So geht Tierhaltung ohne Ausbeutung

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Sie schenken Tieren „eine zweite Chance“ und sind Botschafter der Idee, dass jedes Leben zählt – und nicht nur menschliches: Lebenshöfe sind Höfe, auf denen Tiere leben, ohne genutzt zu werden.

Tierhaltung ohne Ausbeutung

Aus dem Stall in den Schlachthof und dann in den Supermarkt, so sehen die „wichtigsten“ Etappen im Leben der Tiere für diejenigen aus, die sie oder „ihre Produkte“ essen. „Tiere sind keine Ware, keine Lebensmittel, Kinderspielzeuge, Kleidungsstücke, Sportgeräte oder Forschungsobjekte, sondern individuelle, leidensfähige Lebewesen“, schreibt der Verein Tierbefreier und fordert mehr Unterstützung für sogenannte Lebenshöfe.

Die Tierschutzorganisation PETA definiert Lebenshof wie folgt: „Lebenshöfe nehmen Tiere auf, die früher in der Tierwirtschaft ausgebeutet wurden. Sie schenken ihnen eine ‚zweite Chance’ auf ein unversehrtes Leben, das ihnen bislang vorenthalten wurde und nun zurückgegeben wird“. Statt ein Ort, an dem Tiere gequält werden, ist ein Lebenshof PETA zufolge „ein Ort, an dem jedes Leben zählt“. Damit werden Lebenshöfe zu Botschaftern einer Lebensweise, in der Tiere und Menschen eine friedliche Koexistenz führen. Sie richten sich gegen die Idee des Speziesismus, also der Benachteiligung von Lebewesen aufgrund ihrer Artzugehörigkeit: Der Mensch soll Rinder, Hühner und Schweine nicht ausbeuten und töten, weil er es kann.

Die PETA gibt ein besonders eindrückliches Beispiel dafür: In der konventionellen Tierhaltung darf ein krankes Tier getötet werden, wenn die Behandlung seinen „wirtschaftlichen Wert“ übersteigt. Solche Tiere kaufen Lebenshöfe frei und schenken ihnen ein Zuhause. Bis zum Tod leben diese Tiere auf einem Lebenshof und werden nicht weitervermittelt, was einer der Unterschiede zwischen einem Lebenshof und einem Tierheim ist.

Gründe für den Umstieg und Alternativen zur Tierwirtschaft

Die Liebe zu Tieren und die Einsicht, dass Tierliebe und Tierwirtschaft nicht vereinbar sind, sind vermutlich der wichtigste Grund, um sich aus der konventionellen Tierhaltung zu verabschieden und aus dem Hof einen Lebenshof zu machen. Doch auch der geringe Verdienst mit Erzeugung tierischer Produkte und der starke Zusammenhang zwischen Tierproduktion und Umweltzerstörung sind laut PETA weitere Gründe für „einen tierfreundlichen Neustart“.

Und es gibt tatsächlich immer mehr Höfe, die umsteigen: Im Deutschlandfunk lief ein Beitrag über Sarah Heiligtag, sie hat ihren Nutztierbetrieb auf einen bio-veganen Lebenshof umgestellt. „Durch das, was wir hier auf unserem eigenen Hof machen, wurde das Interesse geweckt, auch ein Konzept wie unseres auszuprobieren. Und so kam es, dass dann der erste Hof mit unserer Begleitung in ganz kurzer Zeit umstellte“, berichtet sie. Seit Herbst 2017 hat sie über 70 Höfen bei der Umstellung geholfen und letzten Herbst sogar einen Verein gegründet: Begleitung zur veganen Landwirtschaft e.V.

In der veganen Landwirtschaft werden die Tiere nicht mehr genutzt, um Geld zu machen. Wer das unterstützen will, kann eine Patenschaft für ein Tier übernehmen target=“_blank“ rel=“nofollow noopener“. Die Betreiber der Lebenshöfe haben viele Möglichkeiten, um von ihren Höfen zu leben: Eine Möglichkeit ist es, Hülsenfrüchte, Gemüse oder Obst anzubauen, eine andere sich auf besondere Pflanzen und Öle wie Hanf, Buchweizen oder Rosen zu spezialisieren. Eine weitere Option kann es sein, Hafermilch zu produzieren oder Ferien auf den Bauernhof anzubieten.

 

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