Einwegabfälle um 44 Prozent gestiegen

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Schnell nimmt man auf dem Weg zur Arbeit noch einen Kaffee mit und auf dem Weg zurück die Nudeln vom Asiaten. To-Go-Produkte sind ein Weg sich rasch mit Essen und Getränken zu versorgen. Der Umwelt zuliebe sollte man lieber einen anderen gehen, auch wenn der mit mehr Aufwand verbunden ist.

Wie viel Müll entsteht durch Einweggeschirr und To-Go-Verpackungen?

Allein sechs Milliarden Einweg-Becher verursachten 2017 über 55.000 Tonnen Abfall. Insgesamt entstanden 346.419 Tonnen Abfall an Einweggeschirr und To-Go-Verpackungen in Deutschland. Das Gewicht dieses Müllbergs setzte sich zu knapp zwei Drittel (64 %) aus Papier, Pappe und Karton zusammen. Das übrige Drittel entfiel größtenteils auf Kunststoff (30 %). Aluminium (4 %) und Naturmaterialien wie Zuckerrohr, Bambus oder Holz (1 %) machten nur ein kleinen Teil aus. Das geht aus einer Studie hervor, die der Naturschutzbund Deutschland (NABU) bei der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) in Auftrag gab.

Warum gibt es immer mehr Einweg-Abfälle?

Zwischen der letzten Datenerhebung 1994 und 2017 ist die Menge an Einweg-Abfällen insgesamt um 44 Prozent gestiegen. Die Abfälle durch Einwegbesteck haben sich mehr als verdoppelt und die Abfälle durch Heißgetränke sogar versechsfacht. Auch gesellschaftlich, wirtschaftlich und technisch hat sich in den letzten fünfundzwanzig Jahren vieles getan: Immer mehr Frauen arbeiten, es gibt mehr Pendler und Studenten. Die Küchen daheim sind kleiner und die Ess-Angebote außerhalb attraktiver geworden.

Das Internet vereinfacht Lieferservice. Tankstellen verkaufen nicht nur Sprit, sondern nehmen mittlerweile 600 bis 700 Millionen Euro mit Fast Food ein. All das hat dazu beigetragen, dass mehr Einwegprodukte in den Umlauf geraten. Den wohl wichtigsten Grund, warum immer mehr Leute Außer-Haus oder Fast Food essen, ist der gestiegene Wohlstand in Deutschland. Das Bruttoinlandsprodukt ist seit 1994 preisbereinigt um 38 Prozent gestiegen. Allein in den letzten zehn Jahren hat sich der Umsatz von Imbissbuden und Cafés beinahe verdreifacht.

Einen Schritt weiter gehen

Für die Unternehmen ist es günstiger Einweg statt Mehrweg in den Umlauf zu bringen. Doch viele dieser Verpackungen landen in der Natur und auch die Stadtverwaltungen kommen nicht mehr hinterher den Müll wegzuräumen. Auch wenn ein Großteil der Verpackungen verbrannt oder recycelt werde, seien Einwegprodukte laut NABU eine „Vergeudung natürlicher Ressourcen“. Denn zu den Einwegpackungen gäbe es bereits umweltschonende Mehrwegalternativen.

Der NABU fordert deshalb eine konsequente Förderung von Mehrwegprodukten. Das von der EU vorgeschlagene Verbot von Einwegprodukten aus Plastik sei ein wichtiger Schritt für Schutz von Meeren und Umwelt. Um diesen Weg weiterzugehen, müssten Mehrwegalternativen „zukünftig wirtschaftlich tragfähig werden und sich als eine alltagstaugliche Alternative etablieren“.

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