Hunde als potentielle Adipositas-Forschungsobjekte

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In Deutschland nimmt die Zahl der übergewichtigen Menschen immer weiter zu. Doch nicht nur die Menschen sind in den westlichen Ländern zu dick, auch Haustiere bringen inzwischen immer mehr auf die Waage, als gut für sie ist. Hierzulande sind gut 52% der Hunde und Katzen übergewichtig.

Dicke Hunde als Forschungsmodell

Das Übergewicht der Tiere hat eine ähnlich fatale Folge wie das Übergewicht bei uns Menschen: dicke Haustiere sterben bis zu zwei Jahre früher und leiden oft an Diabetes, Arthritis und Herzerkrankungen. Dennoch machen sich nun Verhaltensforscher der Eötvös-Lorànd-Universität Budapest die adipösen Tiere zu Nutze, um das Verhalten von dicken Menschen besser zu verstehen. Dadurch, dass Hunde in enger Gemeinschaft mit Menschen leben, sind sie denselben Umweltfaktoren ausgesetzt und können, laut Forscher, künftig als Modell für die Adipositas-Forschung eingesetzt werden.

In zwei verschiedenen Experimenten mit 91 Hunden verschiedener Rassen bestätigten sich gleiche Verhaltensweisen von dicken Hunden und Menschen: sie bevorzugen energiereiche Nahrung, sprich Nahrung die reich an Fett und Zucker ist, und versuchen ihre Nahrungsaufnahme zu maximieren.

Starke Verhaltensänderungen bei Übergewicht

Im ersten Experiment konnten sich über- und normalgewichtige Hunde zwischen zwei Futternäpfen entscheiden. Der eine enthielt immer Futter von „schlechter“, also energiearmen Qualität, der andere enthielt entweder Futter „besserer“ bzw. energiereicher Qualität oder auch gar nichts! Übergewichtige Tiere bevorzugen meist das gute Futter, obwohl der Versuchsleiter den Hunden die Anweisung gab das schlechte Futter zu essen. Sie ignorierten den Befehl und nahmen lieber das Risiko auf sich, nichts zu erhalten. Ein ähnliches Verhalten von übergewichtigen Menschen ließ sich schon in mehreren Studien nachweisen.

Im zweiten Experiment konnte bei dicken Hunden ein Verhalten beobachtet werden, das die Forscher als negative kognitive Verzerrung bezeichnen. Es wurden zwei Schüsseln an gegenüberliegenden Seiten eines Raums gestellt, der auf der einen Seite enthielt immer Futter, der auf der anderen Seite nicht. Nachdem die Hunde das gelernt hatten, wurde eine Schüssel in die Mitte des Zimmer platziert und zwar so, dass die Hunde nicht sehen konnten, ob darin Futter enthalten war der nicht. Die dicken Hunde waren zögerlicher und brauchten länger bis sich sich auf den Weg machten als ihre normalgewichtigen Freunde. Denn ihre Mühen könnten ja eventuell vergebens sein. Beide in den Experimenten gezeigte Verhalten waren so gut wie unabhängig von der jeweiligen Rasse.

So gesehen gilt also folgendes: wenn man einmal übergewichtig ist, ist es deutlich schwerer wieder an Gewicht zu verlieren. Unser komplettes Verhalten ändert sich auf eine für uns ungesunde Weise und macht damit Menschen die abnehmen wollen das Leben doppelt schwer.

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