Diese Weihnachtsgänse würde ich besser nicht essen

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Zur Weihnachtszeit ist es soweit, es geht unseren heimischen wieder Gänsen an den Kragen. Das Problem sind aber eigentlich nicht unsere heimischen Gänse, das Problem sind der Großteil jener Gänse, die wir aus anderen ändern Ländern für unseren Weihnachtsschmaus importieren. Wenn es denn schon die Weihnachtsgans sein muss, dann sollte man sich vorher auf jeden Fall informieren wo sie herkommen.

Stopfmast und Lebendrupf

Abgesehen davon, dass das Leben in Mastbetrieben nicht wirklich als erfülltes Leben für Tiere bezeichnet werden kann, gibt es bei der Gänsemast zwei Praktiken, die deren Leben endgültig zur Qual werden lassen. Das sind Stopfmast und Lebendrupf, beides sollte vermieden werden.

Die Stopfmast ist vielen bereits ein Begriff. Dabei werden Gänse aktiv mit Nahrung vollgestopft, so dass es beispielsweise zu einer verfetteten Leber kommt. Am Ende wird das sogar noch als Delikatesse verkauft. Insbesondere aber nicht nur in Frankreich ist die Gänsestopfleber sehr beliebt.

Noch grausamer ist Lebendrupf. Wie das Wort schon sagt werden dabei die Gänse noch lebend gerupft. Sprich es werden den Gänsen bei lebendigem Leib die Federn ausgerissen.

Freiwilligkeit ist nicht kontrollierbar

Beides zählt in Deutschland als Tierquälerei und ist zum hierzulande Glück verboten. Jetzt kommt aber das eigentliche Problem. Nur die wenigsten Gänse kommen heute noch aus Deutschland. Der Einzelhandel bezieht seine Tiere vor allem aus Polen und Ungarn und dort ist sowohl das Stopfen der Gänse, als auch Lebendrupf erlaubt.

Offiziell haben sich zwar die großen deutschen Supermärkte freiwillig selbstverpflichtet keine Gänse aus Stopfmast oder Lebendrupf anzubieten. In der Realität scheitert das allerdings. Einerseits können die Supermärkte es gar nicht aktiv Vor-Ort kontrollieren, ob die Tierschutz-Standards in der Tat eingehalten werden. Auch will man es im Zweifel gar nicht so genau wissen. Andererseits ist es bei Gänsefleisch wo die Innereien bereits entnommen sind nur noch schwerlich nachweisbar, ob das Tier gestopft wurde.

Und jetzt mal Hand aufs Herz… glaubst du wirklich, einer der großen Supermarktbetreiber würde tatsächlich kurz vor Weihnachten alle seine Gänse aus den Regalen nehmen, nur weil es einen Nachweis auf Stopfmast oder Lebendrupf bei einem großen Zulieferer aus Ungarn gibt? Mit Sicherheit nicht!

Selbstkontrolle ist besser

Als Konsument kann man aber in der Tat selbst etwas dagegen machen. Jedes Lebensmittel ist mit einem Ländercode gekennzeichnet, der sogenannten EWG-Nummer, welche Auskunft darüber gibt wo das Tier herkommt. Man findet sie in der Regel in der Nähe des Mindesthaltbarkeitsdatums.

Wer hier darauf schaut und auf FR (Frankreich), PL (Polen), BG (Bulgarien), ES (Spanien) und HU (Ungarn) achtet, der kann aktiv diese Länder meiden. Dort ist das Stopfen von Gänsen erlaubt und zumindest in Polen und Ungarn auch Lebendrupf.

Wer auf Nummer sicher gehen will und auf den Gänsebraten zu Weihnachten nicht verzichten kann, der sollte auf Gänse aus Deutschland (DE) kaufen.

Qualität zeigt sich am Preis

Am Ende des Tages ist es aber wie mit den meisten Dingen. Die Wahrheit liegt im Preis. Wer sich das Kilo Gänsebrust für 5 bis 10 EUR leistet, der kann ziemlich sicher sein, dass die Haltungsbedingungen des Tieres absolut unwürdig sind. Wer auf Nummer Sicher gehen will, der sollte mindestens 20 bis 25 EUR für das Kilo ausgeben.

Weihnachten ist das Fest der Nächstenliebe, warum gilt das nicht auch für Tiere? Warum geben wir hunderte von Euros für Geschenke aus, sind aber nicht bereit Tieren ein lebenswertes Leben zu schenken, dabei würde das vielleicht 20 bis 30 EUR mehr kosten.

Wer das Weihnachtsfest ernst nimmt, der sollte alle mit einschließen.

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