Verarbeitete Lebensmittel: Praktisch, aber ungesund

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Stark industriell verarbeitete Lebensmittel machen die Hälfte dessen aus, was sich Deutsche zu Essen kaufen. Beliebt sind sie vor allem, deshalb weil sie viel Zeit einsparen. Doch verarbeitete Lebensmittel wie Schokolade, abgepacktes Brot und Fertigpizza können nicht nur zu Übergewicht, sondern auch zu Krebs führen – das hat eine französische Studie herausgefunden.

Welche Lebensmittel gelten als „stark verarbeitet“?

Viele Lebensmittel, die wir essen, sind bis zu einem bestimmten Grad industriell verarbeitet – die Fertig-Pommes, die wir nur noch in den Ofen schieben müssen, waren ja auch mal Kartoffeln. Die Lebensmittelindustrie nimmt uns hier Arbeit ab, indem sie Vorarbeit leistet. Je nachdem wie stark Lebensmittel industriell verarbeitet sind, fallen sie in unterschiedliche Kategorien der sog. NOVA-Einteilung. In der ersten Kategorie „Nicht oder kaum verarbeitete Lebensmittel“ sind beispielsweise Obst, Gemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte, Reis und Eier. In der vierten und letzten Kategorie „Stark verarbeitet Lebensmittel“ finden sich Lebensmittel, die meist schon aus fünf oder mehr Zutaten bestehen – und häufig Zucker, Fett, Salz und Konservierungsstoffe enthalten: Hier sind nicht nur die klassischen Fertigprodukte aus der Tiefkühltruhe, sondern auch Schokolade, abgepacktes Brot und alle kohlensäurehaltigen Getränke.

Stark verarbeite Lebensmittel und Krebs

Eine französische Studie mit Daten von 105.000 Menschen über einen Zeitraum von acht Jahren hat einen Zusammenhang zwischen stark verarbeiteten Lebensmitteln und Krebs gefunden: Mit jeden 10 Prozent, die verarbeite Lebensmittel mehr in der Ernährung ausmachen, steigt das Krebs-Risiko um 12 Prozent. Andere Faktoren wie Zigaretten und wenig Bewegung, die ebenfalls das Krebs-Risiko erhöhen, rechneten die Forscher aus dem Ergebnis heraus.

Warum sind verarbeitete Lebensmittel ungesund?

Die Gründe, weshalb das Essen von stark industriell verarbeitetem Lebensmittel mit einem höheren Krebsrisiko in Verbindung steht, untersuchten die Forscher nicht. Sie verweisen selbst darauf, dass weitere Studien nötig sind, um zu festzustellen, welche Art der Verarbeitung oder Zusatzstoffe möglicherweise krebserregend sind. Die Wissenschaftler sind die Ersten, die einen Zusammenhang zwischen Lebensmittelverarbeitung und Krebs herstellen – bisher wurden Übergewicht, erhöhter Blutdruck und Stoffwechselkrankheiten als Gefahren stark verarbeiteter Lebensmittel diskutiert. Aus drei Gründen gelten stark verarbeite Lebensmittel als ungesund:

  1. So enthalten Schokolade, Fischstäbchen und Co. häufig hohe Mengen an Salz, Fett und/oder Zucker.
  2. Bei ihrer industriellen Verarbeitung werden Chemikalien und Zusatzstoffe verwendet, um sie länger haltbar und schmackhafter zu machen.
  3. Sie enthalten zudem im Vergleich zu frischem Lebensmittel weniger gesunde Inhaltsstoffe wie Vitamine oder Ballaststoffe, die solche Krankheiten vorbeugen können.

Fazit

Pommes oder Pizza selbst zu machen, braucht seine Zeit. Die Lebensmittelindustrie schafft da Abhilfe mit Produkten, die man nur noch in den Ofen schieben muss. Sie sind gerade so verlockend, weil sie so praktisch sind: Schnell sind sie zubereitet und schon im Voraus lang haltbar und schmackhaft gemacht. Doch wer Zeit beim Essen und Kochen einspart, indem er zu stark verarbeiteten Lebensmitteln greift, könnte damit seine Lebenszeit verkürzen. Es gilt der Leitspruch: Lieber frisch aufgetischt statt industriell und schnell!

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