Der Osten als Mülleimer Europas

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Man sollte meinen, dass Nahrungsmittel die global in den Supermarktregal zu finden sind, alle dasselbe Produkt mit dem gleichen Inhalt sind und damit auch gleich schmecken. Wenn man in Ungarn ein Glas Nutella kauft, sollte der Aufstrich doch genauso schmecken wie in Deutschland, oder? Nicht ganz.

Produkte im Osten sind deutlich schlechter

In Ungarn, Tschechien und der Slowakei werden viele Produkte von Marken wie Nestlé, Dr. Oetker und anderen westlichen Produzenten, in deutlich minderer Qualität angeboten. Weniger Mozzarella und Tomaten auf der slowakischen Dr. Oetker-Tiefkühl-Pizza, weniger Vitamine und Kakao im tschechischen „Nesquik-Knusper-Müsli“ und weniger knusprige „Manner“-Waffeln für die ungarischen Konsumenten. Sogar das Nutella schmeckt „irgendwie anders“. In Zahlen gesprochen sieht das dann so aus: in der Slowakei sind mehr als 80% der Lebensmittel schlechter als im Westen!

Die Regierungen dieser östlichen EU-Mitgliedsstaaten haben die Nase voll. Seit einem ganzen Jahrzehnt läuft der Streit zwischen ihnen und der EU. Mitte April hat diese endlich auf den Druck der Regierungen reagiert und die rechtlichen Rahmenbedingungen verschärft. Jetzt sollen die nationalen Behörden leichter gegen irreführende Praktiken bei den Produkten vorgehen können, die in den einzelnen EU-Staaten unter demselben Namen verkauft werden. Das soll den Ländern ermöglichen die Unternehmen dazu zu verpflichten die Verpackungen oder die Produktnamen entsprechen zu ändern.

Ein Europa der zwei Geschwindigkeiten

Bisher gab es nämlich dasselbe Produkt, dieselbe Marke, dasselbe Etikett und dieselbe Verpackung und trotzdem enthielt das Produkt beispielsweise weniger Fleisch, mehr Fett, mehr Konservierungsstoffe oder künstliche Süßungsmittel. Diese Untersuchungsergebnisse befeuerten die Diskussion um ein Europa der zwei Geschwindigkeiten, bei dem Länder wie Deutschland immer weiter integriert werden, während die Länder des alten Ostblocks außen vor bleiben. Das liefert populistischen Regierungen Argumente, wenn sie beweisen wollen, dass die EU angeblich nicht in der Lage ist, alle europäischen Bürger gleich zu behandeln.

Und die Diskussion ist noch lange nicht beendet. Auch wenn Dr. Oetker reagiert hat und nun die gleiche „Ristorante“ Tiefkühlpizza die in Deutschland und Österreich verkauft wird in der Slowakei auf den Markt gebracht hat, kostet sie 2,99€ pro Stück. In Deutschland wird sie im Schnitt für 1,79€ verkauft. Es ist offensichtlich, dass hier eine zwei-Klassen-Gesellschaft betrieben wird und zwar auf ärmster Ebene!

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