Wissen über gesunde Ernährung: Mangelhaft

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Eigentlich sollten die Deutschen ein Musterland der gesunden Ernährung sein. Im Fernsehen geben sich die Moderatoren der unzähligen Kochshows fast im Stundentakt die Kochlöffel in die Hand und auch seitens der Printmedien mangelt es nicht an Anregungen zur gesunden Ernährung oder Schlankheitstipps. Die Realität schaut aber leider ganz anders aus.

Wir Deutschen sind die Dicksten in Europa und auch die Anzahl der ernährungsbedingten Krankheiten nimmt hierzulande unaufhaltsam zu. Umfragen zeigen zwar, dass ein Großteil der Bevölkerung kochen kann, es aber leider nicht praktiziert. In den wenigsten Haushalten wird wirklich täglich frisch und gesund gekocht. Stattdessen boomt das Geschäft mit Fertiggerichten unaufhaltsam.

Aber was ist denn die Konsequenz aus dieser Erkenntnis? Wir geben genau dieses Verhalten auch an die nächste Generation weiter. Kinder gewöhnen sich an den künstlichen und überzogenen Genuss von industriell und wissenschaftlich designtem Essen. Zu viel Salz, Zucker und Fett gehören zum alltäglichen Geschmackserlebnis. Wie eine Erdbeere in Wahrheit schmecken kann, dass bekommt der Nachwuchs in der Regel gar nicht mehr mit. Wie sollte das auch funktionieren, wenn nicht einmal mehr das frische Obst und Gemüse in den Regalen der Supermärkte den vollkommenen Geschmack verraten. Im Gegenteil, die Tomate ist der Klassiker, sie schmeckt nach Gewächshaus, schneller Aufzucht und wenig Sonne… wenig bis nichts! Mit dieser Erfahrung kann ich natürlich niemanden unter dem Tisch hervorlocken und von Besserem überzeugen.

Die Früherziehung ist mehr gefragt denn je! Was Kinder in den frühen Jahren lernen, das werden sie auch im Erwachsenenalter weiter nutzen. „Gesunde Ernährung“ sollte einen eigenen Bereich in der schulischen Ausbildung bekommen. Was bringt das dritte Integral immer komplizierterer mathematischer Gleichungen, wenn ich im Gegenzug mein Leben lang unter dem Gewicht meines eigenen Körpers zu leiden habe und ich an Aktivität und Lebensfreude einbüße. Die Schule sollte auf das Leben vorbereiten und das kann sie nur, wenn auch lebensrelevante Fragestellungen beantwortet werden. Was früher noch selbstverständlich Bestandteil des Lebens war, da die Oma oder Mama jeden Tag am Herd steht, fehlt inzwischen.

Jede Schule hat inzwischen eine Kantine und die jungen Menschen werden täglich mit Essen versorgt. Das ist der erste Schritt etwas zu ändern. Hier besteht die Möglichkeit auch mal auf Pommes und Burger zu verzichten und wieder etwas Frisches auf den Tisch zu bringen. Jaja, das sagt sich so einfach, wird man mir jetzt vorwerfen. Die Kleinen essen es dann halt einfach nicht. Ich darf vielleicht nicht unbedingt provokativ nur Brokkoli und Spinat auftischen, aber es gibt auch andere Gerichte, die gesund sind und schmecken. Dabei sollte die Zubereitung ein Teil des Essens sein. Das bedeutet nicht, dass alle Schüler jeden Tag Kochunterricht bekommen sollen, aber wenn zumindest einmal im Monat in Rahmen einer Projektstunde. Dort kann dann jeder mal die Kantinenküche von innen sehen und den Köchen und Köchinnen dort zur Hand gehen. Ich denke, dann wäre schon ein großer Schritt in Richtung gesunde Lebensbildung und Wertschätzung für das eigene Essen getan.

Mussten wir nicht alle mal in der Küche mit ran und der Mama helfen? Ein bisschen waschen, schnippeln oder rühren… aufräumen und sauber machen gehören natürlich auch dazu! Woher sollen unsere Kinder denn Wissen über gesunde Ernährung heute noch lernen, wenn es nicht zu Hause passiert?

Wir werden der jungen Generation und unserer Gesellschaft im Gesamten einen großen Gefallen erweisen. Dabei geht es nämlich um unsere eigene Lebensqualität. Nur wer gesund ist kann auch entsprechend Leistung erbringen und das auch noch dann, wenn die jungen Jahre vorbei sind!

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2 Kommentare


  1. Der Gaumen und die Geschmacksnerven sind leider von der ungesunden Ernährung abgestumpft. Wenn man beginnt, sich wieder natürlich zu ernähren, ist es eine Umstellung, doch schon nach kurzer Zeit schmeckt man wieder den natürlichen Geschmack der Früchte und des Gemüse. Zum anderen tut es dem Körper enorm gut.

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