Trotz 20 Jahre MSC-Siegel 89 % der Fischbestände überfischt

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Vor 20 Jahren wurde das MSC-Siegel von der Umweltstiftung WWF und dem Lebensmittelkonzern Unilever gegründet, um Lebensmittel aus nachhaltiger Fischerei zu kennzeichnen. Zeit das Siegel mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wofür steht das MSC-Siegel?

Mittlerweile ist der MSC („Marine Stewardship Council“) eine unabhängige Non-Profit-Organisation. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt Fischbestände für die Zukunft zu sichern. Dazu vergibt sie das MSC-Siegel an Fischprodukte, die die folgenden drei Standards für nachhaltige Fischerei erfüllen:

  1. Die Fischerei ist verpflichtet darauf zu achten, dass aus den Fischbeständen nicht mehr hinausgefischt wird als nachwachsen kann. Aus überfischten Beständen muss die Fischerei so betrieben werden, dass sich der Bestand erholen kann.
  2. Die Fischerei darf anderen Arten im befischten Ökosystem nicht schaden, sie muss so durchgeführt werden, dass die biologische Vielfalt erhalten bleibt.
  3. Eine MSC-zertifizierte Fischerei muss sich verpflichten, dass ihr Management die Auswirkungen auf das betroffene Ökosystem kennt und ihre Aktivitäten auf eine nachhaltige Nutzung ausgelegt sind.

Lob & Kritik am MSC-Siegel

Grundsätzlich wird das MSC-Zertifikat als Schritt in die richtige Richtung gesehen. So zitiert beispielsweise die dpa die Meeresbiologin Sandra Schöttner von Greenpeace wie folgt: „Ein positiver Effekt durch die Gründung des MSC ist unbestritten“. Doch eine wirklich weiße Weste hat der MSC nicht, Schöttner bemängelt, „dass der MSC Vorschusslorbeeren vergibt“. Ihre Organisation kritisiert auf der offiziellen Homepage noch weitere Dinge wie, dass Fischereien mit Grundschleppnetzen und hohem Beifang zertifiziert werden.

Ausblick

Greenpeace kommt zu dem Schluss, dass keines der vorhandenen Labels wirklich nachhaltige Fischerei garantieren kann. Die Umweltschutzorganisation fordert deshalb den Lebensmittelhandel und die Fischindustrie auf ein neues Konzept zu entwickeln. Dieses soll sicherstellen, dass Fisch nur noch aus nachhaltigen Beständen oder Aquakulturen ge- und verkauft wird. Wenn man bedenkt, dass Angaben der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zufolge bis zu 89 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände als ausgereizt, überfischt oder sogar zusammengebrochen gelten, ist ein Umdenken sowohl bei den Produzenten als auch bei uns Verbrauchern dringend notwendig.

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