Sprossen – Heilkräfte auf der Fensterbank

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Wahrscheinlich hat jeder von uns bereits Sprossen in irgendeiner Form gegessen ohne. Auch wenn einem das in dem Moment gar nicht bewusst war welche heilenden Kräfte diese mit sich bringen können. So werden Mungosprossen oder auch Bambussprossen gerne in der asiatischen Küche verwendet, aber auch die klassische Gartenkresse ist nichts anderes als Sprossen – und die haben es im wahrsten Sinne des Wortes in sich.

Superfood mit voller Vitaminpower

Sprossen sind eine unvergleichliche Quelle an wichtigen Vitalstoffen. Sie stecken randvoll mit Mineralien, Vitaminen, Aminosäuren und sekundären Pflanzenstoffen. Obendrein gibt es noch reichlich Faserstoffe, welche unseren Darm erfreuen und damit für eine gute Darmgesundheit sorgen. Die Dichte der Nährwerte ist zum Teil deutlich höher als bei fast allen gängigen Obst- und Gemüsesorten.

Diese Kraft schöpfen die Sprossen aus ihrem Samen. In dem Moment, in dem ein Samen beginnt zu keimen, wird der Stoffwechsel der Pflanze aktiviert. Alles was der kleine Trieb zum überleben braucht bis er sich selbst über seine Würzeln versorgen kann, das wird ihm mitgegeben. Diese Kraft steckt damit in geballter Form in den Sprossen und wir können uns diese zunutze machen.

frische Sprossen essen

Frische Sprossen sind nicht nur sehr gesund, sie bereichern auch geschmacklich ganz viele Gerichte.

Sprossen bieten eine große Auswahl

Sprossen versorgen uns nicht nur mit lebenswichtigen Vitalstoffen, sie können zudem eine große Zahl an Gerichten verfeinern. So passen sie in jeden beliebigen Salat, können auf Suppen gestreut oder eben auch im Smoothie verarbeitet werden.  Auch das legendäre Butterbrot wird gerne mit frischen Sprossen verfeinert oder dem Pfannengericht kurz vor dem servieren noch etwas Frisches mitgegeben.

Dabei sind die kleinen Sprossen sehr pflegeleicht. Sie müssen nicht gewaschen oder geschnitten werden. Wer seine Sprossen selber ziehen möchte, der baucht nicht viel dazu. Ausrüstung und Saatgut sind sehr günstig zu haben. Es eignen sich zudem sehr viele Pflanze zur Sprossenzucht:

  • Kresse
  • Amaranth
  • Brokkoli
  • Buchweizen
  • Erbsen
  • Linsen
  • Kohl
  • Radieschen
  • Rettich
  • Roggen
  • Senf
  • Sonnenblumenkerne
  • Sojabohnen uvm.

Lediglich bei Nachtschattengewächsen, wie Kartoffeln und Tomaten, sollten aus den Samen keine Sprossen gezogen werden. Sie enthalten Solanin und das wirkt in größeren Mengen auch für den Menschen giftig.

Sprossen selber ziehen

Sprossen lassen sich in einem Schraubglas zu Hause ganz einfach selber ziehen.

Heilkräfte für unseren Körper nutzen

Abgesehen von wenigen Ausnahmen sind Sprossen eine einzigartige Apotheke der Natur. Wer sie zu nutzen weiß, der kann damit seiner Gesundheit gute Dienste erweisen. Sie enthalten nicht nur sehr viele Vitalstoffe, sondern auch Bestandteile, die unser Immunsystem unterstützen und damit stärken können. Viele Sprossen beispielsweise haben einen leicht scharfen Eigengeschmack. Dieser kommt daher, dass sie Senföle enthalten. Und diese wiederum haben eine hemmende Wirkung auf verschiedene Viren und Bakterien.

Aus den Samen von Hülsenfrüchten gezogene Sprossen enthalten Saponine, welche gleich eine ganze Reihe positiver Eigenschaften mit sich bringen. So wirken sie entzündungshemmend, immunstärkend, harntreibend, was beim Ausleiten von Stoffen helfen kann, und obendrein schleimlösend. Sojabohnenkeimlinge hingegen sind bekannt für ihre große Menge an Flavonoide. Sie wirken damit positiv auf unseren Blutdruck oder auch den Cholesterinspiegel. Sprossen aus Sonnenblumenkernen helfen wiederum den Blutzuckerspiegel zu regulieren.

Es ist unschwer zu erkennen, dass Sprossen eine gute Quelle für viele wichtigen und heilenden Stoffe der Natur sind. Je nach Art bringen sie auch andere Wirkungsweisen mit sich. Das Schöne daran, jeder kann sie einfach nutzen und zudem selbst herstellen.

Sprossen selber ziehen

Es braucht wie gesagt nicht viel, um seine eigenen Sprossen selber zu ziehen. Es reicht ein geeignetes Gefäß, etwas Wasser und natürlich frisches Saatgut. Als Gefäß eignet sich jedes beliebige Schraubglas, es muss kein spezielles Anzucht-Set für Sprossen sein. Damit kann man gut und gerne warten bis man auf den Geschmack gekommen ist und größere Mengen keimen lassen möchte.

Jetzt wird es ganz einfach. In wenigen Schritten kann man Sprossen selbst keimen lassen:

  1. Die Samen werden in das Schraubglas gegeben und mit der vierfachen Menge an Wasser übergossen und mit dem Decke verschlossen. In den Deckel sollten Löcher gestochen werden, die aber kleiner als die Samen selbst.
  2. Jetzt lässt man die Samen je nach Sorte zwischen 4 und 12 stunden darin aufquellen.
  3. Sobald die Samen aufgequollen sind wird das überschüssige Wasser abgegossen und die Samen anschließend mehrfach mit frischen Wasser abgespült.
  4. Jetzt legt man das Glas mit der Seite nach unten auf die Fensterbank und sieht ihnen beim keimen zu. Idealerweise ist es hell, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung, damit die frischen Keimlinge nicht zu schnell austrocknen oder gar verbrennen.
  5. Anstatt zu gießen werden Sprossen jeden Morgen und Abend mit frischem Wasser gespült. Wichtig ist, dass die Sprossen immer feucht sind, aber nicht im Wasser liegen. Falls sie zu schnell trocknen kann man sie darüber hinaus auch nochmals am Mittag spülen.

Nach wenigen Tagen sind die Sprossen fertig. Je nach Art des Samens dauert es ein bisschen länger oder geht ein wenig schneller. Am besten man isst die Sprossen direkt frisch, einfach nach der Ernte nochmals anspülen und in den Salat oder aufs Brot. Man kann sie allerdings auch für wenige Tage im Kühlschrank lagern.

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