Ingwer selber ziehen – so gelingt das Anbauen und Pflanzen

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Ingwer ist eine uralte Heilpflanze mit vielen positiven Eigenschaften für Gesundheit und Wohlbefinden. Die beliebte Knolle enthält ätherische Öle wie Gingerol und Shagaol, die auch der Grund für die Schärfe und für den erdigen Geschmack des Ingwers sind. In unserer Reihe über den Eigenanbau von Obst und Gemüse darf Ingwer nicht fehlen, denn er lässt sich sehr einfach selber ziehen und ist ausgesprochen pflegeleicht. Am Einfachsten kannst du ihn in einem Topf oder Kübel anbauen, da du ihn so problemlos durch den Winter bekommst. Im Folgenden erfährst du, wie man Ingwer selber ziehen und pflanzen kann, worauf du bei der Pflege achten musst und wann die ersten Knollen geerntet werden.

Ingwer pflanzen

Die Anbauzeit für Ingwer beginnt im Februar. Als Knolle verwendest du eine frische Wurzel (am besten in Bio-Qualität) aus dem Supermarkt oder von einem Gemüsehändler deines Vertrauens. Oft haben die Knollen sichtbare Punkte, an denen du erkennen kannst, wo sich die Triebe ausbilden. Diese Punkte werden Vegetationspunkte genannt und sind für das Anbauen von Vorteil, deshalb achte ruhig darauf, ob deine Wurzel solche Punkte schon hat.

Für das Pflanzen im Topf wählt man idealerweise eine Anzuchterde mit einem hohen Nährstoffgehalt. Kleiner Tipp: Bevor du die Erde in den Topf gibst, lege ein paar kaputte Tonscherben aus. Diese dienen als natürliche Drainage und helfen, Staunässe zu vermeiden. Vor dem Pflanzen wird die Knolle noch einmal klein geschnitten, etwa 5 Zentimeter sollten die Stücke dann groß sein. Diese werden einzeln mit der Schnittstelle und bestenfalls den sichtbaren Vegetationspunkten nach oben in den Topf gesetzt und minimal mit 2-3 Zentimeter Erde zugedeckt. Noch leicht angießen und fertig ist das Anbauen deines eigenen Ingwers!

Vegetationspunkte Ingwer

Aus den Vegetationspunkten des Ingwers entwickeln sich später die Triebe.

Am Anfang empfiehlt es sich, eine Plastikfolie über den Topf zu spannen, damit es konstant feucht bleibt. Diese kannst du bis zum Austreiben der Pflanze drauflassen. Bedenke, dass Ingwer vor allem aus tropischen Gebieten stammt und deshalb einen sonnigen und warmen Standort zum Austreiben und Wachsen braucht. Deshalb sind Kübel und Töpfe für das Anbauen einfacher, weil man den Standort wechseln kann. Optional kann man Ingwer natürlich auch im Garten selber ziehen, hierfür eignet sich vor allem ein Gewächshaus oder ein Hochbeet. Bevor die Pflänzchen aber an die frische Luft kommen, solltest du sie vorziehen und erst als Jungpflanzen in den Garten bringen.

  • Ingwer pflanzen: Februar bis März
  • Standort: sonnig, warm
  • Pflanztiefe: 7-10 cm
  • Keimtemperatur: 22-25°C
  • Bodenbeschaffenheit: nährstoffreich, durchlässig
  • Ingwer im Topf: Bei einem Topfdurchmesser von 35 cm können durchaus 2-3 Ingwerstücke eingepflanzt werden. Achte darauf, dass der Topf über ein Drainagesystem verfügt, weil Ingwer sehr empfindlich auf Staunässe reagiert.
  • Ingwer als Balkonpflanze: Im Topf macht Ingwer auch auf dem Balkon oder auf der Terrasse eine gute Figur. Vom Standort her bevorzugt er einen sonnigen bis halbschattigen Platz ohne Wind.
  • Pflanzabstand: Wer Ingwer in Reihen anbaut, sollte pro Pflanze etwa 20 Zentimeter Abstand einplanen. Im Topf fällt der Abstand geringer aus.

Pflanz-Tipp: Ein Ingwerstück mit mindestens drei oder vier „Augen“, also Vegetationspunkten, sprießt deutlich kräftiger.

Ingwer Pflege – gießen, düngen und überwintern

Auch nach dem Austrieb ist der Pflegebedarf von Ingwer sehr gering. Was du ihm beim Gießen und Düngen dennoch Gutes tun kannst, zeigen dir die folgenden Punkte:

  • Ingwer düngen: Wenn du eine nährstoffreiche Erde verwendest, brauchst du Ingwer eigentlich nicht düngen. Falls doch, reicht zweimal düngen während der Wachstumsphase auf jeden Fall aus. Wenn du Ingwer im Topf anbaust, kannst du ihn nach dem Austreiben auch noch einmal in ein größeres Gefäß umtopfen und so den Nährstoffgehalt mit neuer Erde steigern.
  • Ingwer gießen: Beim Gießen ist es sehr wichtig, dass Ingwer nie komplett austrocknet und nie komplett unter Wasser gesetzt wird. Er liebt es feucht, geht aber bei Trockenheit oder Staunässe sehr schnell kaputt. Ingwer sollte man am besten mit kalkarmem Wasser, z.B. Regenwasser, gießen.
Ingwer Pflanze Blätter

Innerhalb eines Jahres entwickelt sich eine etwa 1 Meter hohe Pflanze aus der Ingwerwurzel.

Ingwer überwintern

Ingwer ist nicht für Wintertemperaturen in unseren Breitengraden ausgelegt, deshalb muss die Pflanze rechtzeitig vor Frost und Kälte geschützt werden. Beim Überwintern gibt es zwei Möglichkeiten: das Überwintern mit Erde und ohne Erde.

  • Überwintern im Topf: Wer Ingwer schon von Beginn an im Kübel anbaut, kann ihn über die kalte Jahreszeit auch weiter im Topf lassen. Dazu stellt man den Topf an einen hellen und kühlen Ort (maximal 10°C) und verzichtet bis zum Frühjahr komplett auf das Gießen. Im Frühjahr kann die Wurzel dann in Stücke geschnitten und neu gepflanzt werden.
  • Überwintern ohne Topf: Wer Ingwer im Gartenbeet selber zieht, kommt im Herbst nicht drum herum die Wurzeln zu ernten, weil sie über den Winter im Beet erfrieren würden. Die Wurzeln, die nicht für den Eigenbedarf weiterverarbeitet werden, müssen zunächst von der Erde befreit werden und können danach bis zum Frühjahr gelagert werden. Wichtig: Für die Lagerung braucht es einen kühlen, aber dunklen (!) Standort. Zudem sollte er trocken sein, da die Knollen sonst schnell faulen.

Ingwer ernten und lagern

Etwa acht Monate nach dem Einpflanzen ist die Ingwerpflanze circa einen Meter hoch gewachsen. Geerntet wird von Oktober bis November, und zwar dann, wenn die Blätter sich von selbst gelb verfärben. Die Knollen werden dazu einfach aus der Erde gezogen.

TIPP – junge Sprossen schmecken milder. Junge Ingwersprossen schmecken noch sehr mild im Geschmack, ältere Knollen sind deutlich schärfer und intensiver. Die jungen Sprossen erkennst du daran, dass ihre Oberfläche glatter und heller ist als die von älteren Wurzeln.

Geerntete Ingwerwurzeln können für unterschiedlichste Anwendungen verarbeitet werden. Klein geschnitten oder geraspelt eignet sich Ingwer sehr gut als Gewürz oder für Teeaufgüsse. Größere Erträge lassen sich zudem unbedenklich trocknen oder einfrieren. So kann man die Knollen auch für längere Zeit lagern, ohne dass der Geschmack leidet.

  • Ingwer an der Luft trocknen: Zum Trocknen schneidet man Ingwer immer in kleinere Scheiben, da die Feuchtigkeit so schneller und leichter entweichen kann und er nicht verdirbt. Die Scheiben werden an einem trockenen und luftigen Ort über mehrere Wochen gelagert und regelmäßig gewendet, um Schimmel und Fäulnis vorzubeugen.
  • Ingwer im Backofen trocknen: Zum Trocknen im Backofen wird der Ingwer in Scheiben geschnitten und im vorgeheizten Backofen bei 40-50°C für mehrere Stunden auf dem Backblech getrocknet.
  • Ingwer einfrieren: Ingwer lässt sich als ganze Knolle, geschnitten oder gerieben einfrieren. Als ganze Knolle hält er so etwa drei Monate. Dafür wird die Knolle ungeschält (!) in Alufolie gewickelt und diese in einen Gefrierbeutel verpackt. Alternativ kann man die Knolle schälen und in Scheiben schneiden oder raspeln, wobei der Beutel dann möglichst luftdicht verschlossen werden sollte.
  • Ingwer kandieren: Auch Kandieren ist eine Möglichkeit, um Ingwer haltbar zu machen. Dazu wird die Knolle geschält, in Würfel oder Scheiben geschnitten und gekocht. Anschließend gibt man Rohrzucker in den Topf und wiederholt den Vorgang des Aufkochens und Zuckerns solange über die folgenden Tage, bis die Ingwerscheiben den richtigen Kandierungsgrad erreicht haben.

Fazit: Ingwer selber ziehen

Ingwer ist ein absolutes Allroundtalent. Er kurbelt den Stoffwechsel an, hilft bei Erkältungen und stärkt unsere Abwehr vor allem in der kalten Jahreszeit. Noch besser ist die Tatsache, dass Ingwer super praktisch im Haus, auf dem Balkon oder im Garten angebaut werden kann. Beim Ingwer selber ziehen ist lediglich darauf zu achten, dass er mit nährstoffreicher Erde versorgt ist sowie warm und feucht gehalten wird. Staunässe, Trockenheit und Kälte mag er überhaupt nicht. Die Wurzeln werden im Herbst geerntet und können über den Winter auch gelagert werden, um sie im Frühjahr wieder auszupflanzen. Optional kann man größere Mengen auch sehr gut trocknen oder einfrieren, um sie so für mehrere Monate zu lagern.

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