Heilpflanzen und ihre Einsatzgebiete

Bei Erkältung greift man gerne zu Schleimlösern oder bei Rückenbeschwerden zu Schmerzmitteln –Arzneimittel aus der Apotheke sind in vielen Situationen zwar sinnvoll, werden heutzutage jedoch vielfach bereits zu selbstverständlich und häufig eingesetzt. Bei zahlreichen Leiden hingegen, können alternativ auch Heilpflanzen helfen. Diese werden in verschiedenster Form – von Tees über Aufgüsse bis hin zur direkten Einnahme – rund um den Globus angewendet und erzielen dabei hervorragende Ergebnisse.

Die wichtigsten Heilpflanzen und ihre Einsatzbereiche möchte ich euch deshalb kurz vorstellen.

Arnika

Primär ist Arnika dafür bekannt, Verstauchungen und Prellungen zu lindern. Die Blüten der Pflanze enthalten Helenalin, ein Stoff, der in Laboruntersuchungen deutlich die Bildung von Entzündungen reduzierte. Aus diesem Grund kann Arnika bei unkomplizierten Verletzungen – etwa Schwellungen, Prellungen oder Verstauchungen – als Tinktur, Umschlag oder auch Salbe auf unverletzter Haut angewendet werden.

Baldrian als Heilpflanze

Baldrian

Aus der Baldrian-Wurzel werden unterschiedlichste Öle gewonnen, die das Entspannen und vor allem auch Einschlafen erleichtern. So befördern Inhaltsstoffe des Baldrians Botenstoffe sowie schlaffördernde Substanzen in das menschliche Gehirn. Die Pflanze wirkt sich dadurch positiv bei leichten Störungen des Schlafs aus. Bis die ersten Effekte auftreten, kann jedoch zunächst eine tägliche Einnahme über rund zwei Wochen notwendig sein.

Efeu

Dich plagt der Husten? In diesem Fall kann Efeu Abhilfe schaffen. Die getrockneten Blätter der Pflanze besitzen eine krampflösende sowie antibakterielle Wirkung bei Atemwegsbeschwerden. So fördern die sekundären Pflanzenstoffe des Efeus die Produktion von dünnflüssigerem Schleim, welcher sich leichter löst und abhusten lässt. Darüber hinaus hilft Efeu, die Bronchialmuskulatur und somit auch die Atemwege zu entspannen. Die besten Erfolge erzielen dabei Efeu-Saft, -Tee oder auch –Tropfen.

Fenchel

Bei der Bekämpfung von Blähbauch und Magenkrämpfen unterstützt die Heilpflanze Bitterfenchel. Die Fenchelfrüchte enthalten reichlich ätherisches Öl, welches krampflösend und verdauungsanregend wirkt. Auf diese Weise hilft Fencheltee natürlich und effektiv gegen Blähungen und Völlegefühl und wird deshalb gerne auch bereits als Heilpflanze bei Babys eingesetzt.

Hopfen

Beim Hopfen werden die Hopfenzapfen der weiblichen Blüte verwendet. Die Wirkung bezieht sich dabei insbesondere auf die Linderung von Unruhe, Angstzuständen sowie Nervosität. Aus diesem Grund wird auch Hopfen – häufig in Verbindung mit Baldrian – bei Schlafbeschwerden eingesetzt. Seine Inhaltsstoffe docken dabei an unterschiedlichen Stellen des Körpers an, die für die Steuerung des Schlaf-Wach- Rhythmus verantwortlich sind. Auch bei stressbedingten Kopfschmerzen kann Hopfen-Tee sehr gute Unterstützung bieten.

Hopfen als Heilpflanze

Johanniskraut

Bekanntestes Einsatzgebiet von Johanniskraut sind vorübergehend auftretende, leichte Depressionen. Das Kraut enthält die Substanzen Hypericin und Hyperforin, welchen eine Linderung von Unruhe sowie die Aufhellung der Stimmung zugesprochen wird.
Darüber hinaus kann das Öl der Pflanze durch seine entzündungshemmenden Eigenschaften bei der Wundheilung unterstützen und zur Pflege trockener Haut dienen.

Kamille

Der absolute Allrounder unter den Heilkräutern ist die Kamille. So werden die Blütenköpfchen verwendet, um daraus Tee aufzubrühen. Insbesondere bei Haut- und Schleimhautentzündungen sowie Beschwerden der Atemwege findet die Pflanze Anwendung. Während bei Akne oder Schürfwunden das Betupfen der Stellen mit Kamillentee helfen kann, wird bei Bauchkrämpfen oder Halsschmerzen häufig zum Trinken von Kamillentee geraten.

Pfefferminze

Pfefferminz-Blätter sowie deren Öl besitzen eine antibakterielle und entkrampfende Wirkung. Ganz besonderes bei Verdauungsproblem aber auch bei Magenschleimhautentzündung kommt einem diese zu Gute. So verleihen die Substanzen Menthon und Menthol dem Öl den charakteristischen Geruch und lindern leichte Bauchschmerzen, Blähungen oder auch das Reizdarmsyndrom effektiv und sanft. Hierzu eignet sich am besten das Trinken von Pfefferminztee.
Ebenso kann das Öl bei Spannungskopfschmerzen auf Nacken und Schläfen aufgetragen und einmassiert werden. Der kühlende Effekt sowie die anregende Wirkung des Öls linderen die Schmerzen.

Ringelblume

Die Blüten der Ringelblume besitzen keimtötende sowie entzündungshemmende Wirkung und kommen meist bei infizierten Wunden sowie Entzündungen der Haut und Schleimhäute zum Einsatz. So kann zur Wundreinigung ein stärkerer Tee verwendet werden, während sich die Tinktur bzw. Essenz der Ringelblume ideal für Umschläge eignet.

Ringelblume als Heilpflanze

Weißdorn

Die Blätter und Blüten des Weißdorns unterstützen die Herzfunktion. So kann bei beginnender Herzinsuffizienz oder auch nervösen Herzleiden ein Tee aus Weißdorn helfen. Der Pflanze wird nachgesagt, dass sie zur Erweiterung der Herzkranzgefäße sowie zur Stärkung der Herz-Schlagkraft beitragen kann.

Aloe Vera

Die Aloe Vera Pflanze besitzt verschiedene, zu Heilzwecken eingesetzte Bestandteile – die Blätter mit deren Milchsaft sowie das Blattinnere mit seinem Gel. Saft und Gel enthalten Proteine, Aminosäuren, Mehrfachzucker,  Mineralstoffe sowie Salicylsäure. Die Kombination der Stoffe beschleunigt die Wundheilung und wirkt zudem kühlend und feuchtigkeitsspendend. Insbesondere bei leichten Brandverletzungen (z. B. Sonnenbrand) oder auch bei Insektenstichen und Schnittwunden kommt Aloe Vera deshalb zum Einsatz.
Oral eingenommen, wirkt Aloe Vera zudem als Abführmittel. Hierzu wird die Flüssigkeit aus den äußeren Schichten des Blattes entnommen. Die große Menge enthaltener Anthranoide dockt bei Einnahme an die Darmschleimhaut an und hemmt so die Aufnahme von Salzen und Wasser. Auf diese Art und Weise wird die Darmentleerung beschleunigt.

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