Menschenfressertomaten – Damit der Geschmack passt

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Es gibt unzählige Tomatensorten in den vielfältigsten Farben und Formen. Im Promi-Special von „Wer wird Millionär“ ist mir bei der 500.000 Euro-Frage gestern eine vollkommen unbekannte Tomatensorte begegnet: die Menschenfressertomate. Bei einem derart auffälligen Namen hat es mich dann doch interessiert, was es mit der Tomatensorte genau auf sich hat.

Ursprung der Menschenfressertomaten

Die Menschenfressertomate findet man heute eher unter ihrer lateinischen Bezeichnung Solanum viride oder auch Solanum uporo, was vielleicht auch ein Grund ist, dass man den provokanten Namen wie in meinem Fall nicht kennt. Nichtsdestotrotz ist das Nachtschattengewächs auch unter dem Namen Kannibalentomate bekannt. Weniger anstößig scheinen die weiteren Namen Poro Poro und Bora-dina, welche ebenfalls Synonyme der Tomatensorte darstellen.

Zwar gibt es zahlreiche fleischfressende Pflanzen, jedoch gehört die Menschenfressertomate nicht zu jenen. Ganz abgesehen davon, dass es keine einzige fleischfressende Pflanze gibt, die einen Menschen verschlingen könnte, erhält die Menschenfressertomate ihren Namen aus einem ganz anderen Grund. Zwar ist dieser heute geschichtlich nicht mehr eindeutig nachvollziehbaren, aus Überlieferungen des Forschungsreisenden Berthold Seemann, wurden die Menschenfressertomaten jedoch dazu genutzt, sonst nur schwer verdauliches Menschenfleisch bekömmlicher zu machen.

Die Geschichte der Menschenfressertomate

Auch wenn der Wahrheitsgehalt der Geschichte um die Menschenfressertomaten aus heutiger Sicht nicht mehr bestätigt werden kann, so bestätigt ihr Name doch zumindest das Bild der damaligen Seefahrer über die Eingeborenenvölker. Viele Ursprungsvölker wurden zu jener Zeit als Kannibale und Wilde angesehen. Auf den Fidschi-Inseln beobachtete der Forscher Seemann, dass die Tomatenrarität sogar just neben jener Hütte angebaut wurden, welche auch später für die Zubereitung des Menschenfleisches diente. Neben der Menschenfressertomate wuchsen auf der Insel noch weitere Bäume, dessen Blätter ebenfalls dem kannibalischen Zweck dienten. Das waren die Blätter des Malawari und des Tudano-Baumes.

Ein Geschmackshighlight werden Menschenfressertomaten für uns wohl eher nicht werden. Sie sind zwar essbar, jedoch bitter. Erst durch das Kochen werden die Tomaten letztendlich genießbar. Wer sich auch den Spuren der wilden Urvölker bewegen möchte, der findet die Tomatensorte heute in Tahiti, auf den Fidschis und anderen Inseln des Pazifischen Raumes.

Auch zu Hause lässt sich die Menschenfressertomate wohl gut in Kübeln kultivieren 😛

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1 Kommentare


  1. Interessante Geschichte der Tomate, ich habe die Sendung auch gesehen und musste bei dem Namen schmunzeln! Schade dass sie bitter ist, sonst würde ich sie durchaus mal in ein Gericht mit einbinden, einfach schon der Geschichte wegen, so hat man seinen Gästen schließlich was spannendes zu erzählen wenn man es entsprechend ausschmückt 😀

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