Warum essen wir keine Hunde?

Mensch und Gesellschaft / 4.2/5 (5) für diesen Beitrag

Das gemeinsame Essen bei Freunden war ein richtiges Highlight. Die ganze Clique kommt zusammen, es wird miteinander geredet und viel gelacht. Nebenbei war es auch richtig lecker – bis einer fragte warum!

„Sag mal, dein Essen ist der Wahnsinn. Kannst du mir da vielleicht bei Gelegenheit mal das Rezept geben?“ „Klar, aber eigentlich mach ich nichts anders als sonst auch, hab nur zur Abwechslung ein anderes Fleisch genommen. Das ist diesmal kein Schwein, es ist junger, pikant gewürzter Labrador!“ Schneller kann man eine lustige Gesellschaft denke ich nicht auflösen, aber warum reagieren wir darauf eigentlich so empfindlich?

Viele haben wahrscheinlich noch nie darüber nachgedacht, warum sie die einen Tiere essen, die anderen jedoch nicht. Manche Tiere werden als süße Haustiere gesehen, die geliebt werden und fest in die Familie integriert sind, andere hingegen leben ausschließlich für den Teller. Vielmehr kann man es sich ja fast nicht vorstellen wozu ein Schwein sonst da sein sollte… natürlich wird es irgendwann geschlachtet, das ist doch ganz normal, oder?

Andere Kulturen anderes Fleisch

Das Fleisch von Hunden ist genauso genießbar wir das von Schweinen, Hühnern, Enten, Gänsen oder Rindern. Mit allem haben wir kein Problem, es kommt einem gar nicht so vor als äße man wirklich Tiere… der Hund oder die Katze sind aber Tabu. „Das ist ja pervers!“ Dabei gibt es andere Kulturen in denen ist es ganz normal Hund zu essen. Wir jedoch verurteilen das, dabei dürften wir uns überhaupt nicht das Recht herausnehmen dies zu tun.

In Deutschland liebt man das Rindersteak, in Indien würden wir dafür sehr wahrscheinlich hart betraft. Auch Schweinefleisch ist ganz normal, in muslimischen Ländern würde man sich davor ekeln. Pferdesalami wird bei uns zwar gegessen, so richtig anfreunden kann man sich damit aber wohl eher in Ungarn oder Rumänien. Das was bei uns selbstverständlich ist, das wird in anderen Ländern und Kulturen, ähnlich dem Hund als Fleisch hierzulande, verurteilt.

Konditionierung ist alles

In unserem Gehirn gibt es keine Verbindung zwischen dem kleinen Struppi und dem Burger in der Hand. Nimmt man es genau, so ist es aber nichts anders: Tierische Muskelfaser mit Gewürzen! Bricht man es aber auf diese Tatsache herunter, so ist der Aufschrei gewiss. „Du willst mir nur mein Essen verderben!“

Dabei ist die Antwort nach psychologischen Studien ganz einfach. Wir essen Tiere nicht, weil wir sie essen müssen oder gar weil wir sie essen wollen. Vielmehr sind wir bereits seit Kindheitstagen darauf konditioniert worden sie zu essen. Nicht nur der Veganer oder der Vegetarier isst aus Überzeugung so wie er isst. Jeder Mensch isst aus Überzeugung. Das es hierzulande nicht lebensnotwendig ist Tiere zu essen, um zu überleben, steckt dahinter eine quasi freie Entscheidung. Entscheidungen hingegen werden auf Basis von Überzeugungen und Glauben gefällt – somit hat Fleisch essen zunehmend religiöse Züge, es ist nicht mehr rational, sondern deutlich irrational.

Das dem so ist, das lässt sich ganz einfach zeigen. Genauso wie wir es nicht sehen wollen, dass unser Haustier ein Stück Fleisch darstellt, genauso wenig lassen wir es zu hinter einem Hühnchen oder dem Schwein etwas Menschliches zu sehen. Dem Hund werden derartige Wesenszüge aber durchaus zugesprochen, obwohl das Schwein dem Hund diesbezüglich auf jeden Fall ebenbürtig ist und sogar die Intelligenz eines dreijährigen Kindes besitzt.

Fleisch essen ist eine Religion

Die Existenz von Jesu Christi in Verbindung mit magischen Fähigkeiten ist niemals bewiesen worden und wird auch wohl niemals bewiesen werden. Nichtsdestotrotz glauben sehr viele Menschen dennoch daran. Würden die Gläubigen mit rationalen Fakten konfrontiert, so würden sie diese im ersten Schritt leugnen. Der Glaube ist für sie eine Selbstverständlichkeit, welche es nicht zu hinterfragen gilt.

Wer sich an festen Fleischmustern festhält, der tut strenggenommen nichts anderes. Die Herkunft, die Tatsache, dass jedes Tier gleich ist, oder dass Tiere auf grausame und ekelhafte Weise für den eigenen Genuss leiden müssen, wird geleugnet. Das ein Großteil der heute dominierenden Krankheiten auf falsche und tierreiche Ernährung zurückzuführen sind, wird geleugnet. Würde man es nicht leugnen, so müsste man sich aktiv damit auseinandersetzen und könnte nicht mehr irrational an die Sache herangehen. Unsere Ernährung ist eine Selbstverständlichkeit, die nicht hinterfragt wird. Auch die Art uns Weise wie Fleisch gegessen wird ist eine Selbstverständlichkeit, welche nicht hinterfragt wird. Wir sind konditioniert. Es war schon immer so, dass das Schwein für den Teller und der Hund als Haustier gehalten wird.

Und… Warum essen wir keine Hunde? Weil es immer schon so war!

Letztes Update vom

2 Kommentare


  1. Ich glaube der Unterschied liegt eher dahingehend, dass hier „normalerweise“ nur Pflanzenfresser gegessen werden. Hunde und Katzen sind Fleischfresser, das ist etwas vollkommen anderes wie ich finde.

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