Leinsamen – Wirkung, Inhaltsstoffe und Hausmittelchen

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Jeder der einmal gefastet hat oder regelmäßig Probleme mit seiner Verdauung bekommt, der kennt Leinsamen. Er gehört als heimisches Superfood und nützliches Hausmittel in jede gut sortierte Küche. Inzwischen hat sich auch herumgesprochen, dass Leinsamen eine deutlich günstigere Alternative ist für so manche teuren Superfood-Importe wie etwa Chia-Samen.

Leinsamen: Inhaltsstoffe

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Leinsamen befinden sich direkt in der Samenschale. Zu etwas wirklich ganz besonderem unter vielen anderen Lebensmitteln macht den Leinsamen der hohe Gehalt an Ballaststoffen. Genau dafür ist der kleine braune oder gelbe Samen auch weitestgehend bekannt.
Weniger bekannt ist der Proteingehalt von knapp 23 Prozent. Es gibt nur sehr wenige pflanzliche Lebensmittel, welche den Leinsamen in Sachen Eiweiß schlagen können. Damit entpuppt sich unser heimisches Superfood zu einer idealen pflanzlichen Eiweißquelle für Sportler.

Der größte Teil der Inhaltsstoffe sind allerdings Öle. Diese können zu gesundem Leinöl weiter verarbeitet werden. Darin enthalten sind sehr viele wichtige mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Die sind zwar in den Samen selbst auch zu finden, im Leinöl aber natürlich in einer viel höheren Konzentration. Darüber hinaus beinhalten Leinsamen verschiedene Mineralstoffe sowie eine Vorstufe von Lignan. Diesem wird nachgesagt, eine Schutzwirkung gegenüber Brust- und Darmkrebs zu besitzen.

Leinsamen: Wirkung

Für jeden, der sich mit Verstopfung plagt, funktioniert Leinsamen als natürliches Abführmittel. Die in der Samenschale enthalten Quellstoffe regen die Darmtätigkeit an, was den Darminhalt auf natürliche Art und Weise weicher macht. Auch die Magenschleimhäute werden durch die ballaststoffreichen Schleimstoffe geschützt. Speziell bei Entzündungen oder Reizungen kann Leinsamen helfen.

Behandlungen mit Leinsamen sind vor allem dann zu empfehlen, wenn der Darm durch falsche Verwendung von Abführmitteln bereits vorgeschädigt ist. Die Wirkung von Leinsamen geschrotet ist besser, als vom ganzen Samen. Die Kerne sind dann bereits aufgebrochen und unser Körper kann die im Inneren liegenden Inhaltsstoffe und Nährwerte viel besser aufnehmen.

Die Pflanze des Leinsamen heißt auch Linum Usitatissimum - der nützliche Flachs

Die Pflanze des Leinsamen heißt auch Linum Usitatissimum – der nützliche Flachs

Leinsamen: Anwendung

Die Anwendungsmöglichkeit von Leinsamen sind zugegebenermaßen ein wenig begrenzt. So verwende ich ihn entweder klassisch im Müsli oder Smoothie. Was auch sehr gut funktioniert und bei mir mit die häufigste Verwendung von Leinsamen darstellt, ist ihn anstatt anderen Nüssen oder als Teil eines Nuss-Mix in Pesto zu verarbeiten. Man kann den kleinen Samen aber auch in Teigen mit verbacken oder zu Sportler-Riegeln weiterverarbeiten.

Direkt in Wasser aufgekocht ist Leinsamen zudem ein wunderbares Heilmittel gegen Sodbrennen. Dafür gibt man lediglich geschroteten Leinsamen in einen Topf mit Wasser, kocht diesen für 5 Minuten auf, so dass sich eine gallertartige Schicht bildet. Diese Schicht ist vielleicht jetzt kein Gaumenschmauß, kleidet aber den Magen sehr gut aus und das Sodbrennen verschwindet.

Eine nicht zu vergessene Verwendung von Leinsamen ist in Form von Leinöl. Aufgrund seiner intensiven gelben Farbe wird es auch als flüssiges Gold bezeichnet. Übertragen passt das auch ganz gut. Denn für unseren Körper kann es auch durchaus Gold wert sein, denn kaum ein Lebensmittel enthält mehr wertvolle Omega-3-Fettsäuren als Leinöl.

Mit Leinsamen abnehmen

Mit Leinsamen direkt abnehmen ist wohl eher nicht möglich. Was allerdings nicht zu verachten ist, sind die vielen Ballaststoffe. Sie quellen in unserem Darm auf und geben uns das Gefühl länger satt zu sein. Ganz nebenbei bekommt unser Verdauungstrakt ordentlich was zu tun. Jeder der bereits einmal eine Fastenkur durchlaufen hat, der kennt die Wirkung von Leinsamen. Da man danach nur sehr langsam seine Ernährung wieder aufbauen soll, helfen Leinsamen die Darmaktivität wieder anzuregen ohne zu viel schwer Verdauliches zu sich zu nehmen.

Leinsamen kaufen

Eines der bekanntesten deutschen Anbaugebiete für Leinsamen ist die Lausitz, von dort kommt beispielsweise auch das bekannte Lausitzer Leinöl. Es ist qualitativ hochwertig und der Name sogar gesetzlich geschützt. Leinsamen sollte bereits geschrotet gekauft werden. In jedem gut sortierten Handel, Reformhaus oder auch Drogeriemarkt ist das zu finden. Allerdings werden die im Samen enthaltenen Öle schneller ranzig, weshalb die Haltbarkeit deutlich geringer ist, als bei anderen Samen.

Leinöl ist jedoch nicht günstig. Die Preise für konventionelle Qualität beginnen bei 20 € pro Liter, Bio-Qualität kann auch bis zu 50 € pro Liter kosten. Im Gegensatz dazu sind Leinsamen sehr günstig. Die geschroteten sind geringfügig teurer, aber selbst dort beginnt die Bio-Qualität bereits bei etwa 4 € für das Kilo.

Wer ein ballaststoffreiches Nahrungsmittel sucht, der muss also für gesunde Superfoods nicht bis nach Südamerika schielen. Leinsamen stehen den Chiasamen nicht wirklich nach, sind aber deutlich günstiger. Vielleicht findet ihr auch weitere interessante Anwendungsmöglichkeiten für Leinsamen, Falls ja, dann gebt uns gerne Bescheid.

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