Lebensmittel verbrennen, um Kaloriengehalt zu bestimmen

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Viele Menschen zählen fleißig Kalorien, doch wie diese überhaupt gemessen werden, wissen die Wenigsten – und das, obwohl die Angabe auf der Packung nur eine grobe Schätzung dessen ist, was wir tatsächlich aufnehmen.

Kaloriengehalt richtig bestimmen

Auf der Packung steht sie, die Kalorienangabe, aber woher kommt diese Zahl eigentlich? Die Grundlage, um Kalorien zu messen, bildet das sogenannte „Bombenkalorimeter“. In dieses werden abgewogene Mengen von Lebensmitteln gegeben, dann verbrannt und die Wärmemenge, die dabei frei wird, gemessen. Der so ermittelte Brennwert ist präzise, wenn es darum geht, wie lang man mit Kohle einen Ofen heizen kann. Doch wir Menschen verbrennen unser Essen nicht, sondern wir verdauen es und scheiden einen Teil davon wieder aus.

Daher hat der Chemiker Wilbur Olin Atwater Ende des 19. Jahrhunderts dieses Verfahren verfeinert: Er suchte sich Freiwillige, gab ihnen zu essen und sammelte ihre Exkremente ein. Diese verbrannte er im Bombenkalorimeter und erhielt so den Energiewert des Essens, den er vom Brennwert abzog. Er stellt fest, dass Kohlenhydrate und Proteine im Schnitt 4 kcal pro Gramm liefern, Fett mit 9 kcal pro Gramm mehr Energie enthält. Bis heute bildet dieses Verfahren mit leichten Veränderungen die Grundlage für die Kalorienangaben.

Werden die Kalorien so richtig gezählt?

Der gemessene Kalorienwert wirkt genauer, als er ist, denn trotz einiger Anpassungen in dem Verfahren bleibt immer noch das Grundproblem: Wir Menschen verbrennen unser Essen nicht restlos wie ein Ofen, sondern wir verdauen es. Daher macht es auch einen Unterschied, wie wir Lebensmittel essen. Durch Kochen werden viele Lebensmittel leichter verdaulich, wir nehmen also mehr Energie aus ihnen auf. Wie viele Kalorien wir aus dem Essen herauslösen, hängt auch davon ab, wie gut man kaut, und ob man Lebensmittel unverarbeitet oder nicht isst. Das Verdauen selbst verbraucht auch Energie und einen Teil der Kalorien, die auf der Packungen stehen, nimmt der Körper häufig nicht auf: Eine Studie konnte beispielsweise zeigen, dass wir bei Mandeln ein Drittel weniger Kalorien aufnehmen als angegeben.

Der Kaloriengehalt, der auf der Packung steht, ist also nicht gleich dem, den der Körper verwertet.

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2 Kommentare


  1. Da hält sich wohl jemand für ganz schlau? Angegeben auf der Packung ist immer der Brutto-Energiegehalt. Der Körper nutzt davon nur einen Bruchteil. Das nennt man Wirkungsgrad. Die Einheit für Energie ist übrigens Joule, nicht Kalorien.


    1. Hallo Heinz,
      Kalorien ist ebenfalls eine Einheit für Energie wie auch Joule oder Newtonmeter oder Wattsekunde.
      1 Kalorie = 4,186 x 10³ Joule
      Es wird lediglich umgerechnet.
      Als Mitglied der freien Universität sollte man das doch wissen 😉
      uni-guehlen.de (anschauen lohnt sich!) ;D

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