Unperfekt – Gegen Lebensmittelverschwendung

Veröffentlicht am

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) geht davon aus, dass weltweit rund ein Drittel der produzierten Lebensmittel in der Tonne landen. In Deutschland haben sich einige Kleinunternehmer dazu entschlossen, der Lebensmittelverschwendung mit ihren innovativen und leckeren Produkten den Kampf anzusagen.

Lebensmittelverschwendung ist ein Problem. Nicht nur in den privaten Haushalten wird zu viel weggeschmissen. Supermärkte betreiben die Wegwerfkultur im großen Stil. Müssen sie, denn Lebensmittel die nicht mehr schön aussehn oder deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist verkaufen sich schlecht.  Dabei wären sie meisten noch genießbar.

Dass dringend ein Umdenken statt finden muss, sollte einem der gesunde Menschenverstand sagen. Bei der Lebensmittelproduktion werden natürliche Ressourcen unwiederbringlich verbraucht.  Außerdem entstehen schon hier unmengen Abfall mit negativen Folgen für unser Ökosystem, zum Beispiel durch CO²-Emission. Die Produktionsprozesse erfordern darüber hinaus oft einen Eingriff in die Natur, beispielsweise durch Ackerlandgewinnung. Konventionelle Anbauverfahren belasten die Umwelt zusätzlich durch  Monokulturen und der Verwendung von hochgiftigen Schädlingsbekämpfungsmitteln.

Zum Glück tut sich etwas. Vor allem Jungunternehmer entdecken mit ihren Nischenprodukten aus Wegwerf-Obst und -Gemüse gerade eine Marktlücke nach der anderen und gehen aktiv gegen die Wegwerfkultur vor. Zu den Umdenkern gehört auch das Unternehmen „bebananas“, das überreifen Bananen eine zweite Chance gibt. Auf einer Australienreise kamen die Gründer Lars Peters und Tim Gudelj auf die Idee, das dort beliebte „banana bread“ auch in Deutschland zu vermarkten und als Grundlage für ihre Delikatessen schwerverkäufliches Obst zu verwenden.

„Jede Frucht ist schön“, findet auch das Team von „Dörrwerk“ aus Berlin. Sie verarbeiten aussortiertes Obst zu Fruchtpapier, eine super leckere und gesunde Snack-Alternative zu Chips und Co. Grundlage ihrer Produkte sind die Äpfel eines Obstgutes im berliner Umland, das sich gemeinsam mit Dörrwerk gegen die Lebensmittelverschwendung stellt und so jährlich mehrere Tonnen ihrer Obsternte rettet.

Gerade Erzeuger bekommen die Verschwendung von Ressourcen in der Lebensmittelproduktion am eigenen Leib zu spüren. Wenn ihre Produkte aus der Norm fallen und von den Händlern nicht gekauft werden, kann das katastrophale Folgen für ihren Betrieb haben.

Diesem Problem musste sich auch der Bio-Landwirt Georg Thalhammer stellen, der als einer der ersten deutschen Bauern Hokaido-Kürbisse heranzog. Als er irgendwann einen großen Teil seiner Ernte nicht vermarkten konnte, ließ er die unverkäuflichen Kürbisse zu Püree verarbeiten. Das dient nun als Basis für viele leckere Delikatess-Produkte, die sich großer Nachfrage erfreuen. Darunter beispielsweise eine Kürbis-Brine-Schorle oder ein Kürbis-Schoko-Aufstrich.

Eine Win-Win-Lösung, von der wir im größeren Stil noch viel mehr bräuchten. Aber auch jeder Einzelne kann einen kleinen Beitrag leisten, indem er nur kauft, was er wirklich benötigt und die Einkäufe rechtzeitig verbraucht oder weiterverarbeitet und gegebenenfalls einfriert. Es kann so einfach sein!

Bewerte diesen Beitrag:

1 Kommentare


  1. Yay, schön dass ihr das Thema Lebensmittelverschwendung aufgreift! Es ist einfach unglaublich, wie viele noch genießbare Lebensmittel weggeworfen werden. Super, dass sich daran so langsam etwas ändert. Ob mit Apps wie Too Good To Go, Supermärkten, die auch „krumme Gurken“ verkaufen oder den genannten Unternehmen. Denn so wie es ist, darf es nicht weitergehen. Und jeder kann auch bei sich zu Hause etwas dafür. Habe eben wieder 5 Kilo Bio-Tomaten zu Tomatensoße eingemacht, die im Großhandel wegen schlechter aussortiert wurden. Mich füttern sie jetzt lange! 🙂

Wie denkst du darüber?

Frisch ins Postfach?

Verwandte Themen?