Sind Gemüsechips wirklich gesünder?

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 Sie sind zu fettig und zu salzig – und wer anfängt sie zu essen, kann nicht mehr aufhören: Kartoffelchips haben einen schlechten Ruf. Als gesunde Alternative kommen Süßkartoffel-Chips, Linsen-Chips oder Kichererbsen-Nachos daher, aber sind sie das auch?

Zeitgemäß und gesund?

Sie sollen „bis zu 70 Prozent weniger Fett“ als klassische Kartoffelchips haben, reich an „pflanzlichem Protein“ sein oder an Ballaststoffen. Mit solchen Aussagen verpassen Hersteller Chips aus Gemüse- und Hülsenfrüchten ein gesundheitsbewusstes Image. Neue Zutaten wie Linsen, Kichererbsen und Co. klingen gesund und heben die bunten Alternativen farblich von den Kartoffelchips ab.

Die Verbraucherzentrale testet

Die Verbraucherzentrale NRW hat im Mai 80 alternative Gemüsechip-Produkte und Knabberartikel aus Getreide und Hülsenfrüchten unter die Lupe genommen. Ihr Fazit lautet: „Chips oder Snacks aus Roter Bete, Pastinaken, Süßkartoffeln, Mais, Bohnen, Linsen oder Erbsen sind zu fett, zu salzig oder zu kalorienreich. Sie sind nicht gesünder als Kartoffelchips oder Erdnussflips“.

Die Verbraucherschützer haben die Nährwerte verglichen und herausgefunden: Auf 100 Gramm enthalten Kartoffelchips im Schnitt ca. 535 Kilokalorien und 34 Gramm Fett. Vor drei Jahren hatten die Verbraucherschützer mit einer Umfrage herausgefunden, dass wir im Schnitt 60 Gramm Chips essen, was im Fall von Kartoffelchips ein Drittel des Tagesbedarfs an Fett abdeckt. Die Gemüsechips schneiden beim Energiegehalt mit 500 Kilokalorien und 32 Gramm Fett pro 100 Gramm nur minimal besser ab als der Kartoffel-Klassiker. Besser machen sich im Vergleich die Snacks auf Basis von Linsen, Erbsen und Co.: Mit durchschnittlich 16 Gramm Fett pro 100 Gramm und 440 Kilokalorien haben sie einen etwas geringeren Energiegehalt. Die Chips aus Hülsenfrüchten enthalten zwar mehr Eiweiß, aber auch zu viel Salz. Deutlich weniger Kalorien, Fett und Salz als herkömmliche Chips enthalten gepuffte Snacks, was auch an ihrem geringen Gewicht liegt.

Gesunde Alternativen

„Verbraucher sollten auf das gesunde Gemüse-Image bei den Alternativen zu herkömmlichen Chips und Snacks nicht hereinfallen“, warnt Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. Wer mehr Gemüse oder Hülsenfrüchte essen will, der sollte nicht zu Chips, sondern zu unverarbeiteten Lebensmittel greifen. Gesunde Alternativen für den Abend auf Coach vor dem Fernseher sind Nüsse, Rohkost oder selbst gemachte Gemüse-Chips.

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