Selbstverpflichtung von Lebensmittelherstellern gescheitert

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Insgesamt 19 große Lebensmittelhersteller haben sich seit 2007 europaweit freiwillig dazu verpflichtet, die Bewerbung von ungesunden Kinder-Lebensmittel zu reduzieren. Dennoch läuft mehr Werbung denn je. Foodwatch fordert jetzt eine gesetzliche Regelung zur Förderung gesunder Ernährung.

Bereits 2007 hat es eine freiwillige Selbstverpflichtung von 19 führenden Lebensmittelherstellern gegeben. Darin wurde zugesichert, die Bewerbung von unausgewogenen Lebensmitteln, die sich direkt an Kinder unter zwölf Jahren richtet, einzuschränken. Zu den Unterzeichnern gehörten auch Branchenriesen wie Nestlé, Kellog´s und McDonald´s. Foodwatch hält diese Selbstverpflichtung für gescheitert, denn faktisch läuft derzeit sogar mehr Werbung für derartige Produkte als zuvor. Deshalb wird jetzt die Forderung einer gesetzlichen Regelung für den Kampf gegen Übergewicht laut. So soll eine gesunde Ernährung gefördert werden und die bewerbung von Dickmachern eingeschränkt werden.

Für Foodwatch bietet die bisherige Selbstverpflichtung der Lebensmittelhersteller noch deutlich zu viele Schlupflöcher. So richtet sich diese nur auf die Bewerbung der Produkte in TV, auf Printmedien oder auf die Internetpräsenzen der jeweiligen Hersteller. Völlig vernachlässigt wurden die Bewerbung auf den Verpackungen, durch Gewinnspiele, von Sport- oder Schulveranstaltungen. Weiterhin greift die derzeitige Selbstverpflichtung nur, wenn 35 Prozent oder mehr der Zuschauer von Fernsehsendungen jünger als zwölf Jahren sind. Schaut eine dreiköpfige Familie, mit Vater, Mutter und einem Kind, eine Sendung, dann beträgt der Anteil an Jugendlichen unter zwölf lediglich 33% ermahnte die Verbraucherschutz-Organisation Foodwatch.

Die größte Sorge bereitet laut dem Foodwatch Experten Oliver Huizinga, dass die Lebensmittelhersteller fast ausschließlich Junkfood an Kinder vermarkten und keine gesunden Lebensmittel. Deshalb müsse die Politik durch rechtliche Bestimmungen den Eltern helfen ihre Kinder gesund zu ernähren.

Um auf besonders gravierende Fälle der irreführenden Werbung für Kinder-Lebensmittel aufmerksam zu machen verleiht Foodwatch jedes Jahr den „Goldenen Windbeutel“. Wir Essen Gesund hatte darüber berichtet wie ihr euch an der Wahl beteiligen könnt. Nachlesen könnt ihr das hier:

https://www.wir-essen-gesund.de/foodwatch-vergibt-goldenen-windbeutel-stimme-mit-ab/

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