Ein Pulver für alles: Soylent

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Wenn es nach einem US-Unternehmen geht, werden wir uns künftig nur noch von Pulver namens Soylent ernähren. Kochen und alles was damit zu tun hat soll damit überflüssig werden. Eine Welt aus Einheitsgeschmacksrichtungen und Chemie ist die vermeintliche Lösung unseres Alltags. Doch was wie eine Revolution in unserer Ernährung klingt, gibt es schon längst.

Erst baute er günstige Handymasten, dann programmierten er Software, zweimal ohne den großen Erfolg. Jetzt versucht der 25-jährige Softwareprogrammierer namens Rob Rhinehart aus Silicon-Valley sich an einer Revolution des Ernährungswesens. Ein geruchloser, milchiger Shake soll die Lösung darstellen.

Nicht mehr essen, sondern nur noch trinken. Laut dem Hersteller sind in Soylent alle seiner Meinung nach 35 lebenswichtigen Bausteine unserer Ernährung enthalten. Es ist demnach möglich sich nur noch und ausschließlich von dem Pulver zu ernähren. Die Idee ist es mit einer Packung für 65 Dollar eine Woche komplett versorgt zu sein.

In unseren natürlichen Lebensmitteln sind jedoch weit mehr als nur die 35 Substanzen, welche in Soylent enthalten sind. „Eine Karotte ist nicht nur eine Ansammlung von Vitaminen und Nährstoffen“, sagt auch Bernhard Watzl, Leiter der Abteilung für Ernährungsphysiologie am Max-Rubner-Institut gegenüber dem SPIEGEL. So existieren etwa 100.000 sekundäre Pflanzenstoffe von denen 5-10% auch in der menschlichen Nahrung enthalten sind.

Der Erfinder Rob Rhinehart hat seine Wundernahrung Soylent aus Eigenrecherchen entwickelt. Nicht umsonst warnen Ärzte und Ernährungsexperten davor sich nur davon zu ernähren. Gerade die fehlende Langzeitstudien und mangelnde Inhaltsstoffe werden als sehr bedenklich gesehen.

Die noch verbliebenen Menschen außerhalb der Matrix, aus dem Hollywood Blockbuster, nutzen auch einen Einheitsbrei, um sich zu ernähren. Soylent verspricht dieser Brei zu sein. Der Name Soylent kommt aber eher aus dem 1970er Science-Fiction-Film „Soylent Green“, in dem Menschen zu Nahrung verarbeitet wurden. Humor kann man dem Entwickler somit auf jeden Fall nicht absprechen.

Eine Vorstellung wie Sience-Fiction ist wahrscheinlich auch das, was eine Ideenschmiede wie Silicon-Valley benötigt. Dem Programmierer ist es gelungen mit seinem Pulver seitens Venture-Capital-Unternehmen mehrere Millionen Dollar einzusammeln. Dabei ist die Idee gar nicht so neu wie gedacht, sondern eigentlich nur ein besonders guter Marketing-Gag. Sämtliche Diät-Pulver, Sportlernahrungsmittel oder Nahrungsergänzungsmittel versprechen eigentlich schon das Selbe. Ein Pulver für alles! Chemie statt Karotten!

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