Nahrungsmittelspekulation: Das Spiel mit dem Hunger

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Die meisten Menschen sprechen sich gegen Nahrungsmittelspekulationen aus! Eine neue Studie von Oxfam zeigt dies sehr deutlich. Mehr als Dreiviertel der Deutschen sprechen sich dagegen aus, aber das ändert nichts daran, dass sehr viel Geld mit Wetten auf Grundnahrungsmittel verdient wird. Die Konsequenzen von Nahrungsmittelspekulationen sind bei uns überschaubar, in Entwicklungsländern hingegen verheerend.

Dreiviertel der Deutschen sprechen sind nach der aktuellen Studie gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln aus, was nichts daran ändert, dass alleine die zwei größten deutschen Anbieter derartiger Produkte, die Allianz und die Deutsche Bank, über 10. Mrd. Euro darin investieren. Als die Immobilienblase 2008 platzte und Beton damit für die Anleger uninteressant wurde mussten Alternativen gefunden werden. Nahrungsmittel boten sich an. Ihr Nutzen ist vielfältig. Man konnte es zu Energie verbrennen oder vergasen oder zu Kraftstoffen weiter verarbeiten oder einfach nur essen.

Ein begehrter Rohstoff ist typischerweise von Knappheit gekennzeichnet, was unweigerlich mit steigenden Preisen einhergeht. Für den Finanzmarkt ein Argument an den Gewinnen teilzuhaben. Als Folge der Nahrungsmittelspekulationen sowie der energetischen Nutzungspotentiale sind in vielen Ländern die Preise für agrarische Produkte sehr stark gestiegen.

Die Folgen der Nahrungsmittelspekulation

Der Anteil der monatlichen Ausgaben an Lebensmitteln im Vergleich zum restlichen Konsum ist in entwickelten Ländern wie Deutschland sehr niedrig. Selbst wenn sich Preise für vereinzelte Grundnahrungsmittel wie Reis und Getreide in den Industrieländern verdoppeln fällt das nicht essentiell auf. In vielen armen Regionen der Welt geben Menschen allerdings fast ihr gesamtes Geld für Nahrungsmittel aus und beschränken sich dabei auf unverarbeitete Grundnahrungsmittel. Also lediglich auf das was zum überleben notwendig ist.

Steigen hier die Kosten für entsprechende Produkte aufgrund von Spekulationen stark an oder unterliegen auch nur größeren Schwankungen, so hat das schwerwiegende Hungernöte zur Folge. Menschen die um ihr Leben fürchten, denen bleiben nicht viele Alternativen. Sie gehen auf die Straße, Unruhen folgen. Wer kann verlässt sein Land in der meist unbestätigten Hoffnung auf ein besseres Leben in der Fremde.

Banken die mit Lebensmitteln spekulieren

Bei den Institutionen die in ihren Produkten mit Nahrungsmitteln spekulieren steht allen voran der Versicherungskonzern Allianz. Er ist der größte deutsche Spekulant in diesem Bereich. Gefolgt von der Deutschen Bank, welche durchaus bekannt dafür ist nicht zwangsläufig ethisch vorzugehen.

Das die großen internationalen Investmentbanken derartigen Geschäftspraktiken nachgehen verwundert niemanden mehr. Aber auch Volks- und Raiffeisenbanken oder die Postbank verdienen bei den Spekulationen mit.

Die Sparkassen und Landesbanken haben letztes Jahr angekündigt sich aus dem umstrittenen Geschäft zurückzuziehen. Wer allerdings sichergehen möchte kann auf Umweltbanken oder Ethikbanken vertrauen. In derartigen Institution wird grundsätzlich nicht mit Lebensmitteln spekuliert.

Venezuela geht gegen Spekulation

Da der Spekulationsgewinn vielerorts die eigenen Verkaufserlöse von Nahrungsmitteln übersteigt, ist es zum Teil rentabel tausende von Tonnen an Nahrungsmitteln zurückzuhalten und zu vernichten. Nur damit Preise entsprechend steigen. So geschehen unter anderem in Venezuela. Die dortige Regierung hat allerdings darauf reagiert und eben diese tausende von Tonnen Nahrungsmittel beschlagnahmt und der Bevölkerung zurückgegeben.

Das Spiel mit dem Hunger anderer Menschen ist gefährlich. Aus der Kraft der Verzweiflung werden Regierungen gestürzt und Kriege provoziert. Außerdem sterben gerade die Menschen die am wenigsten dafür können. Venezuela hat dies erkannt und gehandelt.

Wir sind gegen Nahrungsmittelspekulation!

Wir-essen-gesund.de als inzwischen reichweitenstarker Ernährungsblog spricht sich hiermit offiziell gegen Nahrungsmittelspekulationen und ruft seine Leser dazu auf eigene Finanzprodukte daraufhin zu kontrollieren, ob diese frei von entsprechenden Produkten sind. Gerade Finanzprodukte die im Agrarsektor oder in Rohstoffe allgemein investieren enthalten oftmals Anteile an lebenswichtigen Nahrungsmitteln.

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