Frau Klöckner führt Lebensmittelkennzeichnung ad absurdum

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Es gibt schon viele gute Vorschläge, wie eine aussagekräftige und zudem allgemein verständliche Kennzeichnung von Lebensmitteln aussehen könnte. Unserer Bundeslandwirtschaftsministerin Frau Klöckner sind diese gegebenen und erprobten Lösungen jedoch nicht genug, sie möchte eine eigene Kennzeichnung. Das hat auch seine Gründe!

Einsicht, die keine ist

Es geht vordergründig einen Schritt in die richtige Richtung. Selbst in dem der Lebensmittelindustrie sonst so nahen Bundeslandwirtschaftsministerium erkennt man scheinbar die Notwendigkeit einer klaren und einfachen Kennzeichnung von Lebensmitteln. Nachdem die Lebensmittelampel über Jahre hinweg mit allen Mitteln torpediert wurde, klingt das ja fast nach einem späten Eingeständnis. Bei näherer Betrachtung liegt die Sachlage jedoch anders. Und mit Verbraucherschutz hat das am Ende auch recht wenig zu tun.

Es gibt den Nutriscore. Dahinter verbirgt sich ein seitens Foodwatch und anderen Verbraucherschutzorganisationen unterstütztes Kennzeichnungssystem für Lebensmittel. Es zeigt in fünf Stufen von grün bis rot wie empfehlenswert das entsprechende Lebensmittel ist. Auch Länder wie Frankreich, Belgien und Spanien unterstützen diese Art der Kennzeichnung. Sie ist eindeutig und für jeden verständlich.

Lebensmittelkennzeichnung muss der Industrie freundlich sein

Für die Industrielobby scheint der Nutriscore hingegen zu verständlich. Man wird sehr schnell enttarnt und viele verarbeitete Lebensmittel würden nicht gut dabei abschneiden. Durch die auffällige Farbgestaltung würde dieser Umstand jedem auch noch sofort ins Auge fallen. Eine derartige Lebensmittelkennzeichnung könnte Verbraucher zum Umdenken bringen und somit dem Umsatz schaden.

Wäre es da nicht besser eine etwas weniger auffällige Kennzeichnung ins Rennen zu schicken? Verweigern kann man sich der Sache ja langsam nicht mehr. Wie wäre es mit einfarbigen, also dezent zu versteckenden Kreisdiagramme, welche Kalorien, Fett, Zucker oder auch Salz im Verhältnis zur empfohlenen Tagesmenge darstellen? Die Lebensmittelindustrie würde sich über eine derartige Kennzeichnung mit Sicherheit mehr freuen, als über einen Nutriscore.

Um diese unauffälligere Kennzeichnung für Lebensmittel zu testen wurde extra das Max-Rubner-Institut beauftragt. Ich gehe fest davon aus, dass es am Ende der Tests eine sehr eindeutige Empfehlung für die von Frau Klöckner gewünschte Kennzeichnung geben wird. Wollen wir wetten?

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