Der Protein Boom gipfelt im Pudding

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Eiweißbrot, Eiweißshakes, Proteinriegel und jetzt auch Proteinpudding! Der Markt für Produkte mit dem Extra an Eiweiß wächst, denn nicht nur Bodybuilder schwören auf eine hohe Aufnahme von Proteinen, immer mehr Hobbysportler und Menschen, die sich gesund ernähren wollen, greifen zu proteinreichen Lebensmitteln. Am Meisten profitiert davon aber die Milchindustrie.

Ehrmann ist der größte Anbieter in Deutschland

Der Vorreiter in Sachen Proteinpudding war die schwedisch-dänische Molkereigenossenschaft Arla. In Deutschland platziert sich Ehrmann ganz vorne als eine der größten Molkereien Deutschlands auf dem Markt der „High Protein“ Anbietern. Sie bieten Puddingsorten, sechs Joghurtsorten und Joghurtdrinks mit einem erhöhten Proteinanteil an. Dazu kommen seit diesem Frühjahr fruchtige Drinks, Kefir und neue Geschmacksrichtungen für Joghurts und Puddings. Die Idee dahinter: kalorienärmeres, fettarmes naschen, das ohne schlechtes Gewissen auskommt. Die Puddings sind durch den Zusatz von Laktase Laktosefrei und durch Süßungsmittel frei von zugesetztem Zucker. So enthält ein Becher auf 100g 75 Kilokalorien, 10g Eiweiß, 5,5g Kohlenhydrate und 1,5g Fett. Klingt ja erst mal gut, dennoch sind Süßungsmittel nicht unumstritten. Ob diese Puddings am Ende auch gesund und eine sinnvolle Ergänzung der Ernährung sind, bleibt noch aus.

Dieser Frage hat sich die Stiftung Warentest angenommen und checkte 13 Produkte aus der Kategorie „High Protein“, darunter Brot, Pudding und Skyr. Bei einem Lebensmittel welches mit „hoher Proteingehalt“ oder „eiweißreich“ wirbt, muss laut EU-Recht mindestens 20 Prozent der Energie, die das Produkt liefert, aus Proteinen stammen. Diese Vorgabe wurde schon mal von allen getesteten Produkten erfüllt, da sie meist, wer hätte es gedacht, mit Milcheiweiß versetzt waren.

Eignen sich High Protein Proteine für eine Eiweißreiche Ernährung?

Protein gewinnt deshalb an Beliebtheit, weil es schnell satt macht und dabei in der Regel fettarm und somit insgesamt kalorienärmer ist. Für einen adäquaten Muskelaufbau werden vermehrt Proteine benötigt und der menschliche Körper braucht allgemein eine tägliche Mindestaufnahme von 30g Protein pro Tag, um gesund funktionieren zu können. Bei Sport und Muskelaufbau wird für die Reperaturprozesse und erhöhte Muskelmasse natürlich mehr gebraucht. Kann man diese Extraproteine also gut durch solche „High Protein“ Produkte decken?

Das Fazit der Stiftung Warentest ist da eher ernüchternd. Laut diesen sei Magerquark preisgünstiger und liefert ähnlich viel Eiweiß wie proteinangereicherte Milchprodukte. Auch andere proteinreiche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Fleisch und Fisch sind gute und ausreichende Quellen für genug Protein. Zudem waren die „High Protein“ Produkte zwar kalorienärmer als ihre Pendants ohne extra Eiweiß, nicht so aber die Brote: hier wurden zum zusätzlichen Eiweiß auch noch besonders fette Ölsaaten wie Sesam oder Leinsamen verarbeitet. Eiweißbrote können also schnell zur Kalorienfalle werden.

Lieber auf pflanzliche Proteine setzen

Generell kann auch das Bundeszentrum für Ernährung keine Empfehlung für „High Protein“ Produkte aussprechen. Für die meisten gesunden Menschen mache es wenig Sinn diese Produkte zu essen, da unsere Ernährung uns ausreichend mit Eiweiß versorgt. Außerdem sind Lebensmittel mit dem Extra an Eiweiß nicht zwangsläufig gesünder, oft enthalten sie viel Fett oder Zucker und/oder diverse Zusatzstoffe. Am Proteinpudding ist diese Tatsache anhand der Süßungsmittel gut zu sehen. Es lohnt sich in jedem Fall genau auf die Zutatenliste zu schauen. Und ob eine Eiweißergänzung aus Milchproteinen wirklich gut ist, steht nochmals auf einem anderen Blatt geschrieben. Es gibt gute Hinweise darauf, dass eine Ergänzung durch pflanzliche Proteine gesünder ist. Also lieber mal eine Linsensuppe snacken als einen Proteinriegel mit Milcheiweiß, das schont auch noch den Geldbeutel!

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