Mehltaus vor allem bei nassem Wetter mit hoher Luftfeuchtigkeit. Zum Vorbeugen sollte man zunächst keine Grundlage für ihr Wachstum liefern. Das bedeutet: Pflanzabstand halten, mit wenig Stickstoff düngen und am besten direkt zu resistenten Sorten greifen. Wenn bereits ein Befall vorliegt, helfen Knoblauch und Milchsäurebakterien sowie ein großzügiges Abschneiden der betroffenen Pflanzenteile.

Bildquelle: Flickr; Maja Dumat – CC BY 2.0

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