Danone gibt grünes Licht für die Lebensmittel-Ampel

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Nestlé, Mondelez, Unilever, Coca-Cola und Pepsi kämpfen als Speerspitze der Lebensmittelindustrie mit allen Mitteln gegen eine klare Kennzeichnung auf Lebensmitteln, die mithilfe der Ampelfarben anzeigt wie gesund oder ungesund ihre Produkte sind. Nun setzt mit Danone überraschenderweise einer der größten Lebensmittelhersteller eine farbliche Kennzeichnung der Nährwertangaben in Deutschland um und wagt damit einen wichtigen Vorstoß.

Warum Danone einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung macht

Die Lebensmittel-Ampel hat bislang einen steinigen Weg hinter sich. Verbraucherschützer, Krankenkassen und Ärzteverbände fordern sie zwar seit Längerem, dennoch ist bisher wenig geschehen. Denn den Lebensmittelherstellern könnte sie das gute Geschäft mit zucker- und fetthaltigen Produkten verderben. Bereits 2010 hatten sie deshalb schätzungsweise über eine Milliarde dafür ausgegeben, dass schwer nachvollziehbare und über Portionsgrößen leicht manipulierbare GDA-Modell durchzusetzen. Dieses hatte die Industrie als Gegenmodell zur Ampel-Kennzeichnung eingebracht. Denn eine Lebensmittel-Ampel würde auf den ersten Blick viele Produkte, die momentan noch als gesund beworben werden, als zu fett- und zuckerhaltig entlarven. Danone hat angekündigt ab 2019 freiwillig all seine Produkte in Deutschland mit einer Ampel zu kennzeichnen. Damit könnte der Hersteller eine wichtige Vorreiterrolle einnehmen.

Wie sieht Danones Kennzeichnung aus?

Danone wird das sogenannte NutriScore-Modell verwenden, um seine Produkte zu kennzeichnen. Auf Produkten, die der Hersteller in Frankreich verkauft, befindet sich diese Kennzeichnung schon. Dort hatte die Regierung letztes Jahr mit dem NutriScore ein Modell zu Gesamtbewertung des Nährwertprofils auf freiwilliger Basis eingeführt. Dieses hatten Wissenschaftler entwickelt und einige Unternehmen bereits übernommen.

Der NutriScore verrechnet günstige Nährwertbestandteile wie Ballaststoffe, Proteine und Gemüse mit ungünstigen wie Fett, Zucker und Salz. Auf der Produktvorderseite wird das Ergebnis mit einer fünfstufigen Farbskala dargestellt, die gleichzeitig mit Buchstaben von A bis E gekennzeichnet wird. So bekommt ein Produkt mit einem sehr ausgewogenen Nährstoffprofil eine grüne Einstufung mit dem Buchstaben A. Ein sehr unausgewogenes Produkt hingegen erhält eine rote Bewertung mit dem Buchstaben E.

Einschätzung der NutriScore-Ampel

Im Vergleich zur Original-Ampel der englischen Lebensmittelbehörde FSA zeigt das NutriScore-Modell nur eine komplette Einschätzung des Produkts. Die Ampel der FSA stuft jeweils die Zutaten Fett, gesättigte Fette, Zucker und Salz in einer eigenen Ampel ein. Daher ist sie deutlicher als der NutriScore. Denn bei der ESA-Ampel bekommt der Verbraucher nicht nur ein grünes Go oder ein rotes Don´t-Go auf den Produkten, sondern auch die Information, welche Inhaltsstoffe im grünen und welche im roten Bereich liegen.

Dennoch hat ein Vergleichs-Test der französischen Regierung gezeigt, dass die Menschen bei beiden Systemen gesünder einkaufen. Die Verbraucherschutzorganisation foodwatch begrüßt daher den Vorstoß Danones und fordert andere Hersteller auf zu folgen.

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