Norwegischer Lachs ist nicht nachhaltig

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In Aquakulturanlagen werden in Norwegen in den Fjorden des Landes seit den siebziger Jahren Lachse gezüchtet. Bis 2050 soll sich die Produktion auch noch verfünffachen. Aber keiner weiß, welche Auswirkungen diese Aquakulturen eigentlich auf die Fjorde haben.

In einem Netzgehege dürfen bis zu 200 000 Lachse gehalten werden, es herrscht wenig Strömung und wenig Platz. Putzerfische werden zusätzlich zu den Lachsen mit ins Aufzuchtgehege gesetzt um die Lachse von Parasiten zu befreien. Dabei geht es vor allem um einen Parasit: die Lachslaus. Diese wird zwar von den Putzerfischen zum Teil gefressen, kann aber nicht gänzlich entfernt werden. Daher kommen Chemikalien, also Pestizide, zum Einsatz, die tödlich sind und zwar nicht nur für den Parasiten. Zwar baden die Lachse nicht direkt in dem Läusemittel, sondern werden auf ein Boot gepumpt wo sie durch die Giftmischung schwimmen und dann zurück ins Gehege entlassen werden, dennoch tragen sie damit Giftreste zurück ins Meer. Die Folge: an der norwegischen Küste werden bergeweise toter Krill angespült.

Tödliche Pestizide

Sicher erforscht ist, dass das Mischen zweier verschiedener Läusemittel eine tödliche Auswirkung hat. Sie nicht zu mischen wird zwar auf den Mitteln empfohlen, ist aber nicht verboten, was deswegen im Grunde gang und gäbe bei den Züchtern ist. Doch anstatt ein Verbot für diese Mittel zu verhängen, wurde vorerst kontrolliert, wie viel Läusemittel wo benutzt wurde. Denn: die Industrie hat bei der Regierung darauf gepocht, dass sie auf diese Mittel nicht verzichten können, da die Läuse zäh und anpassungsfähig sind. Die Mittel zu verbieten wäre das Aus für die norwegische Lachszucht.

Auch im Fischfutter: Soja aus dem Regenwald

Dazu kommt, dass der Lachs mit Soja aus dem Regenwald gefüttert wird. Auf Effizienz getrimmte Massentierhaltung bleibt eben Massentierhaltung, und die Methoden sind überall die gleichen, egal bei welchem Tier. Damit also diese Tiere schnell wachsen, ob Rind, Schwein, Huhn oder Fisch, braucht es viele Proteine. Und welches Futtermittel ist da besonders günstig und effizient? Genau, die Sojabohne aus dem Regenwald. Für ein Kilo Lachs benötigt man 0,55 Kilo Sojabohnen, die als Proteinkonzentrat importiert wird. Bis zu 30% des Fischfutters besteht aus diesem Konzentrat. Wenn sich dann die Lachsaufzucht bis 2050 verfünffachen soll, wird die Nachfrage nach Sojabohnen drastisch steigen.

Aktuell vergiftet die norwegische Lachszucht also nicht nur das Meer, sondern unterstützt gleichzeitig die Rodung des Regenwaldes. Zwar bemüht sich die norwegische Regierung um eine nachhaltige Abholzung, es fehlt aber an allen Ecken und Enden Transparenz und Kontrollen. Kreative Lösungen sind gefragt, wenn man die steigende Nachfrage nach Proteinen im Fischfutter bedienen will. Tang, Insekten oder Holzspäne werden dazu vorgeschlagen. Meiner Meinung nach verlagert das das Problem aber wieder nur. Wir produzieren und konsumieren nun mal mehr als für uns und unsere Umwelt gut ist – Punkt! Darüber sollte jeder mal nachdenken. Nachhaltigkeit funktioniert nur, wenn genau so viel konsumiert wird wie ohne Umweltschäden nachwachsen kann. Das ist Fakt! Alles andere ist reine Manipulation, die uns am Ende doppelt so viel kosten wird, als sie uns scheinbaren Nutzen bringt.

War weiß, welches Lebensmittel das giftigste ist, was bei uns im Supermarkt verkauft werden darf?

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